9. Januar 2026

Die Comboni-Missionare nehmen Abschied von Pater Albin Grunser, der im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Pater Albin Grunser erblickte am 3. Februar 1933 in Terenten/Südtirol das Licht der Welt. Nach Abschluss der Volksschule wurde er im Herz-Jesu Missionshaus von Milland aufgenommen. Von dort aus besuchte er die Mittelschule, das Gymnasium und das Lyzeum am bischöflichen Knabenseminar Vinzentinum. 1955 legte er in Meran die Matura ab. Im gleichen Jahr bat er um Aufnahme in die Kongregation der Herz-Jesu Missionare, heute Comboni-Missionare. Am 2. Oktober begann er in Bamberg seine spirituelle und missionarische Ausbildung. Am 13. November wurde er eingekleidet. Am 29. September 1957 schloss er mit den ersten zeitlichen Gelübden das Noviziat ab.

Damals wurden jedes Jahr einige Neuprofessen zum Theologiestudium nach Rom geschickt. Albin war einer der Auserwählten. Nach Abschluss seines Philosophiestudiums in Bamberg 1958 reiste er nach Rom und besuchte dort von 1958 bis 1962 die Propagandauniversität und schloss sein Studium mit einer Lizentiats-Arbeit ab. Am 6. Januar 1962 legte er in Rom die ewigen Gelübde ab. Am 29. Juni 1962 wurde er in Brixen durch Bischof Josef Gargitter zum Priester geweiht. Sein erster Einsatzort war Spanien. Bald nach seiner Ankunft wurde er zum Präfekten einer Gruppe von Seminaristen im erst zwei Jahre zuvor von der Kongregation eröffneten Missionsseminar San Francisco Javier in Saldaña ernannt. Gleichzeitig gab er Unterricht, da die Seminaristen keine öffentliche Schule besuchten, sondern im Haus unterrichtet wurden.

Nach nur zwei Jahren hieß es 1965 wieder die Koffer packen und das Schiff nach Peru besteigen. Peru sollte seine definitive Missionsheimat werden. Pater Albin hat 56 Jahre seines Lebens in der Mission verbracht. Seine Hauptarbeit war jahrelang die Koordinierung des Religionsunterrichts in der Diözese Tarma, der Religionsunterricht in der Mittelschule und in der Lehrerbildungsanstalt in der Bischofsstadt Tarma. Jedoch vernachlässigte er auch die wichtige Pastoralarbeit in den Pfarreien nicht. Einige Jahre war er Berater des Bischofs von Tarma. Nach seiner Pensionierung 1992 zog er nach Lima und schloss sich der Gemeinschaft des Provinzhauses an. Von 1995 bis 2002 war er Provinzverwalter, ein eher heikles und verantwortungsvolles Amt.

Im August 2021 wurde er angesichts seines hohen Alters und von auftretenden Gesundheitsproblemen in die Deutschsprachige Provinz versetzt und im Zentrum für ältere und kranke Mitbrüder in Ellwangen aufgenommen. Es fiel ihm nicht leicht, nach 56 Jahren von seiner Missionsheimat endgültig Abschied zu nehmen. Er fühlte sich aber bald sehr wohl. Nach oftmaligem Krankenhausaufenthalt mussten die Ärzte schließlich feststellen, dass eine weitere Behandlung keine Besserung mehr bringen würde. So wurde er am 30. Dezember 2025 in das nahegelegene St. Anna-Hospiz gebracht, wo er am 1. Januar, kurz nach Mitternacht, verschied. Auf persönlichen Wunsch wurde sein Leichnam in seine Heimat Terenten überführt, wo er am Samstag, 10. Januar 2026, im Ortsfriedhof beigesetzt wird.

Am gleichen Tag vor zwei Jahren verschied der Comboni-Missionar Pater Eduard Falk, der ebenfalls aus Terenten stammte. Auch dieser hatte viele Jahre in Peru als Missionar gearbeitet, 48 Jahre lang. Über 100 Jahre haben die beiden „Terenter-Missionare“ in der peruanischen Mission gewirkt. Die Verbundenheit der Heimatgemeinde mit ihren zwei Missionaren hat sich auch darin gezeigt, dass sie beide wünschten, im Heimatfriedhof beigesetzt zu werden.

R.I.P.

Pater Alois Eder, mccj
Foto oben: Raimund Dörflinger