3. Juli 2026
Der Comboni-Missionar P. Fabio Baldan ist dem Missionshaus Milland seit seiner Studienzeit in Innsbruck sehr verbunden. Er hat hier oft und gerne seine Ferien verbracht und 1992 in der Wallfahrtskirche Maria im Sand seine ewigen Gelübde abgelegt. Nach seiner Priesterweihe war P. Fabio insgesamt über zwanzig Jahre als Missionar in Südafrika tätig und hat dort die Jahre des Umbruchs und des Neuanfangs am eigenen Leib erlebt.
Meine Missionstätigkeit in Südafrika begann im Jahr vor den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 1994, die das Ende der Unterdrückung durch die Apartheid markierten. Ich arbeitete zunächst in einer Pfarrei im Nordosten des Landes und übernahm dann die Leitung unserer Zeitschrift „WorldWide, die zu einer prophetischen Stimme wurde. Es war eine besondere Zeit in der Geschichte Südafrikas. Die allgemeine Stimmung war geprägt von Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft: Die Erklärung der Vereinten Nationen zur Jahrtausendwende verpflichtete die Staats- und Regierungschefs der Welt dazu, Armut, Hunger, Krankheit und Diskriminierung zu bekämpfen. In Südafrika war es ein Ringen der ersten demokratischen Regierung um einen friedlichen Übergang von einem euphorischen Beginn der Demokratie zu den komplexen Herausforderungen, vor die sich die neue Regierung gestellt sah. Es war eine Zeit tiefgreifender Prozesse, die den Kurs des Landes für die kommenden Jahrzehnte prägen sollten. Als Missionare fühlten wir uns verpflichtet, in dieser Situation des Aufbruchs die zentralen Themen der katholischen Soziallehre Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit zur Sprache zu bringen. Pater Fabio Baldan, mccj