geboren am 04.01.1865 in Limburg/NL
Zeitliche Gelübde: 28.10.1887
Ewige Gelübde: 28.10.1887
Priesterweihe: 23.12.1888
verstorben am 21.10.1948
beigesetzt in Brixen/I

Mit dem Tod von Pater Heymans hat uns das letzte der zehn ersten Mitglieder verlassen, die sich 1885 entschlossen hatten, in die neue Kongregation einzutreten. Der aus Weert bei Limburg stammende Holländer Heymans war am 23. Oktober 1883 in das Comboni-Institut in Verona eingetreten. Am 28. Oktober 1885 begann er in Verona das Noviziat und legte am 28. Oktober 1987 ebenfalls in Verona die ewigen Gelübde ab. Das Gymnasium hatte er in seiner Heimat Weert besucht und Philosophie und Theologie in Verona studiert. Das letzte Jahr Theologie absolvierte er privat in Kairo. Dort wurde er am 23. Dezember 1988 von Bischof Francesco Sogaro zum Priester geweiht. Am 10. November 1895 legte er nach dem Brauch der Jesuiten die „vota secunda“ ab.

Nach seiner Priesterweihe begann er 1889 in Gesirah/Ägypten seine Missionstätigkeit als Lehrer in der Schule. Von 1893 bis 1894 wirkte er in der Mission von Assuan. Nach dem Rücktritt von Bischof Sogaro 1894 wurden die Namen von drei Mitgliedern der neuen Kongregation nach Rom gesandt, um aus ihnen einen Nachfolger zu wählen. In diesem Dreiervorschlag stand auch der Name von Pater Franz Heymans.

Nach dem Kauf und der Eröffnung der Niederlassung von Milland/Brixen wurde am 17. September 1895 die Hausgemeinschaft offiziell errichtet und Pater Franz Heymans zum ersten Hausoberen ernannt. Da dieser aber noch in Afrika weilte, vertrat ihn vorübergehend Pater Federico Vianello. Am 11. November 1895 trat er seinen Posten an. Zugleich wurde er auch zum Novizenmeister ernannt. Mit seinem Amtsantritt beginnt auch die Hauschronik, die eine Fundgrube für die Kongregationsgeschichte darstellt.

Es war ein schwieriger Beginn, da die Niederlassung vom Klerus von Brixen vorerst nicht gerne gesehen wurde, auch weil erst vor ein paar Jahren die Mill Hill Missionare in der Stadt ein Missionshaus errichtet hatten. So war die erste Aufgabe von Pater Heymans, Vorurteile und Schranken abzubauen, Freunde und Wohltäter zu gewinnen, das Missionshaus in der Diözese bekannt zu machen und für Missionsberufe zu werben. Es gelang ihm erstaunlich schnell und gut. Heymans gewann Fürstbischof Simon Aichner zum Freund, ebenso die Mill Hill Missionare. Nachdem Pater Franz Xaver Geyer in die Kongregation eingetreten war und das Noviziat abgeschlossen hatte, wurde er im Juni 1897 zum Rektor des Missionshauses ernannt. Pater Heymans verließ das Haus einen Monat später und kehrte über Verona nach Afrika zurück. Dort hat er von 1897 bis 1909 segensreich gewirkt.

1909 wurde er wieder nach Milland versetzt. Ein Jahr lang versah er den Dienst eines Spirituals und Beichtvaters und von 1910 bis 1913 war er Novizenmeisters. Von 1913 bis 1919 wirkte er als Regionalsuperior von Khartum. Beim Generalkapitel 1919 wurde er zum Generalassistenten gewählt. Pater Heymans wurde als Holländer zwar von den Italienern der deutschsprachigen Gruppe zugerechnet. Von dieser wurde er aber nicht ungeteilt als einer der ihren betrachtet. 1920 bis 1923 war er zugleich Rektor von Milland. Am 3. Februar trat er seinen Dienst an. Es war die schwierige Zeit nach der Abtrennung Südtirols von Österreich und der Beginn des Faschismus in Italien.

Pater Heymans war monatelang auswärts, in seiner Heimat Holland oder in Verona. Er fühlte sich nicht wohl in Brixen und überließ die Geschäfte meist seinem Verwalter und Stellvertreter Pater Alois Wilfling. Pater Heymans war allerdings nicht auf Urlaub in seiner Heimat, sondern vor allem um Geld zu sammeln, auch für das Haus Brixen. Damit bekam er zumindest die finanzielle Situation wieder in Griff, denn für Brixen waren nach dem Krieg viele Quellen materieller Unterstützung weggefallen. Bei der Teilung der Kongregation entschied er sich für den italienischen Zweig. Er nahm am Generalkapitel von 1925 teil. Von 1923 bis 1934 lebte er in Verona. Von 1928 bis 1931 war er Generalsekretär.

Pater Heymans war Mitglied des Generalrats zur Zeit der Teilung der Kongregation und bis 1909 Verwalter der Güter der Kongregation in Afrika. 1932 wandte er sich an den neuen Generaloberen, Pater Pietro Simoncelli, und hielt ihm die Ungerechtigkeit der damaligen Güterverteilung vor. Dieser aber war nicht bereit, die Angelegenheit nochmals aufzugreifen. Daraufhin verließ Pater Heymans am 9. September 1934 die italienische Kongregation, für die er sich bei der Trennung zunächst entschieden hatte, und trat am 9. Januar 1935 formell in die deutschsprachige über, als ein „Akt der Wiedergutmachung“, wie er sagte. Vom 1. Februar 1935 bis 31. Dezember1937 war er Novizenmeister in Brixen.

Man hat den Eindruck, dass Pater Heymans auf der einen Seite die Kongregation sehr liebte, in ihr eine große Rolle spielte und an verschiedenen Generalkapiteln teilnahm, aber als Holländer doch nie ganz integriert war, und sich weder in Verona noch in Ägypten, wo er sechs Jahre war, noch in Brixen ganz zu Hause fühlte. Er war sehr erfolgreich im Sammeln materieller Mittel, vor allem in seiner Heimat Holland. Damit half er dem Haus in Milland in den Jahren von 1920 bis 1923 aus großen finanziellen Nöten. Schon 1909 versuchte er, in Holland eine Niederlassung zu gründen. Dazu erhielt er aber, so schreibt er in seinen Erinnerungen, vom damaligen Generalobern Pater Vianello keine Erlaubnis.

Sein letzter Wechsel von der italienischen in die deutschsprachige Provinz 1935 brachte ihm, so scheint es, endlich Anerkennung und Friede. Und für die Mitbrüder der deutschsprachigen Kongregation war sein Kommen Genugtuung und Balsam für die immer noch schmerzenden Wunden der Teilung. Pater Mönch, der ihn in Brixen erlebte, hatte eine sehr hohe Meinung von ihm.

Pater Heymans starb in Brixen am 21. Oktober 1948 und wurde im Friedhof von Milland beigesetzt.

R.I.P.

Pater Reinhold Baumann / Pater Alois Eder