Die Comboni-Missionare nehmen Abschied von Pater Fidelis Pezzei.
Pater Fidelis Pezzei stammte aus Campill, einem Ort im Gadertal in Südtirol. Die Bevölkerung dort spricht Ladinisch, eine rätoromanische Sprache. Aus dieser Gegend stammen und stammten mehrere Comboni-Missionare. So lag es nahe, dass auch er sich ihnen anschloss.
Als Bub kam Fidelis 1946 ins eben neu eröffnete Seminar Xaverianum nach Brixen und besuchte von dort aus das deutschsprachige bischöfliche Institut Vinzentinum. Nach der Matura und dem Studium der Theologie in Brixen wurde er dort am 29. Juni 1960 zum Priester geweiht. Für ihn war klar, dass er als Missionar nach Peru wollte, wo seit Jahren schon sein Onkel Pater Johann Pezzei tätig war.
1963 erhielt P. Fidelis Sendung nach Peru und wirkte in verschiedenen Pfarreien im Hochland der Anden bei Huánuco. Auch als das Land ab den 1970er Jahren durch den Terror des „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versank, scheute er sich nicht, weiter unter Lebensgefahr die oft abgelegenen Dörfer zu besuchen. So wurde er 1993 in einem Dorf Zeuge des Überfalls der Terroristen und auch des nicht weniger brutalen Vorgehens des Militärs, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Nach der Rückkehr nach Huánuco berichtete er darüber der Presse und dem Fernsehen. Daraufhin wurde er mit dem Tod bedroht und sah sich gezwungen, 1994 Peru zu verlassen.
Nach seiner Rückkehr in die Deutschsprachige Provinz war er zunächst von 1995 bis 2002 Hausoberer in Brixen und von 2003 bis 2008 in Bamberg. Seit 2008 gehörte er zur Hausgemeinschaft in Neumarkt in der Oberpfalz. Während all dieser Jahre blieb Pater Fidelis der Seelsorge eng verbunden und stellte seinen Dienst mit großer Hingabe in den Dienst der Menschen. Im Mai 2026 kam er in die Gemeinschaft für Senioren nach Ellwangen. Am 13. September 2026 starb er im Hospiz St Anna im Alter von 94 Jahren. R.I.P.