Comboni-Missionsschwestern auf der Teeplantage

Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean vor der Südostküste Indiens. Seit März 2012 sind die Comboni-Missionsschwestern in diesem Land mit einer Gemeinschaft in Talawakelle, dem bergigen Herzen des Landes, einem Paradies zwischen Teeplantagen und Wasserfällen, präsent.

In Talawakelle, der kleinen Stadt, in der vier Comboni-Missionsschwestern leben, ist die Mehrheit der Bevölkerung Tamil. Indische Tamilen sind die Nachkommen südindischer Tamil-Arbeiter, die im 19. Jahrhundert von den Briten aus Tamil Nadu (Indien) nach Sri Lanka gebracht wurden, um dort in den Teeplantagen zu arbeiten. Die Singhalesen bilden die größte ethnische Gruppe der Bevölkerung. Es gibt noch weitere Minderheiten auf der Insel, wie die Burgher und die Mauren, die aus Mischehen von Einheimischen mit portugiesischen, niederländischen, britischen und arabischen Kolonisatoren hervorgegangen sind. Die offizielle Religion des Landes ist der Buddhismus, zu dem sich mit 69 % die Mehrheit der Bevölkerung bekennt. Hindus machen 16% aus, weitere 9% sind Muslime und etwa 7% Christen.

Die tamilische Bevölkerung in der Region Uphill ist die am stärksten benachteiligte des Landes. Es handelt sich vor allem um Hindus und Christen. Obwohl der Bürgerkrieg, der Sri Lanka 26 Jahre lang heimsuchte, 2009 endete, arbeitet die Nation immer noch auf Frieden hin. Die Tamilen, die den Konflikt verloren haben, werden als Bürger zweiter Klasse behandelt, die nur wenige Rechte haben. Ihre Arbeitsbedingungen gleichen denen von Sklaven.

Von den vier Comboni-Missionsschwestern, die in Talawakelle im Einsatz sind, stammt eine aus Polen, eine aus Guatemala, eine aus Eritrea und eine andere aus Spanien. Allein die Tatsache, dass sie trotz so verschiedener Herkunftsländer als Schwestern zusammen leben, ist ein Zeichen. Es spiegelt wider, dass es möglich ist, trotz unterschiedlicher Nationalitäten und kultureller Hintergründe in Frieden und Harmonie zu leben. Alle Schwestern arbeiten am St. Patrick College, einem Bildungszentrum, das von mehr als 500 Schülern im Alter zwischen sechs und achtzehn Jahren besucht wird. Es ist ein katholisches Institut, auch wenn mehr als die Hälfte der Schüler und Lehrer Hindus sind.

Die wirtschaftlichen Mittel des Zentrums sind sehr begrenzt, die wenigen Lehrer sind gering qualifiziert, und die Klassen sind überfüllt. Trotz aller Schwierigkeiten wirken die Freude der Kinder am Lernen und die gute Arbeit der Lehrer Wunder. 2016 wurde die erste zweisprachige Tamil-Englisch-Klasse eingerichtet. Derzeit gibt es drei zweisprachige Klassen im College. Durch den Unterricht wird den Kindern die Möglichkeit geboten, in Zukunft mehr und bessere Jobchancen zu haben.

Neben der Arbeit am St. Patrick College nehmen die Missionsschwestern auch an den Angeboten ihrer Pfarrei teil. Sie erteilen Katechismusunterricht und helfen den Alten und Kranken. Obwohl sie eine Minderheit sind, sind die Christen von Talawakelle aktiv. Sie sind auf über vierzig kleine Siedlungen in der Nähe der Teemanufakturen verteilt. Die Schwestern lernen auch die tamilische Sprache, was sie für unerlässlich erachten, um das Leben mit diesem Volk zu teilen, zu dem Gott sie berufen hat.

Quelle: combonimissionaries.co.uk

2019-03-13T08:01:03+00:00