geboren am 04.09.1913 in Unterschneidheim/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1934
Ewige Gelübde: 25.12.1938
Priesterweihe: 29.06.1939
verstorben am 05.10.1986
beigesetzt in Ellwangen/D

Am Vorabend des Erntedankfestes hat der Herr Pater Franz Xaver Bühler als reife Frucht zu sich genommen. 55 Jahre lang, die beiden Noviziatsjahre eingeschlossen, war er Comboni-Missionar, und 47 Jahre hat er als Priester gedient. Am 5. Oktober 1986 hat er uns verlassen. Als er 1984 aus Gesundheitsgründen seine priesterliche Tätigkeit aufgeben musste, war er am Ende seiner Kräfte. Er litt darunter, dass er seinen Lebensabend ohne priesterlichen Dienst verbringen musste.

Pater Franz Xaver Bühler kam am 4. September 1913 in Unterschneidheim/Baden-Württemberg zur Welt. Die christliche Gemeinde von Unterschneidheim hat unserer Kongregation viele Priester und Brüder geschenkt. Mit Pater Franz Xaver Schmid gehörte er zu den ersten der Gruppe, die sich 1927 aus dem Ellwanger Umfeld den Comboni-Missionaren anschloss. Nach dem Abschluss des Gymnasiums begann er 1932 in Brixen das Noviziat und legte am 9. September 1934 die erste Profess ab. Dann besuchte er am Priesterseminar von Brixen die Vorlesungen in Theologie. Am 25. Dezember 1938 legte er die ewigen Gelübde ab und am 29. Juni 1939 wurde er im Dom von Brixen zum Priester geweiht. Wegen des Ausbruchs des zweiten Weltkrieges konnte er nicht mehr in die Mission ausreisen. Die meisten unserer Häuser wurden damals für militärische Zwecke besetzt, und der Seminarbetrieb musste eingestellt werden.

Pater Bühler hat von 1939 bis 1949 in der Ellwanger Gegend in der Pfarrseelsorge gearbeitet. Von 1949 bis 1955 war er Rektor unseres Seminars in Bad Mergentheim, das der Kongregation eine Anzahl von guten Missionaren zugeführt hat. Dann wurde er von 1955 bis 1960 als Spiritual unserer Scholastiker im Viale Vaticano 50 nach Rom versetzt. Er nahm diesen Posten nur schweren Herzens an, und es kostete ihn ein bedeutendes Opfer und viel Selbstüberwindung. Er fühlte sich überfordert und nahm die Aufgabe nur aus purem Gehorsam an. Fünf Jahre lang erfüllte er diesen Dienst. Trotz großer Anstrengung gelang es ihm nicht, die italienische Sprache zu meistern. Dass ihn die Oberen trotzdem mit dieser Aufgabe betrauten, zeigt, dass sie großes Vertrauen in ihn hatten.

Nach seiner Rückkehr von Rom 1960 war er für kurze Zeit Rektor des Seminars von Neumarkt. Von 1961 bis 1970 war er Hausoberer und Erzieher im Seminar von Unterpremstätten. Das Haus wurde während des Krieges vom Militär besetzt und musste deshalb gründlich restauriert werden. Deutsche, russische und englische Soldaten hatten hintereinander das Haus benutzt und hinterließen es in einem kläglichen Zustand. Pater Bühler ging an diese schwierige Arbeit heran und erntete viel Lob für die gelungene Restaurierung, die er mit viel Einsatz und Geduld geleitet hatte, so dass man wieder komfortabel darin wohnen konnte. Da es nun in einem guten Zustand war, konnte es in den achtziger Jahren gut verkauft und mit dem Erlös ein neues Seminar in Messendorf gebaut werden.

1970 übernahm Pater Bühler die Pfarrei Grosskuchen im Distrikt Aalen. 1985 musste er die Pfarrei aus Alters- und Gesundheitsgründen abgeben und sich nach Josefstal zurückziehen, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Er starb am 5. Oktober 1986.

Pater Bühler erfüllte alle seine Aufgaben treu und gewissenhaft: als Priester, Hausoberer, Verwalter und Spiritual in unseren Häusern und als Pfarrer und Priester in der Seelsorge. Er suchte nie Anerkennung oder Lob. Vielen erschien er als eher rau und ernst, und das war er auch. Aber wer ihn als Priester aufsuchte, mit ihm zu tun hatte, begann ihn zu schätzen. Wir danken ihm für sein priesterliches Beispiel treuer Pflichterfüllung. Während unserer Provinzversammlung wurde Pater Bühler zu Grabe getragen. Auf diese Weise konnten ihm viele Mitbrüder das letzte Geleit gehen.

R.I.P.