geboren am 17.03.1938 in Niederalfingen/D
Zeitliche Gelübde: 02.02.1958
Ewige Gelübde: 04.01.1964
verstorben am 10.01.2007
beigesetzt in Ellwangen/D

Bruder Michael Rieger wurde am 17. März 1938 in Niederalfingen bei Hüttlingen, Baden-Württemberg, in einer christlichen und kinderreichen Familie geboren. Er war der jüngste von zwölf Geschwistern. Von 1944 bis 1952 besuchte er die achtklassige Volksschule in Hüttlingen. Nach dem Schulabschluss arbeitete er in der Landwirtschaft seines Vaters und besuchte auch einmal in der Woche die landwirtschaftliche Berufsschule. Seinem Wunsch gemäß erhielt er später im Postulat eine Ausbildung als Schuster. Diesen Beruf übte er nur kurze Zeit aus, da er in der Ordensgemeinschaft für andere Aufgaben eingesetzt wurde.

Nach dem Postulat trat er 1956 in Josefstal bei Ellwangen in das Noviziat der Comboni-Missionare ein. Damals hießen sie noch Missionare Söhne des Heiligsten Herzen Jesu. 1958 legte er die ersten zeitlichen Gelübde ab und am 4. Januar 1964 die ewigen. Er war während seines Ordenslebens vor allem als Hausmeister und Verwalter tätig in Brixen (1958-1960; und 1975-1985; und 1993-2001); in Josefstal (1960-1967), in Neumarkt (1967-71), in Bamberg (1971-1975; und 1986-1993). 2001 kam er aus gesundheitlichen Gründen nach Ellwangen. Nach längerer Krankheit ist er dort am 10. Januar 2007 verstorben.

Michael war der jüngste von zwölf Kindern. Sein leiblicher Bruder Anton ist auch Comboni-Brudermissionar geworden. Ein Rektor, der Bruder Michael einige Jahre in seiner Hausgemeinschaft erlebt hat, beschreibt ihn wie folgt: „Er hat eine raue Schale, einen guten und unverwüstlichen Humor, kommt mit jedem aus, lässt sich vielseitig verwenden.“

Bruder Michael hat der Provinz als Verwalter und Hausmeister in den verschiedenen Hausgemeinschaften treue und zuverlässige Dienste geleistet. Als ihm die Versetzung von Bamberg nach Brixen im Jahre 1993 etwas schwerfiel, schrieb ihm der damalige Provinzial Pater Gerner folgende ermutigenden Worte: „Wo immer Du als Verwalter warst, fandst Du Anerkennung und Deine Arbeit wurde gelobt“. Seine treuen Dienste wurden also gesehen und von Mitbrüdern wie von den Obern anerkannt. Was seine Arbeit als Verwalter betrifft, konnte man sich voll auf ihn verlassen. Er sorgte auch dafür, dass den Mitbrüdern nichts fehlte.

Er war in gewisser Weise auch ein musischer Mensch. Er zitierte gern Verse aus Gedichten der ihm vertrauten Dichter. Mit seinem goldigen Humor hat er sicher manchen Menschen Freude gemacht. Ich selber hatte immer viel Spaß, wenn er Verse mit tiefschürfenden Gedanken zitierte.

Als er 1975 nach Brixen als Verwaltungs-Assistent versetzt wurde, empfahl ihm der damalige Generalsuperior, wenn irgend möglich, einen italienischen Sprachkurs zu besuchen, um sich auch auf Italienisch ausdrücken zu können. Daraus ist aber nichts geworden. Vermutlich fühlte er sich überfordert, eine Fremdsprache zu lernen.

An Provinzversammlungen oder Brüdertagungen hat er ungern teilgenommen. Wenn er irgendwie konnte, ist er ihnen ausgewichen. Diese Tendenz, sich auch in der Hausgemeinschaft zu isolieren, hat mit den Jahren bedauerlicherweise eher zugenommen.

Im Jahre 1980 wurde er sogar für drei Jahre mit Erlaubnis von der Propaganda Fide in Rom zum stellvertretenden Rektor von Milland ernannt. Er hatte natürlich keine Ambitionen auf so einen Posten, hat diesen Dienst aber im Gehorsam angenommen. Es war ja auch ihm gegenüber ein Vertrauensbeweis von Seiten der Mitbrüder und der Provinzleitung.

Jetzt, nachdem er von uns gegangen ist, möchte ich einen Vers zitieren, den er mir einmal vor Jahren in einem Brief erwähnte. „Längst vergangen sind die Jahre und der Wind singt nun sein Lied.“ Für ihn sind nun die Jahre seines Lebens vergangen. Der Wind wird über sein Grab hinstreichen und sein Lied säuseln. Gott, der Herr, schenke ihm die Vollendung in den Wohnungen des Himmels. Wir aber werden ihn in guter Erinnerung behalten.

R.I.P.

Pater Georg Klose