Pater Franco Nascimbene erledigt seine Besorgungen mit dem Fahrrad


Meine ersten Jahre verbrachte ich mit einem guten Team im Dschungel von Ecuador. Wir hatten ein schönes Haus, Personal und viel Geld aus Europa. Dann erkannten wir, dass damit ein Leben in Brüderlichkeit mit den Armen nicht möglich war. Also zogen wir in einen Pfahlbau am Meer, wie alle anderen Bewohner unseres Viertels von Guayaquil, und entschieden uns für ein karges Leben: kein Auto, kein Fernseher, kein Kühlschrank, kein Telefon, kein Computer, was uns erlaubte, mit offener Tür zu leben. Durch diese Lebensweise kannten uns die Nachbarn als Gefährten in der Nachbarschaft, die wie sie ums Überleben kämpften, bevor sie uns als Priester kannten

Unser Wort hatte Autorität, und mit Besuchen bei den Menschen förderten wir die Entstehung kleiner Gemeinschaften, die sich trafen, um über ihre Situation nachzudenken und sie mit dem Wort Gottes zu beleuchten, was zu konkreten Gesten der Solidarität und der Veränderung des Lebens in der Nachbarschaft führte. Mit wachsendem Selbstwertgefühl wurden sie fähig, mit konkreten Gesten Projekte für ein Reich der Liebe und der Gerechtigkeit zu fördern.


Pater Franco Nascimbene aus Varese (Norditalien) arbeitete nach der Priesterweihe 1979 fünfzehn Jahre in Ecuador und sieben Jahre mit afrikanischen Migranten in Süditalien. Seit über zwanzig Jahren ist er in Kolumbien tätig.