Nothilfe für den Sudan und den Südsudan
Dem Land fehlt es an allem – außer Waffen
Ein 22-jähriger Vertriebener in einem Flüchtlingslager berichtet: „Seit zwölf Jahren sind wir auf der Flucht. Wir haben die Blüten von
Seerosen und Gras gegessen. Dem Land fehlt alles, außer Waffen“. Mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung sind in großer humanitärer Not. Besonders betroffen sind Kinder und Frauen. Häufig sind sie schutzlos Gewalttaten, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Extremwetterereignisse, Überschwemmungen und Dürren verschlechtern die Lage zusätzlich. Pater Franck berichtet aus Kosti, 300 Kilometer südlich von Khartum: „Die humanitäre Lage ist generell schlecht. Die Preise steigen täglich. Es gibt kein Bargeld. Viele haben Schwierigkeiten, täglich Essen zu finden. Kindern aus armen Familien ermöglichen wir Zugang zu Schulbildung. Lehrergehälter, Bücher und Unterrichtsmaterial stellen wir bereit.“
Khartum: Auferstehen aus Ruinen
Ende März 2025 gelang es der Armee ins Zentrum von Khartum vorzudringen. Nach zwei Jahren Krieg gibt es hier kein Zuhause mehr.
„Sie haben alles mitgenommen oder zerstört, nichts ist geblieben“, klagt ein Rückkehrer. In der Hauptstadt befinden sich auch die Kathedrale und viele der ältesten Comboni-Missionen. Die Mitbrüder wollen zurückkehren. Provinzial Pater Diego ist nach zwei Jahren Mitte Juni zum ersten Mal wieder vor Ort: „Trotz Zerstörung und Chaos stehen unsere Gebäude noch. Die Ziegelsteine werden wieder zusammengefügt werden – es wird harte Arbeit sein. Aber noch viel schwieriger wird es sein, die Seelen der Überlebenden zu heilen.“
Bildung – Leuchtfeuer der Hoffnung auf Frieden
Durch den Krieg mussten Schulen und Universitäten geschlossen werden. Für viele junge Menschen veränderte sich das Leben dramatisch. Das „Comboni College of Science and Technology“ bietet von Port Sudan aus weiterhin online Unterricht an. Anfragen kommen von Studenten, die in den entlegensten Winkeln des Landes Zuflucht gefunden haben. Glaube und Bildung sind für diese Jugendlichen ein Leuchtfeuer der Hoffnung. „Die Fortsetzung des Studiums eröffnet ihnen eine konstruktive Alternative zum Aufbau einer friedlicheren Zukunft für das Land“, bemerkt Pater Jorge.