geboren am 01.07.1878 in St. Lorenzen/I
Ewige Gelübde: 01.11.1898
Priesterweihe: 29.06.1904
verstorben am 28.11.1905
beigesetzt in Wau/SSD

Peter Paul wurde am 1. Juli 1878 in St. Lorenzen/Südtirol geboren. Seine Familie war von Livinallongo/Buchenstein nach St. Lorenzen umgezogen. Nachdem er einen Teil seiner humanistischen Studien in Meran beendet hatte, bat er 1896 um Aufnahme in die Kongregation der Söhne des Heiligsten Herzens. Im gleichen Jahr begann er das Noviziat in Verona und legte am 1. November 1898 die ewigen Gelübde ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Verona wurde er am 29. Juni 1904 in Brixen zum Priester geweiht.

Bald nach seiner Primiz wurde er von den Oberen in die Mission geschickt und zwar nach Wau/Sudan, wo er nach kaum einjähriger Tätigkeit am 28. November 1905 sein junges Leben dem Schöpfer zurückgab.

Über die letzten Lebenstage und seinen Tod entnehmen wir einem Brief aus Wau folgende Einzelheiten:

„Die Krankheit währte zehn Tage und zwar vom Sonntag, den 19. bis Dienstag, den 28. November. Zuerst machte sich ein schwaches Malariafieber bemerkbar, das der zu Rate gezogene syrische Arzt – der englische war gerade nach Rumbek abgereist – wenig beachtete, indem er der Hoffnung Ausdruck gab, es in ein paar Tagen zu beheben. Doch bald gesellte sich zur Malaria das Schwarzwasserfieber mit seinen schlimmen Folgen. Trotz aller Bemühungen des Arztes nahmen die Kräfte zusehends ab, so dass der Arzt bald die Hoffnung auf Genesung aufgab. Bevor noch der Arzt etwas darüber verlauten ließ, merkte der Kranke selbst sein Ende herannahen. Mit allem Eifer bereitete er sich jetzt auf seine letzte Beichte vor, die er dem gerade auf Besuch weilenden Obern der Station Kayango ablegte.

Am folgenden Tag wollte er noch dem Generalobern schreiben, doch seine Kräfte hatten schon zu sehr abgenommen. Es stellte sich eine solche Schwäche ein, dass er schon nach der zweiten Zeile nicht mehr weiterschreiben konnte. Die zwei Zeilen, die er niederschrieb, lauteten: „Hochw. Pater! Bevor Sie noch diesen meinen Brief erhalten, werde ich wahrscheinlich nicht mehr unter den Lebenden weilen; beten Sie daher für mich, verzeihen Sie mir alles“. Bei diesen Worten verlor er das Bewusstsein. Wieder zu sich gekommen, verlangte er die Krankensalbung, die ihm auch sofort gespendet wurde. Den Rest dieses Tages verbrachte er ganz in Gott gesammelt, sich auf einen guten Tod vorbereitend, indem er von Zeit zu Zeit um die Absolution bat.

Während der Nacht hielt abwechselnd einer der beiden Patres Wache. Gegen halb 12 Uhr Mitternacht verfiel er in ein Delirium. Als er am Morgen des 28. November bemerkte, wie die Patres leise miteinander sprachen, fragte er: „Was soll dieses geheime Reden bedeuten? Muss ich sterben?“ Auf die Antwort, dass es wahrscheinlich der Wille des Herrn sei, dass er sich auf einen baldigen Tod vorbereite, entgegnete er: „Wenn es sonst nichts ist, so gebt mir mein Kruzifix.“ Die heilige Kommunion, die ihm jetzt gereicht wurde, empfing er mit großer Andacht, worauf er den Psalm „Benedicite“ rezitierte und ein Dankgebet verrichtete.

Während eines neuen Deliriums wiederholte er häufig die ihm vorgesprochenen Stoßgebete. Gegen 4.00 Uhr nachmittags begann der Todeskampf, der bis 6.00 Uhr dauerte. Während dieser Zeit gab er auf keine Frage mehr eine Antwort, bemühte sich aber, die vorgesprochenen Stoßgebete nachzusprechen. Gegen 6.00 Uhr hatte er ausgelitten, indem er für das Seelenheil der armen Neger sein jugendliches Leben zum Opfer dargebracht hatte.

Der Vize-Mudir, der gleich benachrichtigt wurde, zeigte sich sehr betrübt. Am folgenden Tag fand das Begräbnis des Dahingeschiedenen statt, an dem sich der Vize-Mudir, alle höheren englischen und ägyptischen Offiziere sowie die Staatsbeamten und viele Griechen beteiligten. Der Sarg wurde von Griechen und Kopten getragen.

Jetzt bezeichnet ein einfaches Kreuz den Ort, wo seine irdische Hülle ruht. „In trüben Stunden wandle ich zu ihm, um mir dort wieder Mut und Kraft zu holen, denn nur das Gebet und das Beispiel mutiger Kämpfer, die ausgerungen, können uns in diesen schwierigen Verhältnissen noch aufrecht halten“.

R.I.P.

Pater Alois Eder