geboren am 05.01.1887 in Hallgarten/D
Zeitliche Gelübde: 01.10.1905
Ewige Gelübde: 01.10.1905
Priesterweihe: 29.06.1912
verstorben am 27.04.1962 in Laibach/D
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Heinrich Wohnhaas stammte aus Hallgarten, Diözese Speyer, und kam am 5. Januar 1887 zur Welt. Mit dreizehn Jahren reiste er nach Brixen und begann im Missionshaus Milland seine Ausbildung als Missionar der Kongregation Söhne des Heiligsten Herzens Jesu. Er besuchte das Augustinergymnasium in der Stadt und studierte am Priesterseminar von Brixen Philosophie und Theologie. Am 2. August 1903 begann er das Noviziat und legte am 1. Oktober 1905 die ewigen Gelübde ab. Am 29. Juni 1912 wurde er im Dom von Brixen vom Weihbischof Franz Egger zum Priester geweiht.

Noch im gleichen Jahr reiste er in die Sudanmission aus und begann in Assuan/Ägypten seine Missionsarbeit. 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Pater Heinrich musste nach nur dreijähriger Missionstätigkeit aufgeben, wurde 1915 kurz in Ras el Tin interniert und dann nach Europa zurückgeschickt.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Rom und Verona sandten ihn die Oberen in die Steiermark, um dort von Messendorf aus als Katechet und Kaplan zu arbeiten. 1925 wurde er zum Rektor des Missionshauses von Bad Mergentheim ernannt und 1926 nach Milland versetzt, um die Leitung des dortigen Missionshauses zu übernehmen. 1924 wurde er zum Generalsekretär der neuen Kongregation „Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu“ ernannt. Er versah diesen wichtigen Dienst bis 1935. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Verwalter des Missionsseminars Josefinum von Ellwangen (1929-1940) kam er in Kontakt mit vielen Leuten und Wohltätern.

Pater Heinrich war schriftstellerisch begabt. Unter anderen verfasste er eine Biographie von „Bischof Daniel Comboni“ und das Büchlein „Die Kongregation der Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu“. Von 1930 bis 1936 wurde er auch mit der Schriftleitung der Missionszeitschrift „Stern der Neger“ betraut, wodurch sein Name weitum bekannt wurde. In den turbulenten Kriegsjahren von 1940 bis 1943 arbeitete er sehr aktiv in der Seelsorge der Diözese mit.

Im Oktober 1943 übernahm er als Pfarrvikar die Seelsorge in Laibach und verblieb dort bis zu seinem Tod am 27. April 1962. Unter seiner Leitung wurde eine neue Kirche gebaut. Die Leute schätzten ihn wegen seiner klugen Umsicht und seines bewundernswerten Eifers.

Im Jahr 1947 schickte er an die Generalleitung einige persönliche Vorschläge für das Generalkapitel 1949. Hier einige seiner Vorschläge: „Das Kapitel müsste eine Zweckerweiterung der Kongregation beschließen, sodass sie sich nicht auf die Mission allein beschränkt (seelsorgliche Wirksamkeit in Heimat und Übersee). Auch die Brüder dienen der Seelsorge. Das Laienapostolat ist eine Hauptforderung der Gegenwart und Zukunft. Gewisse Befugnisse sollten grundsätzlich an den Generaloberen übertragen werden. Als nächste Gründungen müsste das Kapitel, außer der längst fälligen Niederlassung in Rom, eine in England anstreben und beschließen. Der völlig veränderten Welt- und Zeit- und Kirchenlage müsste auch das Kapitel voll Rechnung tragen, indem es der Kongregation eine mehr elastische Form gibt“.

Pater Wohnhaas verschied nach kurzer, schwerer Krankheit an seinem Wirkungsort Laibach. Er wurde inmitten seiner Mitbrüder im Friedhof von Ellwangen begraben. Nach seiner Beerdigung wurde in der Lokalpresse bemerkt, dass den vielen Trauergästen bei der Beerdigung aufgefallen war, dass die gewohnte Grabrede, die Würdigung des Lebens des hochverdienten Priesters fehlte. Als Grund wurde angegeben, dass das bei Ordensleuten so Brauch sei. Schlicht und einfach wurde der Leib des Priesters der Erde zurückgegeben, von der er genommen worden ist. Vielleicht ist diese Art von Begräbnisfeierlichkeiten die ergreifendste, weil dadurch deutlich zum Ausdruck kommt, dass der Mensch mit all seinen Verdiensten und Schwächen allein vor seinem Herrgott im rechten Licht steht.

R.I.P.