geboren am 08.01.1906 in Campill BZ/I
Zeitliche Gelübde: 09.09.1937
Ewige Gelübde: 06.01.1943
verstorben am 02.05.1982
beigesetzt in Lydenburg/RSA

Bruder Ignaz Pezzei wurde am 8. Januar 1906 in Kampill/Gadertal/Südtirol geboren. Im Jahr 1935 trat er als Bruderpostulant in Milland ein. Im gleichen Jahr begann er am 9. September das Noviziat und legte zwei Jahre später am 9. September 1937 die ersten zeitlichen Gelübde ab. Am 6. Januar 1943 weihte er sich endgültig Gott und der Mission durch die ewigen Gelübde.

Da wegen des zweiten Weltkrieges erst 1948 Missionare ausreisen konnten, arbeitete Bruder Iganz bis 1950 in Milland im Garten und in der Landwirtschaft und belieferte seine Mitbrüder mit frischem Gemüse. Gleichzeitig bildete er sich als Gärtner aus. 1950 erhielt er Sendung nach Südafrika.

In Südafrika wurde die Missionsstation Maria Trost seine Heimat und sein Arbeitsfeld. 32 Jahre lang hat er dort still und hingebungsvoll im Garten seine tägliche Arbeit verrichtet, ohne sich jemals einen Heimaturlaub zu gönnen. Er hat die Hausgemeinschaft täglich mit Gemüse versorgt. Auch Leute von Lydenburg kauften bei ihm Gemüse, besonders Inder, so dass er jeden Monat auch an den Hausobern einen Geldbetrag abliefern konnte. Er war mit Leib und Seele bei seiner Arbeit. Seit einer Beinoperation hinkte er, und der Stock wurde sein ständiger Begleiter, auch im Garten. Er hatte wohl ständig Schmerzen, aber er klagte nie darüber. Er war überhaupt sehr schweigsam, wahrscheinlich auch, weil er sich mit den Sprachen eher schwertat. Vom Morgen bis Abend war er im Garten. Um vier Uhr morgens sperrte er die Kirche auf und verbrachte dann die zwei Stunden bis zur heiligen Messe im vertrauten Gespräch mit Gott. Nach dem Gottesdienst wurde gemeinsam das Frühstück eingenommen, und dann ging’s wieder an die Arbeit in den Garten.

Bruder Ignaz hatte viele Freunde unter den Weißen und unter den Afrikanern. Viele kamen zu ihm, um frisches Gemüse und Sämlinge zu kaufen. Er behandelte alle sehr freundlich und zuvorkommend. Nach dem Abendessen unterhielt er sich gerne mit den Mitbrüdern bei einem Kartenspiel und einem guten „Drink“.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass sein Bruder Johann auch Comboni-Missionar war, der Jahrzehnte lang in Peru als Missionar gearbeitet hat und auch dort verschieden ist. Vier Neffen von ihnen haben sich ebenfalls den Comboni-Missionaren angeschlossen und wirken segensreich in der Mission oder in der Heimat. So viel Segen aus einer Familie für die Mission ist sicher auch das Verdienst von Bruder Ignaz, der bescheiden und ohne viele Worte dem Herrn, der Kongregation und der Mission gedient hat.

Am Tag vor seinem Tode spendete ihm der Hausobere die Krankensalbung, nahm seine Beichte entgegen und gab ihm die heilige Kommunion, obwohl er nicht wie ein Sterbender aussah. Er war also bestens für die Begegnung mit Gott vorbereitet. Er starb am 1. Mai 1982 in Maria Trost. Fast alle Mitbrüder und viele Leute der Pfarrei Lydenburg nahmen am Sterbegottesdienst teil und dankten Bruder Ignaz auf diese Weise für all das Gute, das er gewirkt hat.

R.I.P.

Pater Gebhard Schmid