geboren am 17.12.1939 in Singen/D
Zeitliche Gelübde: 06.05.1961
Priesterweihe: 29.06.1967
verstorben am 25.08.1979 in Arequipa/PE
beigesetzt in Waldenburg/D

Pater Rolf Dörr wurde am 17.12.1939 in Singen/Baden Württemberg geboren. Am 6. Januar 1953 kam er als Student in das Seminar Josefinum von Ellwangen. Nach dem Abitur trat er am 17. April 1961 als Postulant bei den Comboni-Missionaren ein. In Mellatz begann er am 30. April 1961 das Noviziat. Am 6. Mai 1962 legte er die ersten Gelübde ab. Damals dauerte das Noviziat mit besonderer Erlaubnis des Heiligen Stuhles nur ein Jahr. In Bamberg studierte er an der Katholischen Fakultät Philosophie und Theologie. Am 28. Mai 1966 legte er in Bamberg die ewigen Gelübde ab und wurde am 29. Juni 1967 von Erzbischof Dr. Josef Schneider zum Priester geweiht.

Im Februar 1968 reiste er in die Mission von Peru. Er wirkte sechs Jahre in der Prälatur Tarma, zuerst in Caruhamayo und Ulcumayo, und dann ab 1971 in Cerro de Pasco. Im Januar 1974 wurde er nach Arequipa versetzt und zum Pfarrer von Alto Selva Alegre ernannt.

Am 25. August 1979 verunglückte Pater Dörr tödlich. Er befand sich mit der Angestellten der Pfarrei in seinem VW-Bus auf dem Weg zum Marktplatz, um, wie jeden Samstag, Einkäufe zu machen. Er befand sich auf einer Vorfahrtsstraße. Am Ende des Marktplatzes fuhr ihm ein Toyota vor und raubte ihm die Vorfahrt. Pater Dörr fuhr mit voller Wucht in diesen Wagen hinein. Der Bus stieß zweimal gegen einen Lichtmast. Sein Verhängnis war, dass er das dreieckige Seitenfenster links geöffnet hatte. Er fuhr dort mit dem Schädel hart auf und war auf der Stelle tot. Der Wagen, der ihm die Vorfahrt raubte, wurde von einem 35jährigen Arzt gesteuert, der völlig betrunken war und keinen Führerschein besaß.

„Die Beerdigung –schreibt Pater Adalbert Mohn – war das bisher größte Ereignis, das die Geschichte unserer Kongregation hier in Peru zu verzeichnen hat. Wir alle haben Pater Dörr gekannt und gern gehabt wegen seiner Herzlichkeit, Natürlichkeit und Hilfsbereitschaft. Aber dennoch: wir haben ihn nicht gekannt. So nicht! Der Erzbischof von Arequipa sagte mir bei der Beerdigung: Kein Bischof wird so beerdigt“. 53 Priester konzelebrierten mit dem Erzbischof. Zu Beginn hielt er eine Ansprache und schilderte die Person von Pater Dörr mit einfachen Worten. Ein Priester meinte nachher: „Das war die erste Beerdigung, bei der niemand gelogen hat.“

Pater Dörr und Weihbischof Lorenz Unfried MCCJ haben in Arequipa in vorbildlicher Weise im Team zusammengearbeitet. Mons. Unfried meinte nach der Beerdigung: „Ich habe 50 Jahre nicht mehr geweint, auch nicht im Krieg und in der russischen Gefangenschaft. Aber bei diesem Tod habe ich die Tränen nicht zurückhalten können.“

Pater Dörr hatte für alle Zeit und war für alle da. Er verstand es mit dem Volk zu arbeiten, sowohl in religiöser als auch in sozialer und kultureller Hinsicht. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er den verschiedenen Jugendgruppen, den Pfadfindern…

Er hatte nur eines im Sinn, den Menschen Christus sichtbar zu machen und für sie das Evangelium lebendig zu leben. Er war so bescheiden, dass er sich wahrscheinlich nicht entfernt dessen bewusst war, was er für alle Menschen darstellte, die mit ihm zu tun hatten. Pater Mohn schreibt: „Ich habe nie im Leben so viele Menschen weinen gesehen: Menschen aller Schichten, arm und reich; Menschen aus Alto Selva Alegre, denen man ansah, dass sie zu den besseren Schichten gehören; viele Menschen aus den Pueblos Jovenes, aus den Elendsvierteln, die mit zur Pfarrei gehören. Alles war eine einzige Trauerfamilie, in der alle Unterschiede wie weggewischt waren. Vielleicht war am Grab das Ergreifendste, dass einer der Jugendlichen versuchte, auf der Trompete zu blasen, und vor lauter Tränen nichts Gescheites zustande brachte.“

Die sterblichen Überreste von Pater Dörr wurden am 22. September 1979 ohne Zustimmung der Generalleitung nach Waldenburg überführt und dort beigesetzt.

R.I. P.