geboren am 18.12.1913 in Oberschneidheim/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1933
Ewige Gelübde: 25.12.1937
Priesterweihe: 29.06.1938
verstorben am 19.10.2004
beigesetzt in Ellwangen/D

Im Alter von 91 Jahren starb Pater Franz Xaver Schmid am 19. Oktober 2004 in Ellwangen auf der Krankenstation der Comboni-Missionare. Trotz seines hohen Alters kam sein Tod überraschend, denn er war kaum ernsthaft krank. Allerdings litt er seit Jahren an Schwerhörigkeit, was seine Kommunikation mit den Mitmenschen erheblich erschwerte.

Pater Franz Xaver Schmid wurde am 18. Dezember 1913 in Oberschneidheim, Diözese Rottenburg Stuttgart, in einer kinderreichen Familie geboren. Aus den elf Kindern gingen fünf geistliche Berufe hervor: zwei Priester (mccj), ein Ordensbruder (Ofmcap) und zwei Ordensschwestern.

Die ersten Klassen Volksschule besuchte Franz Xaver in Unterschneidheim. Durch den unermüdlichen Berufswerber Pater Adolf Stadtmüller kam Franz Xaver 1927 in das Internat Josefinum der Comboni-Missionare in Ellwangen. Damals hießen die deutschen Comboni-Missionare noch Missionare Söhne des heiligsten Herzens Jesu. In Ellwangen ging er dann von 1927 bis 1931 an das Gymnasium. Am Fest des Hl. Petrus Claver 1931 wurde er in Brixen eingekleidet und begann sein Noviziat. Seine philosophischen und theologischen Studien machte er am Priesterseminar in Brixen. Am 25. Dezember 1937 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde am 29. Juni 1938 im Brixner Dom zum Priester geweiht. Am 3. Juli 1938 feierte er in Unterschneidheim seine Primiz. Weil ausgerechnet am Primiztag die Maul- und Klauenseuche ausbrach, durften die kirchlichen Veranstaltungen am Nachmittag nicht mehr stattfinden. Dies war auch eine Schikane der Nationalsozialisten. Bemerkenswert ist die Feststellung: In allen Viehbeständen in Oberschneidheim brach die Rinderseuche aus, nur nicht im Stall der Familie des Neupriesters.

Pater Franz Xaver war für einen Missionseinsatz in Peru vorgesehen. 1939 hatte er bereits das Einreisevisum. Er hätte zur zweiten Gruppe gehört, die in die neu übernommenen Aufgaben in Peru reisen sollte. Doch das erlaubten die Nationalsozialisten kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges nicht. Er musste also in der Heimat bleiben.

Er hatte kaum Zeit, Erfahrungen in der Pastoral als Priester zu sammeln, denn 1940 musste er zum Kriegsdienst einrücken. Von 1940 bis 1946 war er als Sanitäter in Russland und dort auch in Gefangenschaft. Während des Russlandfeldzuges traf er sich einmal mit seinem Bruder Josef auf der Insel Krim. Sein Bruder war Kapuziner geworden und auch zum Kriegsdienst eingezogen worden, ist aber dann kurz darauf gefallen. Im März 1946 kehrte Pater Franz Xaver aus der Gefangenschaft zurück. Eine Ausreise in die Mission war auch jetzt nicht möglich.

Er wurde sehr bald nach Bad Mergentheim versetzt, wo er mit Eifer als Seelsorger tätig war. Von 1947 bis 1964 war er Pfarrer in Neuses (Kreis Bad Mergentheim). Die erste Zeit fuhr er täglich mit dem Motorrad in die Pfarrei. Später konnte er dann im dortigen Pfarrhaus wohnen. Von 1964 bis1985 wurde ihm auch noch die Seelsorge in der Pfarrei Wachbach übertragen. Trotz eines kleinen Sprachfehlers war Pater Xaver bei den Leuten sehr beliebt. Er war ein pflichtbewusster, volksnaher, eifriger Seelsorger. Er hatte ein Herz für die Kranken. Und wenn Renovierungsarbeiten anstanden, legte er selber fest Hand mit an.

Im Alter von 72 Jahren trat er 1985 in den Ruhestand. Diesen verbrachte er zunächst zehn Jahre in Josefstal. Selbst hier übernahm er noch Aushilfen, solange das seine Kräfte erlaubten. In Josefstal machte er sich in seiner bescheidenen und hilfsbereiten Art im Haus als Mädchen für alles sehr nützlich. Keine Arbeit war ihm zu gering. Als seine körperlichen Kräfte nachließen, kam er 1995 auf die Pflegestation in Ellwangen und verbrachte seinen Lebensabend im Kreise der älteren und kranken Mitbrüder. Pater Franz Xaver durfte am 1. Dezember 1988 sein goldenes und im Jahre 1998 sein diamantenes Priesterjubiläum feiern.

Pater Franz Xaver war ein geradliniger Mann, ein guter und hilfsbereiter Seelsorger mit vielen praktischen Fähigkeiten. Als pflichtbewusster Priester lebte er für seine Gemeinden, und als frommer und geradliniger Seelsorger sagte er, was er dachte. Bei seinem vierzigjährigen Priesterjubiläum schrieb die Tageszeitung als Schlagzeile: „Er zeigt, dass Christentum nicht nur lehrbar, sondern lebbar ist“. Damit hat ihn ein Journalist gut charakterisiert. Diese Aussage können wir als Mitbrüder nur unterstreichen. Sein Beispiel als Priester und Ordensmann hat überzeugt. Er war Seelsorger mit Leib und Seele und deshalb war er selbst noch im Urlaub bereit, in seiner Heimatpfarrei auszuhelfen.

Pater Franz Xaver war auch offen für die Ökumene. Seine Kontakte zu den evangelischen Kollegen in seinen Pfarreien Neuses und Wachbach waren ehrlich und brüderlich. Katholische wie evangelische Christen erinnern sich mit Dankbarkeit an ihn. Gott schenke ihm, dem guten und getreuen Knecht, den wohlverdienten Lohn im Himmel.

Zum Requiem und zur Beisetzung auf dem Friedhof in Ellwangen waren viele Mitbrüder gekommen. Zusammen mit Pater Provinzial Silvester Engl konzelebrierten 26 Priester, unter ihnen Comboni-Missionare und Diözesanpriester aus der Umgebung von Ellwangen. Sein Landsmann Pater Andreas Thorwarth würdigte das Leben des Verstorbenen im Gleichnis vom guten Hirten. Pater Franz Xaver starb so still und ohne Aufsehen, wie er gelebt hatte.

R.I.P.

Pater Georg Klose