geboren am 21.12.1893 in Szentantal/HUN
Zeitliche Gelübde: 09.09.1916
Ewige Gelübde: 09.09.1919
Datum der Priesterweihe: 08.08.1920
verstorben am 28.12.1973
beigesetzt in Lima/PE

Eine Woche nach Vollendung des 80. Lebensjahres hat Gott unseren Mitbruder Stefan Berger heimgeholt. 63 Jahre seines Lebens widmete er Gott in unserer Gemeinschaft, davon 53 als Priester. Er gehörte zu jenen Mitbrüdern, die noch vor der Teilung bei uns eingetreten sind und in Verona und Khartum gearbeitet haben.

Geboren war er in Szentantal, Ungarn, am 21. Dezember 1893. Mit 17 Jahren kam er nach Milland-Brixen und besuchte ab 1910 dort die Oberschule. Am 9. September 1914 begann er in Milland das Noviziat und schloss es mit den ersten Gelübden am 9. September 1916 ab. Im Priesterseminar von Brixen studierte er Philosophie und Theologie. Am 9. September 1919 legte er in Milland die ewigen Gelübde ab und wurde am 8. August 1920 in Trient zum Priester geweiht.

Nach einem Jahr Sprachstudium und Aushilfe in Verona erhielt er Sendung nach Khartum und wirkte dort in Assuan und Omdurman (1921-1923). Nach der erfolgten Teilung der Kongregation reiste er zusammen mit dreizehn Mitbrüdern in die neugegründete Präfektur Lydenburg von Südafrika, wo er bei der Gründung und dem Aufbau von verschiedenen Missionen eingesetzt wurde (Barberton, Maria Trost, Lydenburg, Glen Cowie, Ermelo). Von 1925 bis 1927 war er Stellvertretender Apostolischer Präfekt.

1933 wurde er nach Europa zurückgerufen und in die Niederlassung von Premstätten bei Graz versetzt (1933-1938). Hier wirkte er als Lehrer und Spiritual der Studenten. Von 1939 bis 1945 war er als Spiritual in Josefstal eingesetzt und half gleichzeitig in der Seelsorge aus. Von 1945 bis 1948 arbeitete er wieder in Premstätten, und zwar als Seelsorger von englischsprechenden Soldaten der Besatzungsmacht.

Nach zehn Jahren war es wieder möglich, Missionare auszusenden. Pater Berger wurde für Peru bestimmt. Dieses Land wurde zu seiner neuen Heimat. Er wurde gleich zum Professor am Diözesanseminar in Huánuco ernannt, das unser Mitbruder Andreas Riedl leitete. Gleichzeitig half er in der Seelsorge mit. Eine Zeitlang war er auch Rektor des Seminars.

1952 kam er nach Lima. Einige Jahre arbeitete er als Kaplan im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Callao. 1958 übernahm er im Kolleg Maria Goretti der Schwestern von Vierzehnheiligen (Hauptsitz in Bamberg) die Stelle des Spirituals und Religionslehrers. Obwohl er in den letzten zwanzig Jahren allein auf einem Posten war, nahm er doch bis zuletzt immer regen Anteil an den Geschehnissen der Kongregation. Auch zum Generalkapitel 1973 gingen noch Vorschläge von ihm ein. Am 28. Dezember 1973 verstarb er im Kolleg Maria Goretti. In Lima fand er seine letzte Ruhestätte.

Sein Leben und Wirken sind nicht einfach verlaufen. Als junger Priester hatte er die unpopuläre und von oben diktierte Teilung der Kongregation erlebt; nach zwei Jahren schon musste er den Sudan gleichsam als Ausgewiesener verlassen und in Südafrika ganz neu anfangen. Er erlebte die schwierigen Kriegsjahre, die Auflösung und teilweise Zerstörung der Seminare in Deutschland und Österreich, aber auch den Wiederaufbau und die Zunahme der Missionsberufe. Mit 55 Jahren entschloss er sich, in Peru nochmals neu anzufangen und die spanische Sprache zu erlernen.

R.I.P.