geboren am 18.10.1950
Zeitliche Gelübde: 18.06.1972
Ewige Gelübde: 04.06.1978
verstorben am 06.07.2026
Bruder Karl-Josef Kolb stammte aus Wilflingen, einem Ortsteil von Langenenslingen bei Riedlingen an der Donau. Schon als junger Mann ließ er sich von der Begeisterung Bruder Bruno Haspingers für die Mission anstecken. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser trat er 1970 in unser Noviziat in Mellatz ein. Dort entdeckte er seine Liebe zur Gartenarbeit und zur Landwirtschaft – Tätigkeiten, die Geduld, Ausdauer und den Glauben daran verlangen, dass Wachstum letztlich ein Geschenk Gottes ist.
Bruder Karl-Josef bereitete sich sogar auf einen Missionseinsatz in Peru vor und lernte dafür Spanisch in Palencia und Barcelona. Doch sein weiterer Weg verlief anders als geplant. Seine eigentliche Mission fand Bruder Karl-Josef schließlich in der Deutschsprachigen Provinz.
Am 4. Juni 1978 legte er in Milland-Brixen seine Ewige Profess als Bruder-Missionar in der Kongregation der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu ab. Im Missionshaus Josefstal bei Ellwangen arbeitete er viele Jahre in der Landwirtschaft und engagierte sich in der KIM-Bewegung. Vielen bleibt er auch als leidenschaftlicher Musiker in Erinnerung, der bei gemeinschaftlichen Feiern sein Akkordeon erklingen ließ und mit seiner kräftigen Stimme zahlreiche Gottesdienste in Ellwangen und darüber hinaus bereicherte.
Wer neben ihm in der Kapelle oder in der Kirche saß, wusste: Wenn Bruder Karl-Josef das erste Lied anstimmte, konnten Haus- und Kirchengemeinde mit Zuversicht einstimmen. Er hat nicht nur gesungen – er hat den Glauben hörbar gemacht. Als Sakristan sorgte er mit großer Sorgfalt dafür, dass die Liturgien unserer Hausgemeinschaften würdig vorbereitet und gefeiert werden konnten. Vieles, was selbstverständlich erschien, war das Ergebnis seiner treuen Hände und seines verlässlichen Dienstes.
Seine vielleicht tiefste Berufung zeigte sich jedoch, als er sich entschloss, alte und kranke Mitbrüder zu begleiten. Dafür ließ er sich zwischen 1989 und 1991 in Ursberg bei Augsburg ausbilden. Von da an wurde dieser Dienst über viele Jahre zu seinem eigentlichen Apostolat – zunächst in Josefstal und Ellwangen, seit Ende 2014 schließlich hier in Milland-Brixen. Kranke Menschen brauchen nicht zuerst große Worte. Sie brauchen jemanden, der Zeit hat, zuhört, hilft und einfach da ist. Genau das konnte Bruder Karl Josef schenken.
Daneben war er ein Mann mit erstaunlich vielen Begabungen. Er arbeitete im Garten, half in der Küche, übernahm als Hausmeister zahlreiche Reparaturen, schnitt Mitbrüdern die Haare und fand für nahezu jedes praktische Problem eine Lösung. So lebte er jene Geschwisterlichkeit, die unser missionarisches Leben trägt.
Der plötzliche Tod am 6. Juli infolge eines akuten Herzstillstands im Krankenhaus Brixen kam für uns alle überraschend. Umso dankbarer blicken wir auf sein Leben und seinen treuen Dienst zurück.
R.I.P.
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