geboren am 02.02.1877 in Bruck-Kortsch/I
Zeitliche Gelübde: 13.10.1897
Ewige Gelübde: 13.10.1897
Priesterweihe: 06.07.1902
verstorben am 16.06.1973
beigesetzt in Brixen/I

Pater Matthias Raffeiner stammte aus Bruck-Kortsch im Vinschgau/Südtirol/Italien und kam am 2. Februar 1877 zur Welt. Nach der Volksschule besuchte er von 1889 bis 1895 das Gymnasium in Meran und schloss sich am 21. August 1895 als Postulant in Verona der Kongregation an. Dort begann er am 15. September 1895 das Noviziat und legte am 13. Oktober 1897 die ewigen Gelübde ab. Zum Theologiestudium wurde er nach Rom geschickt. Am 6. Juli 1902 wurde er in Trient zum Priester geweiht. 1904 beendete er das Studium in Rom mit dem Doktorat in Philosophie und Theologie. Von 1903 bis 1904 unterrichtete er am Seminar von Verona.

1904 wurde er zum Rektor der großen Hausgemeinschaft von Milland/Brixen ernannt. In erstaunlich kurzer Zeit gelang es ihm, den großen Schuldenberg abzubauen. Er baute den Ansitz Platsch in ein bewohnbares Haus um, das all die Jahre hindurch bis heute als Missionshaus Milland gedient hat und als solches bekannt ist. Die Bauruine zu sanieren war viel billiger als das von Pater Franz Xaver Geyer geplante, aber nur zum Teil fertiggestellte Seminar vollends zu Ende zu bauen. Es wurde 1927 an den Staat verkauft, da der Seminarbetrieb wegen Fehlens von Erziehern und Lehrern mit italienischer Staatsbürgerschaft fehlten und er deswegen eingestellt werden musste. Beim Generalkapitel 1909 erhielt der neugewählte Generalobere Pater Federico Vianello von Papst Pius X. die Erlaubnis, zwei seiner Generalassistenten persönlich auszusuchen, ohne Rücksicht auf das Ergebnis der Wahl durch das Kapitel. Pater Vianello ernannte deshalb Pater Matthias Raffeiner zum Generalassistenten, da ihm bekannt war, dass er die deutschsprachigen Mitbrüder auf seiner Seite hatte.

Ein Rektorenwechsel stand seit langem an. Pater Matthias wurde 1920 als Verwalter nach Messendorf/Österreich versetzt. 1925 wurde er für die Präfektur Lydenburg/Südafrika bestimmt. Seine Einsatzorte dort waren Maria Trost und Glen Cowie. In beiden Gemeinschaften bekleidete er auch das Rektorenamt. Nach seiner Rückversetzung nach Europa 1934 wirkte er ein Jahr als Professor im Seminar von Unterpremstätten. 1935 kehrte er nach Milland zurück und wirkte dort bis zu seinem Tod am 16. Juni 1973. Von 1935 bis 1949 war er Rektor der Gemeinschaft und anschließend bis 1951 Spiritual.  Die restlichen Jahre bis in sein hohes Alter widmete er dem Gebet und dem geduldigen Ertragen von Leid und Schmerz.

Pater Raffeiner war im vollen Gebrauch seiner Geisteskräfte bis kurz vor seinem Tod. Man staunte über sein kluges Verhalten in turbulenten Zeiten. Sein Ringen um die Gottes- und Nächstenliebe hörte nie auf, und so kam er zu der Weisheit des Alters, die das Leben an seiner Seite so angenehm machte.

R.I.P.

Pater Alois Eder