geboren am 20.02.1937 in Lajen/I
Zeitliche Gelübde: 01.05.1959
Ewige Gelübde: 06.04.1962
Priesterweihe: 29.06.1962
verstorben am 10.05.2016
beigesetzt in Brixen/I


Pater Anton Pramstrahler erblickte im schönen Bergdorf Lajen am Eingang ins Grödental am 20. Februar 1937 das Licht der Welt. Nach einer ganz normal verlaufenen Kindheit und dem Besuch der Volksschule trat er 1948 ins Missionshaus Milland ein. Es begann damals die Blütezeit des Seminars. Wegen der steigenden Zahl der Studenten wurde es in den fünfziger Jahren vergrößert, so dass es zeitweise über hundert Studenten beherbergen konnte. Jeden Tag machten sich diese morgens auf den Weg zur Schule ins bischöfliche Seminar Vinzentinum. Nach Abschluss der humanistischen Studien begann Anton 1957 in Bamberg das Noviziat, das er am 1. Mai 1959 mit den zeitlichen Gelübden beendete. Im Priesterseminar von Brixen studierte er Theologie. Am 6. April 1962 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde im gleichen Jahr am 29. Juni 1962 von Bischof Josef Gargitter in Brixen zum Priester geweiht. Nun stand ihm der Weg in die Mission offen. Doch vorerst ging es einmal nach Spanien.

Spanien (1963–1978)

Ende 1960 hatten die deutschen Comboni-Missionare in Saldaña/Spanien ein Seminar eröffnet. Die rasch wachsende Schar der Studenten brauchte junge Erzieher. So wurde Pater Anton 1963 nach Spanien versetzt und gleich nach seiner Ankunft mit der Begleitung und Erziehung von Studenten in Saldaña betraut. 1970 wurde die Wiedervereinigung der beiden in Spanien anwesenden Zweige der Comboni-Missionare um neun Jahre vorausgenommen, was die Zusammenlegung der Seminare, Noviziate und Scholastikate zur Folge hatte. Pater Anton wurde 1970 zum Rektor von Saldaña ernannt und 1973 für die gleiche Aufgabe nach Palencia versetzt. Gleichzeitig wurde er in den Rat der vereinigten Provinz gewählt.

In jenen Jahren war die Erweiterung von Seminaren noch voll im Gang. In Saldaña wurde der dritte und in Palencia der zweite Bauabschnitt errichtet. Hier wurde auch das Landwirtschaftsgebäude ganz neu geplant und gebaut. Pater Anton war sehr aktiv daran beteiligt. Seine vielen praktischen Fähigkeiten kamen dabei voll zur Geltung. Er war ein vielseitig, auch ästhetisch begabter Mitbruder. Sein besonderes Interesse galt den Blumen, Sträuchern, Bäumen, Gartenanlagen und der Fotografie. Er zeigte auch viel Geschmack, Geschick und Phantasie bei der Gestaltung und Ausstattung von Innenräumen.

Südafrika (1979–1998)

Nach langem Warten kam auch für Pater Anton die Zeit der Ausreise in die Mission. Nach einem Sprachkurs in England landete er endlich auf dem Flughafen von Johannesburg/Südafrika. Gleich setzte er sich wieder hinter eine Grammatik, um die Sepedi-Sprache zu lernen. Die große Missionspfarrei Glen Cowie war Antons erstes Arbeitsfeld.

Nach einem glücklichen Seelsorgeeinsatz wurde Anton 1990 gebeten, eine neue und schwierige Aufgabe zu übernehmen. Der Provinzrat hatte nämlich beschlossen, auch in Südafrika mit der Berufungspastoral und der Missionarischen Bewusstseinsbildung zu beginnen und als Hilfe dazu eine Missionszeitschrift herauszugeben. Dazu wurde Pater Anton ausersehen. Er war gar nicht begeistert von dieser Idee, hatte er doch keinerlei journalistische Erfahrung, und schon gar keine, um eine Zeitschrift zu gründen. Zudem wurde ihm keine Zeit gegeben, sich entsprechend darauf vorzubereiten. Bevor er aber die neue Aufgabe in die Hand nahm, nahm er bei den Steyler Missionaren in Nemi bei Rom an einen Erneuerungskurs teil. Nach Südafrika zurückgekehrt, übersiedelte er nach Silverton/Pretoria und kniete sich buchstäblich in die neue Arbeit hinein. Noch im gleichen Jahr erschien die erste Nummer der Missionszeitschrift „Worldwide“. Es war Pionierarbeit, und Anton erfüllte sie mit viel Erfolg und zur allgemeinen Zufriedenheit. Gleichzeitig übernahm er die Pfarrei Silverton. Seine Präsenz und Arbeit in der Erzdiözese wurden geschätzt. Ein Zeichen dafür war seine Ernennung zum Mitglied des Diözesangerichts. Pater Anton war auch stets bereit, für die Mitbrüder bürokratische Dienste zu tun und mit dem Innenministerium über Einreisevisa oder ihre Verlängerung zu verhandeln.

