geboren am 10.01.1918 in Kleßberg/D
Zeitliche Gelübde: 17.07.1938
Ewige Gelübde: 25.12.1948
Priesterweihe: 07.08.1949
verstorben am 11.04.1964
beigesetzt in Cerro de Pasco/PE

Pater Karl Krapf erblickte am 10. Januar 1918 in Kleßberg/Bayern das Licht der Welt. Im April 1930 trat er ins Missionsseminar von Ellwangen ein und besuchte in der Stadt die Oberschule. Am 18. Juli 1936 begann er in Bamberg das Noviziat, das er am 12. Juli 1938 mit den ersten Gelübden abschloss. Dann besuchte er an der katholischen Fakultät von Bamberg die Vorlesungen in Philosophie und Theologie.

1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen und musste das Studium unterbrechen. Er machte den ganzen Krieg mit, zuerst als Infanterist und dann als Leutnant einer Panzergruppe. Dreimal wurde er schwer verwundet. Trotz der unsagbaren Gefahren, Strapazen und Leiden des Weltkriegs bleib er seinem Ideal, Ordens- und Missionspriester zu werden, unentwegt treu. So kehrte er nach Beendigung des unseligen Krieges im Juni unverzüglich nach Bamberg zurück, um an der dortigen Hochschule das Theologiestudium wieder aufzunehmen. Am 25. Dezember 1948 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde am 7. August 1949 durch Erzbischof Dr. Josef Otto Kolb vom Bamberg zum Priester geweiht.

Von 1949 bis 1957 wirkt er zwei Jahre als Präfekt in Bad Mergentheim, anschließend zwei Jahre in der Seelsorge in Bamberg und war dann bis zu seiner Ausreise nach Peru Spiritual der Gemeinschaft von Mellatz. In Peru arbeitete er zuerst in Huánuco. 1962 wurde er zum Pfarrer und Dekan von Cerro de Pasco in der Prälatur Tarma ernannt. Mit vorbildlichem Eifer begann er seine Seelsorgearbeit in der höchstgelegenen Stadt der Welt, die eines der größten Silberbergwerke der Welt besitzt, wo über 30.000 Leute zu betreuen sind. Da jedoch mit der Glaubensverkündigung allein dort nicht viel Erfolg erzielt werden kann, muss die missionarische Aufgabe auch auf viele sozial-karitative Werke ausgedehnt werden.

Gerade um für seine karitativen Werke von der Zentralstelle der Caritas in Lima neue Geldmittel zu bekommen, fuhr Pater Karl am 6. April1964 in die peruanische Hauptstadt. Am Samstag, den 11. April 1964, machte er sich mit seinem Jeep auf den Heimweg. Er besuchte kurz seinen Prälaten Bischof Anton Kühner in Tarma. In Junin begrüßte er noch spät am Abend seinen Mitbruder Pater Gulba. Dieser bat ihn, doch bei ihm zu übernachten. Doch der seeleneifrige Dekan war nicht zu überreden. Er wollte am Guten-Hirten-Sonntag in seiner Pfarrei sein und seine beiden Mitbrüder nicht allein lassen. So fuhr er um etwa 21.00 Uhr weiter. Zwanzig Kilometer von Cerro entfernt um 22.00 Uhr geschah das Unglück. Auf einer ebenen Straße stieß er in einer kleinen Linkskurve mit einem schwer beladenen Lastkraftwagen seitlich zusammen. Anscheinend war Pater Karl sofort tot. Bis heute ist die Ursache des Unfalls nicht geklärt.

Ein Militärkaplan überbrachte um Mitternacht unseren Mitbrüdern von Tarma die Schreckenskunde, die sich unverzüglich an den Ort des Unfalls begaben. Erst um 6.00 Uhr morgens konnte der Leichnam aus den Trümmern des Jeeps befreit werden. Der Verstorbene wurde im Rathaus aufgebahrt. Am 14. April begleitete der Prälat mit fast allen Mitbrüdern unter der Beteiligung einer bis dahin in Cerro noch nie so zahlreich gesehenen Trauergemeinde unseren Mitbruder zur ewigen Ruhe im Friedhof von Cerro de Pasco.

R.I.P.

Pater Alois Eder