geboren am 03.02.1933
Zeitliche Gelübde: 29.09.1959
Ewige Gelübde: 06.01.1962
Priesterweihe: 29.06.1962
verstorben am 01.01.2026


Jahre der Vorbereitung

Albin erblickte am 3. Februar 1933 in Terenten/Südtirol das Licht der Welt. Nach Abschluss der Volksschule wurde er im Herz-Jesu Missionshaus von Milland aufgenommen. Von dort aus besuchte er die Mittelschule, das Gymnasium und das Lyzeum am bischöflichen Knabenseminar Vinzentinum.

Fünfmal in der Woche musste er mit seinen Mitschülern den nicht kurzen Weg Missionshaus-Vinzentinum-Missionshaus zurücklegen. Albin war ein guter, fleißiger Schüler und legte mit Erfolg 1955 in Meran die Matura ab.

Im gleichen Jahr bat er um Aufnahme in die Kongregation der Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu, heute Comboni-Missionare. Am 2. Oktober begann er in Bamberg seine spirituelle und missionarische Ausbildung. Am 13. November wurde er eingekleidet. Am 29. September 1957 schloss er mit den ersten zeitlichen Gelübden das Noviziat ab.

Damals wurde jedes Jahr wenigstens ein Neuprofesse zum Theologiestudium nach Rom geschickt. Albin war einer der Auserwählten. Nach Abschluss seines Philosophiestudiums in Bamberg 1958 reiste er nach Rom und besuchte dort von 1958 bis 1962 die Propagandauniversität und schloss sein Studium mit einer Lizenz-Arbeit ab. Am 6. Januar 1962 legte er in Rom die ewigen Gelübde ab. Am 29. Juni 1962 wurde er in Brixen durch Bischof Josef Gargitter zum Priester geweiht.

Albin fiel überall wegen seiner Körpergröße auf. Bei seiner Primiz verglich ihn sein Heimatpfarrer bei der Begrüßung mit dem zum König von Israel gewählten Saul, von dem es im ersten Buch Samuel heißt: „Er überragte alle um Haupteslänge“.

Einsatz in Spanien

Sein erster Einsatzort war Spanien. Bald nach seiner Ankunft wurde er zum Präfekten einer Gruppe von Seminaristen im erst zwei Jahre zuvor von der Kongregation eröffneten Missionsseminar San Francisco Javier in Saldaña ernannt. Gleichzeitig gab er Unterricht, da die Seminaristen keine öffentliche Schule besuchten, sondern im Heim unterrichtet wurden. Schnell und gut lernte er Spanisch. Seine Predigten und Ansprachen kamen bei den Studenten gut an. Sein Theologiestudium in Rom diente ihm als gediegene Grundlage für seine Erziehungs- und Unterrichtsarbeit.

Seelsorger und Lehrer in Tarma/Peru

Jedoch nach nur zwei Jahren, 1965, hieß es wieder die Koffer packen und das Schiff nach Peru besteigen. Peru sollte seine definitive Missionsheimat werden. Pater Albin hat 56 Jahre seines Lebens dort verbracht. Nach einer kurzen seelsorglichen Tätigkeit in der St. Anna Pfarrei in Tarma wurde er zum Lehrer an der „San-Ramon-Schule“ in derselben Stadt ernannt. Über zwei Jahrzehnte prägte er Generationen von jungen Menschen und erwarb sich den Respekt und die Zuneigung von Schülern, Kollegen und deren Familien.

Er war ein aufrechter, ehrlicher und zutiefst humaner Priester, der sich besonders um die schüchternsten, ärmsten oder leistungsschwächsten Schüler kümmerte. Er zögerte nie, ihre Familien zu besuchen, mit ihren Eltern zu sprechen und ihnen sogar finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen konnten. Viele ehemalige Schüler erinnern sich heute an ihn als einen wahren Pädagogen und Erzieher – ein Beweis dafür, dass Mission auch im Klassenzimmer gelebt werden kann.

Ein ehemaliger Schüler von San Ramon, der an der Beerdigung von Pater Albin in Terenten teilnahm, erzählte: „Ich sah Pater Albin nie allein. Ob im Pausenhof, auf den Treppen, in den Gängen – immer war er umgeben von Schülern oder Kolleginnen und Kollegen. Und stets lächelte er. Pater Grunser hat uns gelehrt, den Sinn des Lebens zu suchen und zu verstehen. Wenn ich heute an ihn denke, frage ich mich: ‚Warum kamen so viele Schülerinnen, Schüler und Menschen zu ihm?‘ Ich bin mir sicher, dass er ihnen Nahrung für die Seele war. Er hat Familien gestärkt und Leben gesegnet. Wir können uns schon heute vorstellen, wie innig seine zweite Heimatstadt, Tarma, ihn in Erinnerung behalten wird.“

Bald wurde ihm auch die Koordinierung des Religionsunterrichts in der Diözese Tarma anvertraut. Mit seiner aufrichtigen Art wurde er vom Lehrkörper geachtet und für seine fachliche Kompetenz und immer gewissenhafte Vorbereitung von den Schülern geschätzt.

Jedoch vernachlässigte er auch die wichtige Pastoralarbeit in den Pfarreien nicht. Gerne übernahm er und feierte an Wochenenden Gottesdienste in den Pfarreien. Einige Jahre war er Berater des Bischofs von Tarma.

Während der Jahre des Terrorismus in Peru erlebte Pater Albin Situationen großer Gefahr hautnah mit. Ein besonders denkwürdiger Anschlag ereignete sich in Tarma, als ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug neben der Pfarrkirche, direkt unter seinem Schlafzimmerfenster, explodierte. Glücklicherweise war er an diesem Tag nicht dort. Viele sahen darin einen klaren Schutz Gottes und des Schutzengels, der ihn sein Leben lang begleitet hatte.

