geboren am 21.06.1901 in Aschhausen/D
Zeitliche Gelübde: 11.05.1924
Ewige Gelübde: 03.05.1927
Priesterweihe: 29.06.1927
verstorben am 08.03.1974 in Neumarkt/D
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Hermann Bauer wurde am 21. Juli 1901 in Aschhausen/Baden-Württemberg geboren. Am 28. August 1913 trat er im Alter von zwölf Jahren als Zögling ins Missionshaus Milland ein. In Brixen besuchte er das Gymnasium der Stadt. Nach dem Studienabschluss begann er am 9. September 1922 das Noviziat, das er am 11. Mai 1924 mit den zeitlichen Gelübden abschloss. Es folgte das Studium der Philosophie und Theologie am Priesterseminar von Brixen. Am 3. Mai 1927 legte er die ewigen Gelübde ab. Am 29. Juni 1927 weihte ihn Bischof Adam Hefter von Gurk/Klagenfurt zum Priester.

Die ersten zwei Priesterjahre verbrachte er in Milland als Lehrer in der Hausschule und leistete Aushilfe in den Pfarreien. Von 1929 an war er Hausoberer und Erzieher im Seminar Josefinum von Ellwangen. Seine Erzieherarbeit wurde durch die Einberufung zum Militärdienst 1941 unterbrochen. Bis zum Ende des Krieges war er als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Nach dem Krieg kehrte er nach Ellwangen zurück und wirkte von 1945 bis 1967 weiterhin als Hausoberer und Erzieher. Schließlich übergab er die Seminarleitung jüngeren Händen und zog sich ins Seminar von Neumarkt zurück, das die Kongregation dort in den fünfziger Jahren erbaut hatte.

Soweit es ihm seine Kräfte erlaubten, arbeitete er in der Missionarischen Bewusstseinsbildung mit, in der Seelsorge und besonders als Beichtvater für Priester und Schwestern. Seinen Optimismus und seine Begeisterung teilte er auch in seinem Alter noch jedem mit, der ihm begegnete.

Pater Hermann konnte nie in die Mission ausreisen, er tat aber in der Heimat sein Möglichstes und sorgte für Priester und Ordensnachwuchs. Seinem Josefinum, das 1945 zerstört worden war, galt seine ganze Liebe. Er beteiligte sich mit viel Umsicht und Einsatz am inneren und äußeren Wiederaufbau des Gebäudes.

Vielen jungen Menschen gab Pater Bauer das Rüstzeug für ihr Leben. Vielen ebnete er den Weg zum Priestertum: seit Eröffnung des Seminars 1926 sind über 100 Priester aus dem Seminar hervorgegangen. Mit viel Schwung und Optimismus stand er der Jugend mit Rat und Tat bei, die ihn schätzte und voll anerkannte.

Am 8. Februar musste er sich ins Krankenhaus begeben. Nach einer kurzen, aber schmerzlichen Krankheit verstarb er am 8. März 1974 in Neumarkt und wurde im Friedhof von Ellwangen an der Seite der verstorbenen Mitbrüder beigesetzt. Aus allen Landesteilen waren ehemalige Schüler angereist, um ihren alten „Chef“, wie sie ihn immer genannt hatten, die letzte Ehre zu erweisen. Aus persönlicher Verbundenheit, Zuneigung und Dankbarkeit waren sie angereist, um sich von ihm zu verabschieden. Die vielen Redner am Grab legten Zeugnis ab von der Beliebtheit und der Wertschätzung, die Pater Bauer überall entgegengebracht wurde.

R.I.P.