geboren am 10.01.1916 in Waldkirchen/D
Zeitliche Gelübde: 19.03.1937
verstorben am 17.05.1940 in Limal/B
beigesetzt in Hourgaerde/B

Kaum war das Hochfest unserer Kongregation, das Herz-Jesu-Fest, vorüber, da wurde das Missionshaus St. Heinrich in Bamberg in tiefe Trauer versetzt durch die Kunde, dass unser lieber Mitbruder Franz Hann nicht mehr unter den Lebenden sei. Wir alle konnten es kaum glauben, dass wir unseren lieben Mitbruder auf dieser Welt nicht mehr sehen sollten. Er hatte immer so humorvolle, originelle Briefe an uns geschrieben. Freilich fehlte dabei nie ein Hinweis auf den Ernst der Lage, in der er sich als Maschinengewehr-Schütze befand, als hätte er eine bestimmte Ahnung gehabt vom nahen Tod, der ihm bevorstand. Einmal schrieb er: „Wir hier kommen ja doch nicht mehr heim“. So viel ist sicher, er war auf alles gefasst und wohlvorbereitet. Freilich seinen geliebten Eltern gegenüber ließ er sich nichts anmerken. So schrieb er noch an Pfingsten: „Passieren wird mir nichts, es ist ja Marienmonat“. In der Tat, es war auch kein Unglück, das ihm passierte, als zwei feindliche Kugeln ihn durchbohrten: der liebe Gott hat ihn reif befunden für den Himmel, wo er sicher ein guter Fürsprecher sein wird für seine lieben Angehörigen und für die Kongregation, der er angehörte, die er aufrichtig liebte und der er fast in jedem Brief seine Treue bekundete.

In einem Gefecht bei Limal (südöstlich von Brüssel) am 15. Mai 1940 wurde unser lieber Mitbruder durch eine Schussverletzung an der linken Schulter und durch einen Brustschuss schwer verletzt. Zwei Tage später verschied er in einem Kriegslazarett. Nun ruht er in fremder Erde auf dem Friedhof von Hourgaerde.

Einer seiner Lehrer schrieb über ihn: „Sch. Hann war ein gediegener Charakter und von tiefer Religiosität.“ Sein Kompanieführer hatte ihm ein ehrendes Zeugnis ausgestellt. Möge sein Tod auch dazu beitragen, dass dem Priestertum und dem Ordensstand überall eine gerechte Würdigung zuteilwird.

Über seine letzten Stunden schreibt der Priester und Sanitätssoldat Rudolf Neubauer: „Ich wurde kurze Zeit vor seinem Sterben zu ihm gerufen. Ich traf ihn bei vollem Bewusstsein an und konnte daher einige Worte mit ihm wechseln. Er war vollkommen zufrieden und zeigte sich sehr gefasst. Auf seinen Wunsch hin spendete ich ihm die Sterbesakramente unserer heiligen Kirche. Bald darauf verlor er das Bewusstsein, und eine halbe Stunde später starb er eines sanften Todes. Am folgenden Tag habe ich den jungen Kämpfer auf dem Friedhof von Hourgaerde bestattet“.

Franz wurde am 10. Januar 1916 in der Pfarrei Waldkirchen/Bayern geboren. Am 13. Juli 1935 begann er in Bamberg das Noviziat, das er am 19. März 1937 mit der ersten zeitlichen Profess beendete. Anschließend begann er das Theologiestudium in Bamberg. Am 31. August 1939 musste er in den Krieg ziehen. Bereits im Jahr darauf, am 17. Mai 1940, starb er in Limal, in der Nähe von Brüssel, an seinen schweren Verwundungen.

R.I.P.