geboren am 18.11.1872 in Rülzheim/D
Zeitliche Gelübde: 25.12.1890
Ewige Gelübde: 25.12.1890
Priesterweihe: 28.04.1895
verstorben am 21.05.1954
beigesetzt in Verona/I

Pater Otto Huber stammte aus Rülzheim/Rheinland-Pfalz und wurde am 18. November 1872 geboren. Nach dem Abschluss der Oberschule in seiner Heimat bat er im Alter von siebzehn Jahren um Aufnahme in die Kongregation der Söhne des Heiligsten Herzens Jesu von Verona, wo er am 15. Dezember 1888 eintraf. Im gleichen Jahr begann er das Noviziat und legte am 24. Dezember 1890 die ewigen Gelübde ab. Am Priesterseminar von Verona studierte er Philosophie und Theologie und wurde am 28. April 1895 zum Priester geweiht. Schon am16. Mai reiste er nach Ägypten aus.

Er wurde zunächst in Kairo und Gezira eingesetzt und dann in Assuan. Dort lernte er mit Hilfe von sehr fähigen Lehrern die arabische Sprache, die er bestens beherrschte und die ihm zeitlebens bei seiner Missionstätigkeit äußerst hilfreich war, besonders im Umgang mit den Orientalen. Bis ins hohe Alter hinein hielt er gerne kurze Ansprachen in arabischer Sprache.

1900 reiste er in den Sudan aus. Er begleitete Mons. Roveggio auf dessen erster langer Missionsreise, die sie bis zur späteren Missionsstation Lul brachte. Außer diesem kurzen Aufenthalt in Lul waren seine Arbeitsfelder Khartum und Omdurman. Er hinterließ uns einige interessante Beschreibungen seiner Reisen im „Stern der Neger“ von 1905 und 1906.1903 kam er für ein paar Monate nach Europa, kehrte dann wieder ins Vikariat von Khartum zurück und wurde zum Wanderseelsorger ernannt. Während des ersten Weltkrieges wurde auch er mit den anderen deutschen und österreichischen Mitbrüdern in der Nähe von Alexandria interniert.

Nach seiner Befreiung kehrte er 1919 nach Europa zurück und arbeitete in Milland/Brixen und Verona. Bei der Trennung verblieb er beim italienischen Zweig. 1928 kehrte er nach Assuan und dann nach Khartum zurück, wo die Menschen seine Predigten in gutem Arabisch schätzten. Pater Otto kannte auch vier oder fünf einheimische Sprachen.

1931 kam er wieder nach Khartum. Von dort aus besuchte er wenigstens einmal im Jahr die arabischsprechenden Katholiken, die in den verschiedenen Zentren Nordsudans verstreut lebten, vor allem in Kassala, El Obeid und El Nahud. Wo es möglich war, reiste er mit der Eisenbahn, aber oft musste er einen Esel oder ein Kamel besteigen. Es schien, dass ihm diese langen Reisen ohne begleitenden Mitbruder zusagten. In verschiedenen Berichten beschrieb er seine Besuche und veröffentlichte sie in den Missionszeitschriften. Viele Christen von jenen Orten erinnern sich noch an seine gute Kenntnis der arabischen Sprache und an seine Fähigkeiten, die Leute zu den Sakramenten einzuladen.

1939 kehrte er endgültig nach Verona zurück, wo er in den frühen Morgenstunden am 21. Mai 1954 sein Leben dem Schöpfer zurückgab.

Mit ihm ist das Leben eines charakteristischen Mitglieds der Kongregation und der Mission zu Ende gegangen. Er war kindlich fromm, schien keine geistlichen Probleme zu haben, im Beichtstuhl konnte er Gläubigen und Mitbrüdern Frieden und Mut spenden, die sich mit Vertrauen an ihn wandten. In seiner Originalität hatte er etwas Anziehendes. Pater Huber wird immer für alle, die ihn kannten, eine unvergessliche Figur bleiben. Er schrieb viele Artikel für den „Stern der Neger“ und viele Briefe an seine Angehörigen. Sie zeugen von seinem Eifer und seiner Liebe zur Mission. In Verona betätigte er sich auch mit Eifer als Übersetzer vom Deutschen ins Italienische und umgekehrt.

R.I.P.