geboren am 29.03.1913 in Iglersreuth/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1934
Ewige Gelübde: 09.09.1938
Priesterweihe: 29.06.1939
verstorben am 09.03.1986
beigesetzt in Bamberg/D

Pater Eduard Weiss kam in Iglesreuth in der Oberpfalz zur Welt. Er wurde Student im Regensburger Diözesanseminar. Doch mit 18 Jahren hatte er sich für den Beruf des Missionars entschieden und trat als Postulant bei den Comboni-Missionaren von Ellwangen ein. 1932 begann er das Noviziat in Milland und beendete es am 9. September 1934 mit den zeitlichen Gelübden. Er studierte Theologie am Priesterseminar von Brixen, legte am 25. Dezember 1938 die ewigen Gelübde ab und wurde am 29. Juni 1939 in Brixen zum Priester geweiht.

Der zweite Weltkrieg verhinderte seine Ausreise in die Mission. Nach kurzer seelsorglicher Tätigkeit in Forchheim, Diözese Bamberg, wurde er Ende 1940 zum Sanitätsdienst der Wehrmacht eingezogen und geriet am Ende des Krieges in russische Gefangenschaft. Er diente den Soldaten als Priester und Sanitäter.

Obwohl er 1946 wieder frei war, war eine Ausreise in die Mission weiterhin unmöglich. So begann er wieder seine pastorale Tätigkeit in der Erzdiözese von Bamberg. Er wirkte segensreich fünf Jahre lang in der Pfarrei Schesslitz. 1951 wurde er zum Spiritual von Mellatz ernannt und arbeitete gleichzeitig in der Pfarrei Opfenbach mit. 1953 wurde er zum Hausoberen von Mellatz ernannt. Von 1955 bis 1961 war er Rektor von Josefstal.

Obwohl er bereits fünfzig Jahre alt war, nahm er ohne Schwierigkeiten die Sendung nach Spanien an. Er wurde nach Palencia in Spanien versetzt und zum Hausverwalter ernannt. Obwohl er mit der spanischen Sprache nicht mehr zurechtkam, weigerte er sich nicht, diesen Dienst zu übernehmen, und tat seine Arbeit mit seiner gewohnten Einsatzfreude von 1961 bis 1964 und von 1968 bis 1972. Seine besondere Aufmerksamkeit und Freundschaft schenkte er in allen Häusern den Brüdern. Bei so mancher harten Arbeit in Haus und Feld gesellte er sich zu ihnen. Er unterstützte sie in ihren Anliegen. Aber auch die Leute erkannten ihn als einen der ihren und schätzten seinen leutseligen Umgang.

Dann wurde er aus Gesundheitsgründen nach Bamberg versetzt. Hier arbeitete er wieder in der Seelsorge und begleitete die Pfarreien Lembach, Staffelbach und vorübergehend auch Wurgau mit viel Eifer, großer Treue und Gewissenhaftigkeit.

Pater Weiss sprach nicht viel und versuchte nie, die Aufmerksamkeit an sich zu ziehen. Auf seine Predigten und den Religionsunterricht bereitete er sich gut vor. Er bemühte sich, die vielen Veränderungen in der Kirche und in der Kongregation anzunehmen. Er verfügte über einen gesunden Hausverstand, hatte ein sehr mitfühlendes Herz und konnte leicht zu Tränen gerührt werden. Er hing an der Hausgemeinschaft, an den Mitbrüdern und an den Leuten der Pfarreien, in denen er wirkte.

Mehrere Jahre lang trug Pater Weiss in Bamberg ein schweres Leiden, das ihn immer weder von seiner geliebten Seelsorge fernhielt. Es war der Weg des endgültigen Reifens, den er in Geduld zu Ende ging. Er musste die Seelsorgearbeit ganz aufgeben, nur die Blumen und Pflanzen im Hof konnte er noch betreuen. Damals trafen sich oft junge Leute im Haus, die Missionsinteresse zeigten und einmal in der Woche mit der Hausgemeinschaft das Frühstück einnahmen. Er pflegte regen und freundlichen Kontakt mit ihnen. Oft erkundigten sich Leute von den Pfarreien, wie es um seine Gesundheit stand. Das war auch ein Zeichen der Wertschätzung für ihren Priester und Seelsorger. Er hat vielen Menschen im Verlauf seines Lebens geholfen, die ihm ihre Dankbarkeit ausdrückten. Den Mitbrüdern hat er ein Beispiel treuer Pflichterfüllung und großherziger Hingabe gegeben. Er verschied in Bamberg am 24. März 1986.

R.I.P.

Pater Alois Eder