Sein Einsatz in der DSP (1998–2016)

Erneut erging die Einladung an Pater Anton, sich für einen neuen Wechsel bereitzuhalten und in die DSP zu rotieren. Die DSP war für ihn absolutes Neuland, denn seit seiner Priesterweihe hatte er immer im Ausland gearbeitet. Dieser Wechsel und der Abschied von Südafrika und seinen Aufgaben fielen ihm äußerst schwer, und er scheute sich auch nicht, sein Unbehagen und seinen Unmut darüber kundzutun. Der damalige Provinzial wollte ihn in den Medien, besonders bei „Kontinente“, einsetzen. Deswegen schickte er ihn nach Köln zur Redaktion der Missionszeitschrift „Kontinente“, um sich auf seine neue Aufgabe vorzubereiten. Da bei der Redaktion eine freie Stelle zu besetzen war, wurde Anton diese in Aussicht gestellt. Er freundete sich mit der neuen Aufgabe an und hoffte auf die Anstellung. Groß war dann seine Enttäuschung, als nichts daraus wurde.

So wurde er nach Josefstal versetzt. Es wurde ihm die seelsorgliche Betreuung der Gottesdienstgemeinde anvertraut, die Leitung des Tagungshauses, die Redaktion des Eigenteils von „Kontinente“, die Erstellung des WdE-Kalenders und anderer Publikationen. An Arbeit fehlte es ihm also nicht. Zehn Jahre lang meisterte er diese Aufgaben und gab wie immer sein Bestes.

Nach zehn Jahren wurde dem Missionshaus Josefstal eine neue Ausrichtung gegeben und für die Leitung ein neues Team zusammengestellt. Das bedeutete einen neuen Wechsel für Anton. Der Weg führte ihn diesmal in seine Heimat Südtirol. Im Missionshaus Milland wurde ihm die Hausverwaltung anvertraut und von der Diözese die Stelle eines Kooperators in den Pfarreien St. Andrä und Afers übertragen. 2014 übernahm ein junger Priester die beiden Pfarreien, so dass sich die Mitarbeit von Pater Anton erübrigte.

Anstatt sich nun mehr Ruhe zu gönnen, nahm Pater Anton eine neue Verpflichtung auf sich als Mitarbeiter in der Pfarrei Milland. Leider konnte er nur kurze Zeit diese Aufgabe erfüllen, die er mit Freude und Energie übernommen hatte. Denn es traten Gesundheitsprobleme auf, die sich bald als sehr ernsthaft herausstellten: eine heimtückische Blutkrankheit. Er musste alle Arbeiten langsam abgeben und sich Therapien unterziehen, die aber seine Krankheit nicht in den Griff bekamen. Am 10. Mai 2016 ist er im Missionshaus Milland verstorben. Bis zu seinem Lebensende hat ihn der Mitbruder Bruder Karl Josef Kolb liebe- und aufopferungsvoll betreut und begleitet.

Die Beerdigung am 13. Mai war beeindruckend wegen der vielen Trauergäste und der zahlreichen Priester, die am Gottesdienst teilnahmen. Diözesanbischof Ivo Muser fungierte als Hauptzelebrant. Neben zwanzig Mitbrüdern (Patres und Brüder) waren auch der Generalvikar der Diözese, der alte und neue Leiter des Missionsamtes und an die zwanzig Ordensleute und Diözesanpriester bei der Eucharistiefeier dabei. Pater Anton ruht nun neben seinen Mitbrüdern auf dem Friedhof von Milland.

Der Rektor von Milland, Pater Hans Maneschg, sagte in seiner Predigt: „Bei all seiner reichen Begabung litt Anton an seinen Grenzen, an den Unvollkommenheiten, die uns Sterblichen anhaften, solange wir auf dem Weg sind“.

Ja, Anton konnte im Umgang mit Leuten und Mitbrüdern oft recht spröde, unfreundlich, kurz angebunden und auch beleidigend sein, so dass das Beisammensein und die Mitarbeit mit ihm nicht immer angenehm und leicht waren. Er tat sich oft schwer, Anordnungen von oben oder neue Aufgaben ohne scharfe Kommentare anzunehmen. Da er sich seinen Aufgaben mit Leib und Seele zu widmen pflegte, fiel es ihm jeweils schwer loszulassen, um eine neue Arbeit zu beginnen. Hatte er aber diese kritische Phase einmal überwunden, stieg er mit Energie, Hingabe, Fleiß und Erfolg in die neue Aufgabe ein.

Die Leidensschule ist ihm nicht erspart geblieben. Es ist ihm nicht leicht gefallen, seine letzte Lebenskrise zu meistern, hatte ihn doch die Krankheit wie ein Blitz aus heiterem Himmel überrascht. Allmählich jedoch ist es ruhig in ihm geworden, ein Zeichen dafür, dass er sich zu einem endgültigen Ja zum Willen Gottes durchgerungen hatte.

R.I.P.

Pater Alois Eder