geboren am 01.11.1916 in Oberflacht/D
Zeitliche Gelübde: 19.03.1938
Ewige Gelübde: 29.10.1950
Priesterweihe: 22.07.1951
verstorben am 10.03.2009
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Albrecht Wintermantel ist am 1. November 1916 in Oberflacht bei Tuttlingen geboren. Mit vierzehn Jahren kam er ins Josefinum nach Ellwangen und besuchte dort das Gymnasium. In Bamberg begann er am 18. Juli 1936 das Noviziat und legte am 19. März 1938 die ersten zeitlichen Gelübde ab. Er wurde ein halbes Jahr zum Arbeitsdienst und 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Den Krieg hat er heil überstanden. Nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft kehrte er 1948 heim und konnte sein Theologiestudium in Bamberg beginnen. Am 22. Juli 1951 wurde er in Rottenburg zum Priester geweiht, nachdem er am 29. Oktober 1950 in Bamberg die ewigen Gelübde abgelegt hatte.

Von 1951 bis 1955 war er Erzieher im Josefinum in Ellwangen. Anschließend wurde ihm auch die Verwaltung im Seminar übertragen. Neben seinen Aufgaben im Seminar war er sehr eifrig in der Seelsorge im Raum Ellwangen und in der weiteren Umgebung tätig. Von 1962 bis 1967 war er Rektor in Mellatz. 1967 wurde er erneut zum Rektor vom Josefinum in Ellwangen ernannt. Nach seiner Amtszeit als Rektor war er bis 1980 als Verwalter in Ellwangen tätig. Neben dieser Arbeit engagierte er sich sehr eifrig in der Seelsorge in den umliegenden Pfarreien.

Da er wegen des Zweiten Weltkrieges und seiner langen Kriegsgefangenschaft nicht mehr einen Missionseinsatz machen konnte, hat ihm die Generalleitung im Jahre 1975 eine Informationsreise nach Peru und Ecuador gestattet. In einem Kartengruß von dieser Reise schreibt er unter anderem: „Unsere Peru-Reise war bis jetzt ein ganz großer Erfolg in jeglicher Hinsicht. Das Wetter wie im Bilderbuch, die Unterbringung und Betreuung mustergültig und die Strapazen bemerkenswert. Hitze, Höhe und Kost machten mir bisweilen zu schaffen, doch ließ sich alles ertragen. Unsere Route verlief von Lima aus nach Tarma, Cerro de Pasco, Huánuco, Lima, Arequipa.” Auf dem Heimweg besuchte er auch die Mitbrüder in Ecuador.

Von 1980 wurde das Missionshaus Mellatz zu seiner zweiten Heimat. Hier hatte er gute Kontakte zu den Obstbauern rund um den Bodensee geknüpft. So konnte er jedes Jahr im Herbst eine ertragreiche Apfelsammlung durchführen. Das Missionshaus war mit Bodenseeäpfeln den ganzen Winter durch versorgt. In den Jahren, die er in Mellatz verbrachte, hat er sich auch sehr um die älteren Menschen im Altenheim von Opfenbach gekümmert. Er war bei den alten Leuten, aber auch bei der Bevölkerung in der Umgebung als freundlicher Seelsorger sehr beliebt. 2003 bat er selber um Versetzung in unsere Pflegestation in Ellwangen, da ihm die Arbeit mit 87 Jahren doch allmählich zu viel wurde.

Die prägenden Tätigkeiten von Pater Wintermantel waren die des Verwalters und des Seelsorgers. Im weiten Umkreis besuchte er die Pfarreien, warb für die Anliegen der Mission und setzte sich ein für das „Werk des Erlösers“. Wann immer er konnte, half er in den Pfarreien aus. Pater Wintermantel war ein ruhiger, korrekter, geradliniger Mitbruder. Er erwies sich als kompetenter und zuverlässiger Verwalter. Durch die Informationsreise nach Lateinamerika hatte er einen Einblick in die dortigen Verhältnisse bekommen. Das motivierte ihn, in der Heimat für die Unterstützung der Mission zu werben. Er wird uns allen als geradliniger und korrekter Mitbruder in Erinnerung bleiben.

In den Briefen seiner Vorgesetzten zu seinen besonderen Geburtstagen werden immer wieder sein Arbeitseifer und sein verantwortungsvoller Einsatz in den verschiedenen Aufgaben erwähnt, vor allem seine zuverlässige Betreuung vom Werk des Erlösers. Nachdem Pater Wintermantel nach Ellwangen auf die Pflegestation gewechselt war, schrieb ihm der damalige Provinzial Pater Silvester Engl unter anderem: „Du warst wirklich der gute und treue Verwalter, von dem im Evangelium die Rede ist.“ Als gutem und gerechtem Verwalter schenke ihm der Herr nun den Lohn des ewigen Lebens.

R.I.P.

Pater Georg Klose