geboren am 11.01.1910 in Manholz/D
Zeitliche Gelübde: 19.03.1930
Ewige Gelübde: 25.12.1935
verstorben am 21.01.1987
beigesetzt in Ellwangen/D

Bruder Karl Eigner wurde am 11. Januar 1910 in Manholz (Bayern) geboren. Im Alter von 17 Jahren trat er als Bruderpostulant in Josefstal ein. Er war bereits ein tüchtiger Schneider. Am Weihnachtsfest 1927 begann er in Milland das Noviziat und am Fest des hl. Josef (19. März) 1930 legte er seine ersten Gelübde ab. Am Weihnachtstag 1935 weihte er sich endgültig durch die ewigen Gelübde dem Herrn und der Mission. Er hat praktisch sein ganzes Leben lang das Schneiderhandwerk ausgeübt. Bis 1940 verblieb er als Schneidergehilfe in Milland. 1940 wurde er nach Mellatz versetzt.

Nach acht Monaten wurde er 1941 zum Militär einberufen und als Sanitäter an die Front geschickt. Er wurde fünf Mal verwundet. Gegen Kriegsende fiel er in russische Gefangenschaft, wurde aber im August 1945 bereits entlassen. Er kehrte gleich nach Mellatz zurück und nahm seine Arbeit in der Schneiderei wieder auf. 1958 musste er die Hausgemeinschaft wechseln und ins Scholastikat nach Bamberg umziehen. Als Pförtner und Schneider hatte er dort die Hände voll zu tun. Während der letzten zwei Lebensjahre litt er an einer Nierenkrankheit. Bruder Hans Abt, der damals zur Hausgemeinschaft Bamberg gehörte, erwies sich als ein sehr umsichtiger Krankenwärter. Immer wieder musste Bruder Karl für einige Wochen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Zeit vom November 1986 bis zu seinem Tod verbrachte er in einem kleinen Krankenzimmer in Ellwangen, und Bruder Abt betreute ihn. Bruder Karl war sehr dankbar für diesen brüderlichen Beistand. Der Provinzial und die Mitbrüder der DSP danken Bruder Abt für seinen aufopferungsvollen Dienst. Bruder Karl verschied am 25. Januar 1987 in Ellwangen.

Bruder Karl war ein sehr schweigsamer Mitbruder. Er wollte nicht auffallen. Die Mitbrüder waren beeindruckt von seinem selbstlosen Dienst als Schneider, Pförtner und Sakristan. Er freute sich, wenn Mitbrüder ihn in seiner Schneiderei besuchten. Er war humorvoll und verlieh seiner Freude auch sichtbaren Ausdruck. Während seiner Krankheit war er für jeden Besuch und für jedes ermutigende Wort dankbar. Als Pförtner begegnete er vielen Leuten. Viele kannten ihn und alle schätzten den guten, sehr menschlichen Pförtner. Ich glaube, viele Menschen kehrten froher nach Hause zurück und fühlten sich bereichert durch die Begegnung mit dem Bruder. Sein jüngerer Bruder Georg war auch Comboni-Missionar und wirkte viele Jahre in der südafrikanischen Mission.

Bruder Karl spielte gerne Billard und war ein guter Spieler. Es ging ihm nicht um den Sieg, ihm war das Beisammensein wichtig. Er nahm an allen Tätigkeiten der Gemeinschaft teil: am Gebet, an der Arbeit und am Spiel. Karl war immer zur Stelle. Die Mitbrüder und Hausgemeinschaften, in denen er gearbeitet hatte, sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Möge der Herr ihn reichlich belohnen.

R.I.P.

Pater Georg Klose