geboren am 06.04.1908 in Schwarzensee/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1935
Priesterweihe: 29.06.1939
verstorben am 29.06.1941
beigesetzt in Tauroggen/Litauen

Pater Franz Xaver kam in Schwarzensee/Bayern am 6. April 1908 zur Welt. Im Alter von 25 Jahren trat er am 8. September 1933 als Postulant in Milland ein. Bereits am 10. Oktober 1933 begann er das Noviziat und legte am 9. September 1935 seine ersten Gelübde ab. In Ehingen an der Donau hatte er die Oberschule besucht. An der theologischen Fakultät von Bamberg studierte er Philosophie und am Priesterseminar von Brixen Theologie. Am 25. Dezember 1938 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde am 29. Juni 1939 vom Fürstbischof von Brixen, Dr. Johannes Geisler, zum Priester geweiht. Die ersten zwei Priesterjahre verbrachte er als Aushilfspriester in Mellatz.

Am 18. April 1940 wurde er zum Militär einberufen und kam als Sanitäter nach München. Im April 1941 wurde er an die russische Front in Litauen versetzt. Er starb am 29. Juni 1941 in Pozere durch einen Schuss in die Brust. In der Früh, es war der zweite Jahrtag seiner Priesterweihe, feierte er in der Pfarrkirche die heilige Messe. Bereits um acht Uhr früh kam es in einem Waldgebiet zu einer Schießerei mit versprengten russischen Soldaten, der Pater Franz und fünf weitere Kameraden zum Opfer fielen. Am Tag darauf wurde er im Dorffriedhof von Pozere von seinen Kameraden zu Grabe getragen. Im Dezember 1942 wurden seine Überreste aus Sicherheitsgründen nach Tauroggen (Litauen) überführt und dort wieder beigesetzt.

Der Oberstabsarzt und Kompaniechef schrieb einen kurzen Brief an den Vater des Gefallenen, in dem er sagte: „Wir verlieren in dem Toten einen braven Soldaten und guten Kameraden. Als Ordenspriester ist ihm der soldatische Dienst nicht schwer geworden, da er schon in seinem Berufe dauernd unter dem Gesetz des Gehorsams gestanden ist. Wenn sie daran denken, dass Ihr Sohn an seinem Todestag in der Frühe noch eine heilige Messe gelesen hat, so wird ihnen das sicher ein kleiner Trost in Ihrem großen Schmerz sein“.

Generalsuperior Pater Johann Deisenbeck erhielt ein Schreiben, in dem die Beerdigung geschildert wurde. Darin heißt es unter anderem: „Erschüttert brachten wir die sterblichen Überreste zu Tal und legten sie in der Kirche vor der Kommunionbank nieder. Der Ortspfarrer stellte sofort aus freien Stücken einen Sarg kostenlos zur Verfügung auf die Mitteilung, dass er Priester war. Als wir am nächsten Tag zur Beerdigung ins Dorf wiederkamen, standen viele Blumen am Sarg und sehr viele Gläubige waren zur Stelle. Die Glocken stimmten ein langes Totengeläute an. Der Oberarzt spielte die Orgel, als der Sarg um die Kirche getragen wurde. Ein Salesianer-Kamerad vollzog den kirchlichen Ritus und hielt eine sehr feine Gedächtnisrede“.

1944 wurden die während der Rückzugskämpfe in Tauroggen gefallenen 668 deutschen Soldaten beigesetzt. Auf acht liegenden Schrifttafeln im Friedhof stehen die Namen der Gefallenen.

R.I.P.