geboren am 07.11.1911 in Klepsau (Baden)/D
Zeitliche Gelübde: 28.05.1933
Ewige Gelübde: 28.05.1939
verstorben am 26.12.1981
beigesetzt in Glen Cowie/RSA

Am vergangenen 7. November hatte Bruder Alois Stang mit seinen Mitbrüdern in Glen Cowie seinen 70. Geburtstag gefeiert. Eine Woche später musste er sich einer Operation unterziehen, von der er sich nicht mehr erholte. Am 26. Dezember, dem Boxing Day, fand das alljährliche Brüdertreffen in Glen Cowie statt. Fast alle Brüder waren gekommen. Obwohl Bruder Stang schwach und müde war, freute er sich doch sehr, alle zu sehen und mit ihnen beisammen zu sein. Wegen seiner körperlichen Schwäche feierten wir die Eucharistie im Aufenthaltsraum. Er war mit Andacht bei der Feier dabei und empfing die heilige Kommunion. Zwei Stunden später war er tot. Er starb plötzlich und ganz unerwartet während unserer Grillparty. Laut Obduktion starb er an Darmdurchbruch und inneren Blutungen.

Am Fest der Unschuldigen Kinder verabschiedeten wir uns von Bruder Alois und begruben ihn neben den verstorbenen Mitbrüdern auf dem Missionsfriedhof von Glen Cowie. Fast alle Patres und Brüder der Provinz nahmen am Sterbegottesdienst teil und auch viele Schwestern und Gläubige. Zwanzig Priester zelebrierten mit dem Bischof die heilige Messe.

Alois wurde in Klepsau, Baden-Württemberg, geboren. Dort ist er mit acht Geschwistern aufgewachsen. Im Alter von fünfzehn Jahren trat er als Bruderkandidat in Josefstal ein. Das Missionshaus hatte ein Vetter von ihm, Pater Isidor Stang, wenige Jahre zuvor gegründet. Dort begann er am 24. Mai 1931 das Noviziat und schloss es mit den ersten Gelübden am 28. Mai 1933 ab.

Schon bald durfte er nach Südafrika ausreisen. Er begann seinen Einsatz in Maria Trost, Lydenburg, wo er zwei lange Perioden wirkte: von 1933 bis 1946 und von 1950 bis 1964. Am 28.Mai 1939 legte er in Glen Cowie die ewigen Gelübde ab.

Obwohl Bruder Alois Sohn einer Bauernfamilie war, war er Maurer von Beruf, und hat als solcher in der Mission jahrelang kostbare Arbeit geleistet. Wo immer er gebraucht wurde, ist er eingesprungen und hat bereit und froh geholfen. Obwohl Bruder Alois die meiste Zeit in Maria Trost verbrachte, hat er aber auch auf vielen anderen Missionsstationen mitgearbeitet. Seine Bauten sind Zeugen seiner Fähigkeiten, seines Eifers und seiner Sorgfalt. Die letzten 16 Jahre verbrachte er als Gärtner in Mashabela, wo er nach den Worten des Bischofs „die Wüste in ein Paradies verwandelt hatte“. Bruder Stang war ein liebenswürdiger Mitbruder. Er war bescheiden, vorbildlich in der Erfüllung seiner Pflichten und immer gut auf. Er hatte eine solide Spiritualität und behandelte die Mitmenschen mit Respekt. Wegen seiner Güte und Aufrichtigkeit schätzen alle seine Gesellschaft. Die vielen Gläubigen, die mit dem Bischof und den Mitbrüdern den Sterbegottesdienst feierten, sind der klare Beweis dafür.

Drei Stunden vor seinem Tod übergab mir Bruder Stang einen Brief, in dem er um die Erlaubnis bat, im Mai 1982 in Heimaturlaub zu gehen. Er hat ihn nicht mehr antreten können. Der Herr hat ihn in die bessere Heimat gebracht, in den ewigen und viel schöneren Urlaub.

Sein Tod reißt eine Lücke, die nicht mehr geschlossen werden kann. Über 50 Jahre hat er dem Herrn treu in seinem Weinberg gedient. Er möge ihm diesen Dienst überreich belohnen in seiner Herrlichkeit. Lieber Bruder Alois, ruhe im Frieden des Herrn!

R.I.P.

Pater Gebhard Schmid