geboren am 04.06.1909 in Hüttlingen/D
Zeitliche Gelübde: 03.10.1928
Ewige Gelübde: 27.03.1932
Priesterweihe: 29.06.1932
verstorben am 10.01.1985
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Paul Vogel gehört zur Schar jener, die, obwohl selber nie in der Mission, ihre missionarische Berufung in der Ausbildung von Missionaren verwirklichen. Wie oft mag er wohl in sich den Wunsch verspürt haben, in die Mission zu ziehen und den Glauben zu verkünden. Aber der Gang seines Lebens, verankert in Gottes Willen, hat es ihm nicht erlaubt. Angehende Missionare zu unterrichten und zu erziehen wurde seine Lebensaufgabe. Damit führte er eine Familientradition weiter. Sein Vater war 40 Jahre lang Lehrer in Hüttlingen, wo Pater Paul am 4. Juni 1909 zur Welt kam. Sein Bruder Georg wurde Priester der Diözese Stuttgart. Sein um ein Jahr älterer Bruder Xaver schloss sich als Missionsbruder auch den Comboni-Missionaren an. Er arbeitete als Schreiner in Südafrika bis zu seinem Tod 1968. Paul trat in das eben eröffnete Seminar von Josefstal ein. Von dort zog er dann nach Milland, wo er das Noviziat begann und am 3. Oktober 1928 die ersten Gelübde ablegte. Er besuchte die theologischen Vorlesungen am Priesterseminar von Brixen. Am 27. März l932 legte er die ewigen Gelübde ab. Im gleichen Jahr noch wurde er am 29. Juni im Dom zu Brixen zum Priester geweiht.

Nach der Priesterweihe begann er mit Eifer seine Tätigkeit als Erzieher und Lehrer in Unterpremstätten bei Graz. Es waren Jahre politischer Unsicherheit, und schwarze Wolken sammelten sich am Horizont. Nach einem zweijährigen Einsatz als Seminardirektor von Bad Mergentheim wurde Pater Paul beim Ausbruch des 2. Weltkrieges zum Militärdienst einberufen und war bis zum Kriegsende als Sanitäter eingesetzt. Er fiel in russische Gefangenschaft. Vor seiner Deportation nach Sibirien gelang ihm die Flucht. Kaum von der Gefangenschaft heimgekehrt, stellte er sich freiwillig als Kaplan der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich zur Verfügung, wo er selbst als Gefangener behandelt wurde.

Nach dieser langen Unterbrechung wurde er 1948 entlassen und konnte wieder seine Arbeit als Erzieher aufnehmen und zwar in Ellwangen (1948–1951), dann Unterpremstätten (1951–1961) und schließlich in Saldaña/Spanien (1962–1967). Er war ein strenger Erzieher und Lehrer, und seine Schüler lernten viel bei ihm. Mit Erfolg übte er sein musikalisches Talent zum Wohl der Studenten aus und half ihnen, ihre eigenen Talente zu entdecken. Er war dynamisch und stets voll Unternehmungsgeist. In Spanien führte er seine Tätigkeit als Lehrer weiter und diente der Gemeinschaft gleichzeitig auch als Verwalter. Sein musikalisches Talent fiel auch dort wohltuend auf und erregte Aufsehen.

1967 wurde er in die DSP zurückversetzt und zum Hausverwalter von Milland ernannt. 1970 kehrte er in sein Heimatland Deutschland zurück, wo ihm eine Seelsorgestelle in einem Krankenhaus von Bad Mergentheim anvertraut wurde. Er erfüllte diesen Dienst zwölf Jahre lang mit viel Eifer und wurde sehr geschätzt.

Sein Gesundheitszustand ließ allmählich zu wünschen übrig, so dass er sich im Oktober 1984 nach Josefstal zurückziehen musste. Von den Mitbrüdern und Postulanten wurde er liebevoll betreut, doch dann erlitt er einen Gehirnschlag, der am 10. Januar 1985 zu seinem Tod führte. Jetzt ist er beim Vater, um seinen Lohn zu empfangen für seine Arbeit zum Wohl der Jugend. Er wurde im Ellwanger Stadtfriedhof neben seinen Mitbrüdern beigesetzt.

R.I.P.

Pater Alois Eder