Seine pastorale Tätigkeit in Lima – Provinzverwalter

Nach seiner Pensionierung 1994 zog er nach Lima und schloss sich der Gemeinschaft des Provinzhauses an. Auch hier übernahm er gerne Aushilfen in den Pfarreien. Täglich feierte er die Eucharistie in der Schule der Mütter der Unbefleckten Empfängnis und sonntags für die Anwohner. Er zeigte auch ein mitfühlendes Herz, indem er Hilfe aus seiner Heimat an die Missionarinnen der Nächstenliebe in von Armut und Gewalt geprägten Gebieten weiterleitete. Von 1996 bis 2003 war er als Verwalter für die Finanzen des Hauses und der Provinz verantwortlich.

Was immer Pater Albin anvertraut wurde, erledigte er mit Gewissenhaftigkeit, Kompetenz und Genauigkeit. Er hat seinen Missionsberuf geliebt und ihn treu bis zum Schluss gelebt. Natürlich hatte auch er Ecken und Kanten, wie jeder Sterbliche, was die Zusammenarbeit und das Auskommen mit ihm manchmal etwas erschwerte.

Versetzung in die Heimatprovinz DSP

Im August 2021 wurde er in die Deutschsprachige Provinz versetzt, angesichts seines hohen Alters und auftretender Gesundheitsprobleme. Er wurde im Zentrum für ältere und kranke Mitbrüder in Ellwangen aufgenommen. Es fiel ihm nicht leicht, nach 56 Jahren von seiner Missionsheimat endgültig Abschied zu nehmen. Er fühlte sich aber bald sehr wohl im Zentrum, auch wegen der vielen Dienste von Seiten des Pflegepersonals. Zudem war Pater Albin ein humorvoller, verschmitzter Mensch, was besonders den Pflegefrauen gefiel und worüber sie sich freuten.

Nach oftmaligem Krankenhausaufenthalt mussten die Ärzte schließlich feststellen, dass eine weitere Behandlung keine Besserung mehr bringen würde. So wurde er am 30. Dezember 2025 in das nahegelegene St. Anna-Hospiz gebracht, wo er am 1. Januar 2026, kurz nach Mitternacht, verschied. Auf persönlichen Wunsch wurde sein Leichnam in seine Heimat Terenten überführt, wo er im Ortsfriedhof beigesetzt wurde. Seine Nichte Regina und ihr Mann Georg hatten Pater Albin im Verlauf dieser Jahre in Ellwangen öfters besucht, so auch während seiner letzten Lebenstage.

Anteilnahme der Stadt Tarma

In den Morgenstunden des 1. Januar 2026 wurde über einen kleinen lokalen Radiosender in der Region Tarma – im Zentrum der peruanischen Anden – die Todesnachricht von P. Albin Grunser verbreitet. Darin war einerseits die Trauer über seinen Tod, aber auch der Glaube an die Auferstehung, das Mitgefühl mit seiner Gemeinschaft der Comboni-Missionare und seinen Angehörigen enthalten. – Was dann folgte, war eine große Anzahl von Trauerbekundungen in den sozialen Medien, die P. Albin als Priester, Lehrer, Missionar und Seelsorger würdigten. „Ein großer Missionar, der seine Heimat verlassen hat, um sich Tarma zu widmen. Ein exzellenter Lehrer, der die Schüler des Colegio San Ramon gelehrt hat, der ein Beispiel der Ausdauer war von Glauben an Gott und großem Respekt den Menschen gegenüber. – In Tarma werden wir ihn immer in unserem Gedächtnis bewahren – Wir sind im Gebet mit seiner Familie und der Gemeinschaft der Comboni-Missionare verbunden.“

Pünktlichkeit und Disziplin haben unvergessliche Erinnerungen hinterlassen. Wenn Albin am Nachmittag seinen Spaziergang in Tarma um die Plaza de Armas machte, da konnte man fast die Uhr danach stellen, und die Strecke, die er zurücklegte, war immer gleich lang; manche Kinder, die ihn beobachteten, haben sich einen Spaß daraus gemacht, seine Schritte zu zählen.

Die Comboni-Missionare danken Bischof Timoteo Solorzano von Tarma für seine Unterstützung und sein Beileid zum Verlust ihres Missionars, der sein Leben der Bildung, der Seelsorge und dem treuen Dienst an der Kirche gewidmet hat.

Pater Eduard Falk und Pater Albin Grunser

Am gleichen Tag vor zwei Jahren verschied hier auch Missionar Pater Eduard Falk, der ebenfalls aus Terenten stammte. Auch dieser hatte viele Jahre in Peru als Missionar gearbeitet, 48 Jahre lang. Nun ruhen beide auf dem Heimatfriedhof in Terenten. Über 100 Jahre haben die zwei „Terenter-Missionare“ in der peruanischen Mission gewirkt. Die Verbundenheit der Heimatgemeinde mit ihren zwei Missionaren hat sich auch darin gezeigt, dass beide wünschten, im Heimatfriedhof beigesetzt zu werden.

Voller Dankbarkeit beten wir für Pater Albin Grunser zum Herrn und vertrauen darauf, dass derjenige, dem er mit so viel Hingabe gedient hat, ihn in sein Reich aufgenommen hat. „Sehr gut, du tüchtiger und getreuer Diener. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn.“ (vgl. Mt 25,21).

Pater Nelson Mitchell, Provinzial von Peru; Pater Alois Eder

R.I.P.


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