geboren am 27.06.1903 in Herlikofen/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1926
Ewige Gelübde: 16.03.1929
Priesterweihe: 29.06.1929
verstorben am 06.10.1979
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Anton Hägele wurde am 27. Juni 1903 in Herlikofen/Baden Württemberg geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Schwäbisch Gmünd und in Ellwangen trat er am 11. Juni 1924 ins Missionshaus Milland ein. Bereits am 9. September des gleichen Jahres begann er das Noviziat und legte am 9. September 1926 die ersten Gelübde ab. Anschließend studierte er Philosophie und Theologie am Priesterseminar von Brixen. Am 16. März 1929 weihte er sich Gott und der Mission mit den ewigen Gelübden und wurde am 29. Juni 1929 in Brixen zum Priester geweiht.

Gleich nach der Priesterweihe wurde er 1929 zum Präfekten im Seminar von Bad Mergentheim ernannt. 1932 wurde er für die gleiche Aufgabe nach Unterpremstätten versetzt. Von 1933 bis 1937 war er Präfekt im Josefinum in Ellwangen und von 1937 bis 1938 wieder in Bad Mergentheim. Von 1938 bis 1940 leitete er das Seminar Josefinum als Rektor.

Dann wurde er zum Novizenmeister der Brüder in Josefstal ernannt. Aber schon ein Jahr später wurde er zum Militärdienst eingezogen und konnte erst am 5. Mai 1945 wieder nach Josefstal zurückkehren und seine Aufgabe als Novizenmeister weiterführen. Zugleich wurde er auch zum Spiritual der Hausgemeinschaft ernannt. Nach Auflösung des Brüdernoviziats 1968 widmete er sich der Seelsorge und der geistlichen Begleitung der Mitbrüder bis zu seinem Tod am 6. Oktober 1979 im Krankenhaus von Ellwangen. Am 10. Oktober 1979 wurde er unter Beteiligung vieler Mitbrüder, die gerade zur Provinzversammlung versammelt waren, im Stadtfriedhof beigesetzt.

Obwohl es ihm nie vergönnt war, in der Dritten Welt selbst missionarischen Dienst zu tun, hat er doch vielen jungen Missionaren eine religiöse Grundlage und die geistige Formung für ihre Sendung gegeben. 29 Brudermissionare, die durch sein Noviziat gingen, arbeiten heute in den verschiedenen Missionsgebieten der Welt. Nebenbei arbeitete Pater Hägele in der Seelsorge von Ellwangen und Umgebung. 1967 übernahm er die Krankenhausseelsorge in Ellwangen. Diese Aufgabe erfüllte er mit viel Liebe und Hingabe bis zu seinem Tod. Seine Bescheidenheit, seine Fähigkeit, den Mitmenschen anzuhören, zu helfen, wo er gebraucht wurde, sowie seine Gesprächsbereitschaft kennzeichneten ihn als aktiven, einsatzfreudigen Mann der Praxis. Pater Hägele war immer bereit zu tun, was in seinen Kräften stand.

Mit gleichem Eifer betreute er auch das Altenheime Annapflege und viele alleinstehende Kranke und ältere Leute in der Stadt. In der Basilika war er ein geschätzter und zuverlässiger Beichtvater. Bis in die letzten Wochen hatte er sonntags oft drei bis vier Gottesdienste mit Predigt. Pater Hägele hat fast 35 Jahre eifrig in allen Pfarreien Ellwangens gewirkt.

Wegen seiner Güte und Liebenswürdigkeit und seiner echten Frömmigkeit wurde er von allen geliebt und verehrt, auch von den Jugendlichen und von solchen, die der Kirche fernstehen. Am 29. Juni konnte er noch in voller Rüstigkeit sein 50jähriges Priesterjubiläum feiern.

Beim Requiem in der Basilika, wo Pater Hägele am letzten Tag auch aufgebahrt war, nahmen etwa 80 Comboni-Missionare teil, sowie viele Priester aus dem Dekanat und eine große Menschenmenge. Pfarrer Hauser sagte in der Ansprache, dass Sätze aus den Seligpreisungen direkt auf das Leben von Pater Hägele anwendbar seien, und dass wohl darin das Geheimnis seiner Ausstrahlungskraft gelegen habe. Provinzial Pater Georg Klose hob hervor, dass in Pater Hägele die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes spürbar wurde.

R.I.P.