geboren am 18.04.1912 in Terenten/I
Zeitliche Gelübde: 09.09.1934
Ewige Gelübde: 09.09.1940
verstorben am 15.03.1985
beigesetzt in Ellwangen/D

Bruder Johann B. Lamprecht stammte aus Terenten/Südtirol und wurde am 18. April 1912 geboren. Am 18. Januar 1932 trat er als Postulant in Milland ein, begann dort am 9. September 1932 das Noviziat und legte am 9. September 1934 die ersten Gelübde ab. Bis zu seiner Ausreise in die südafrikanische Mission arbeitete er in Milland in der Landwirtschaft und versuchte sich als Schuster, Schneider und Koch. Am 14. November 1937 bestieg er in Hamburg das Schiff, das ihn nach Südafrika brachte.

Dort legte er am 9. September 1940 in Barberton die ewigen Gelübde ab. Als äußerst aktiver Mensch begann er nun mit großem Eifer und Kompetenz seine Bautätigkeit und baute Kirchen, Schulen, Pfarrhäuser usw. Die Ergebnisse seiner Arbeit sind heute auf fast allen Missionsstationen der Diözese Witbank zu sehen: Middelburg, White Waters, Maria Trost, Glen Cowie, Mashabela, Acornhoek, Luckau. An letzterem Ort baute er das Knabenseminar der Diözese. Die Fenster der Seminarkirche stammen von der Kirche des Priesterseminars von Brixen, das damals radikal umgebaut und erneuert wurde. Es war eine Freude für den damaligen Bischof von Brixen Dr. Josef Gargitter und den Seminarregens, dass die Fenster wieder einen so ehrenvollen Platz einnehmen konnten.

Während des 2. Weltkrieges wurde auch Bruder Johann zusammen mit anderen deutschsprachigen Mitbrüdern für kurze Zeit in Koffiefontein interniert. „Die letzten zwei Jahre war ich in Glen Cowie, wo ein Baumeister mit uns Brüdern das Noviziat für die schwarzen Schwestern, ein Priesterhaus und eine Arztwohnung baute. Bruder Valentin Poznic und ich arbeiteten als Maurer, Bruder Vogel als Schreiner und Zimmermann. Bruder Valentin übernahm die elektrischen Arbeiten, Bruder Häring lieferte Sand und Steine. Hätte ich doch schon früher Gelegenheit gehabt, bei einem solchen Baumeister zu arbeiten und zu lernen!“ (Bruder Johann Baptist Lamprecht, 1961).

1967 wurde er aufgrund seines prekären Gesundheitszustandes in die DSP versetzt und der Hausgemeinschaft Josefstal zugeteilt, wo er bis zu seinem Tod als Hausmeister gewirkt hat. Ständig bereit zum Helfen und sich nützlich zu machen, übernahm er die niedrigsten Dienste im Haus: er putze Gemeinschaftsräume und Gänge, half beim Geschirrspülen, bereitete die Tische für die Mahlzeiten vor usw. Gebet und Humor gingen bei ihm Hand in Hand. Wenn er sich unbeobachtet fühlte, sah man ihn bei der Arbeit manchmal allein lachen. Da hatte er sich sicher wieder einen Witz ausgedacht, den er dann beim Mittagessen zum Besten gab. Man fühlte sich wohl in seiner Nähe.

Während seiner Freizeit nahm er gerne ein Buch zur Hand und versuchte sich weiterzubilden. Seine Offenheit für Neues und für die anderen zeigte sich auch den jungen Mitgliedern der Gemeinschaft und den Besuchern gegenüber. Er war sehr interessiert an der Entwicklung der Kirche und der Kongregation. Von ganzem Herzen bejahte er die Wiedervereinigung der beiden Comboni-Kongregationen. Er unterhielt sich gern mit den Mitbrüdern der Deutschsprachigen Provinz oder anderer Provinzen, die die Gemeinschaft von Josefstal besuchten. Dabei war ihm seine Kenntnis der englischen und italienischen Sprache eine große Hilfe.

Mit großem Vergnügen erzählte er von seinen Missionserfahrungen, wobei er dann und wann seine Schilderungen mit Witzen anreicherte. Er beeindruckte alle, insbesondere die Jungen, durch seine Offenheit und seine frohe und aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft.

In der Nacht vom 14. auf den 15. März 1985 ist Bruder Lamprecht in Ellwangen verstorben. Schon länger war er kränklich, aber nun ist er doch ganz allein von uns gegangen. Am 18. März wurde er begraben. Sein Neffe Pater Eduard Falk aus Brixen sollte die Predigt halten, aber wegen der Schneemassen in Süddeutschland kam er zu spät dazu. Möge unser guter und froher Mitbruder im Himmel vom Herrn seinen Lohn empfangen.

R.I.P.