Lesa Waluse – Gott ist gnädig

Sollte ich meinen Berufungsweg zum Priestertum mit wenigen Worten beschreiben, ich würde sagen, „Lesa Waluse“, Gott ist gnädig“, sagt Pater Ben Makungu Chola aus Sambia. Hier ist seine Geschichte.

Aus Sicht des christlichen Glaubens war meine Kindheit so glatt wie Seide. Ich wurde getauft, ich hörte meine Eltern und Großeltern beten. Ich sah sie in die Kirche gehen, und ich folgte ihnen ganz selbstverständlich. Während der Grundschulzeit ging ich zum Katechismus-Unterricht, ich empfing die ich erste Heilige Kommunion und wurde gefirmt.

Nach der weiterführenden Schule ging ich im Jahr 2000 auf die Hochschule nach Kafue. Hier änderten sich meine Träume: Mein Ziel war es Anwalt zu werden. Warum? Den Leuten sagte ich, dass ich für Gerechtigkeit und das Wohl der Armen kämpfen wollte. Doch tief in mir war ich überzeugt, dass Anwälte eine Menge Geld hatten… Ich war damals ein junger Mann, und ich glaube, Sie können mir diese „Sünde“ verzeihen: Tatsache ist, dass jeder um mich herum wusste, dass ich Jura studieren würde. Ich investierte eine Menge Energie und Zeit in mein Studium, da ich wusste, dass ich der Universität ohne gute Ergebnisse „Auf Wiedersehen“ sagen konnte.

Im Jahr 2002 wurde ich zum Vorstand der Jugendlichen in der Kleinen Christlichen Gemeinschaft von St. Ignatius gewählt. Als junger „Möchtegern“-Anwalt habe ich diesen „Ruf“ als Ansporn genommen, eine friedliche Umgebung für jedermann zu schaffen und Einheit unter die Jugendlichen zu bringen. Der Junge, der die Aufgabe vor mit innehatte, hatte die Jugendgruppe aufgeteilt, und ich überlegte, sie wieder zu Einheit und Gemeinschaft zu bringen.

Am Missionssonntag 2003 kam ein Comboni-Missionspriester in meine Gemeinde, um die Messe zu feiern. Seine Predigt verzauberte mich. Er sprach mit Leidenschaft und Lebensfreude über das missionarische Leben als ein fantastisches Abenteuer im Namen Gottes. Und er spielte Gitarre. Nach der Messe ging ich zu ihm und fragte, ob er mir das Gitarrenspielen beibringen würde. Er antwortete: „Ja, mit Vergnügen“. Bis ich das Instrument einigermaßen anständig zupfen konnte, war ich Comboni-Kandidat geworden.

Im Jahr 2005 trat ich in das Comboni-Postulat in Balaka (Malawi) ein und nahm die philosophischen und religiösen Studien am Inter-Kongregations-Seminar (ICS – heute ein Institut) in Balaka auf. Dann zog ich für das zweijährige Noviziat nach Lusaka. Das Noviziat war eine besondere Zeit für mich, um das Comboni-Charisma, die Lebensweise und die Werte kennen und schätzen zu lernen. Es war eine Zeit, um Christus „von Angesicht zu Angesicht“ zu begegnen und eine tiefere persönliche Beziehung zu ihm aufzubauen. Im Mai 2011 legte ich meine Erste Profess ab.

Ich ging nach Kenia und studierte fünf Jahre Theologie am Tangaza-College in Nairobi. Ich liebte die theologischen Seminare, und ich liebte es auch alles zu lesen und zu lernen, was mit der missionarischen und priesterlichen Identität im Geiste des Hl. Daniel Comboni zu tun hatte. Nach Abschluss des Theologiestudiums im Jahr 2015 ging in nach Uganda in den missionarischen Einsatz. Ich wurde der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz in Ombaci (West-Nil) in der Diözese Arua, 520 Kilometer nördlich von Kampala, zugewiesen. Es gab viel zu tun für mich: Besuch der elf Kapellen, Begegnung mit den 27.000 Katholiken, Treffen mit Schülern und Studenten in den verschiedenen von der Kirche geführten Schulen, insbesondere am Joseph-College.

Im April 2016 legte ich in Namugongo, in der Nähe des Heiligtums der ugandischen Märtyrer, die Ewigen Gelübde ab. Am 22. Oktober wurde ich zum Priester geweiht. Es war der Weltmissionssonntag. Am Tag meiner Weihe wurde ich mit der Mission Ombaci in Uganda beauftragt. Nach zwei Jahren bin ich immer noch hier, glücklicher als je zuvor. Ich bin kein Jurist, das ist wahr. Dennoch bin ich ein Botschafter des Friedens, ich liebe die Gerechtigkeit und bin verrückt nach Liebe, Einheit, Menschenwürde und Solidarität. Vor allem bin ich ein Zeugnis von Gottes Gnade für mich und für alle.

Quelle: Comboni.uk

2018-11-05T08:21:52+00:00