geboren am 24.01.1924 in Bernau/D
Zeitliche Gelübde: 01.11.1949
Ewige Gelübde: 03.03.1951
Priesterweihe: 29.07.1951
verstorben am 17.03.1987 in Stuttgart/D
beigesetzt in Ellwangen/D

Pater Mohn war ein äußerst dynamischer und schöpferischer Mensch, voll von Ideen und Projekten, die er ohne Zögern gleich in die Tat umsetzte, sobald sie ausgereift und approbiert wurden.

Im Sommer 1986 begleitete er den Erzbischof von Arequipa/Peru auf seiner Europareise, die sie nach Italien, Spanien, Österreich, Deutschland und Polen führte. Sie besuchten Bischöfe und Missionsinstitute, um Priester und Ordensleute für die große Erzdiözese anzuwerben. Im Oktober erlitt er in Ellwangen einen Anfall von Herzasthma, und nur dank einiger glücklicher Umstände hat er überlebt. Eine Rückkehr nach Peru schien ausgeschlossen zu sein. Nach dem Krankenhausaufenthalt erholte er sich einen Monat bei seiner Schwester. Dort hatte er einen Rückfall und musste wieder einen Monat im Krankenhaus zubringen. Nach Weihnachten kam er wieder nach Ellwangen und buchte seinen Rückflug nach Peru für den 17. März. Aber Gott hatte andere Pläne. In einem Hotel in Kirchheim/Teck, nicht weit vom Stuttgarter Flughafen, hatte er die Nacht verbracht. Am Morgen vor dem Verlassen des Hotels erlitt er einen dritten Anfall. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, aber es war bereits zu spät. Pater Mohn hatte noch viele Pläne, das Gepäck griffbereit und die Flugkarte in der Tasche. Nur der Tod konnte seine Aktivitäten stoppen.

Pater Mohn stammte aus Bernau, Diözese Berlin, und wurde am 24. Januar 1924 geboren. Sein Vater war Volksschullehrer und zog in den dreißiger Jahren nach Beul/Bonn. Die Umwelt von Ermland, von wo seine Eltern stammten, hat Adalberts Leben stark geprägt. Ermland war eine kleine katholische Enklave inmitten des protestantischen „Ostpreußen“. Unternehmungsgeist und große Anhänglichkeit an ihren katholischen Glauben waren hervorragende Eigenschaften der Ermländer.

Pater Mohn liebte seine Urheimat und freute sich, wenn er Leute aus jener Gegend traf. In Berlin verbrachte er die ersten sieben Lebensjahre. Seine Fertigkeit und Redegewandtheit haben ihre Wurzeln in Berlin. Seine wirkliche Heimatstadt jedoch war Beul bei Bonn. Er hatte die offene und frohe Art der „Rheinländer“ angenommen. Er konnte Witze erzählen und brachte auch während seiner Predigten die Zuhörer oft zum Lachen.

Er besuchte die Oberschule in Bonn und studierte anschließend einige Semester Theologie. Als sein Onkel Mons. Alois Mohn, Apostolischer Präfekt von Lydenburg, Südafrika, 1946 starb, entschloss sich Adalbert, ihn zu ersetzen, Priester zu werden und sich den Comboni-Missionaren anzuschließen. Bevor er seinen Entschluss in die Tat umsetzen konnte, wurde er 1942 zum Militär einberufen und war bis 1945 bei der Luftwaffe eingesetzt.

Am 3. Oktober 1947 begann Adalbert in Bamberg das Noviziat und legte am 1. November 1949 die ersten Gelübde ab. 1951 wurde er in Bamberg zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr wurde er zum Weiterstudium nach Rom an die Gregoriana Universität und an das Biblicum geschickt. 1959 beendete er das Studium und wirkte dann eine Zeitlang als Aushilfspriester in Ellwangen. 1960–1967 wirkte er im Seminar von Saldaña/Spanien als Lehrer und Erzieher. 1967 wurde er zum Generalökonom der MFSC ernannt. 1970 gründete er die sogenannte „Spanienaktion“ im deutschsprachigen Raum zur Unterstützung der beiden Niederlassungen in Spanien.

Missionarische Tätigkeit in Esmeraldas/Ecuador

1972 konnte Pater Mohn endlich in die Mission ausreisen, und zwar nach Ecuador ins Apostolische Vikariat Esmeraldas. Er wurde mit der Mission Borbón entlang der Flüsse Cayapa und Santiago betraut. Von allem Anfang an nahm er sich der geistlichen und materiellen Bedürfnisse der Leute der Pfarrei und der vielen Außenstationen an. Das „centro cultural“ von Borbón und die vielen Kapellen und Kirchen, die er erbaut hatte, erinnern die Leute noch heute an ihn.

Bischof Enrico Bartolucci von Esmeraldas berichtet über Pater Mohn: „Pater Mohn arbeitete fünf Jahre im Vikariat. Er gründete die schwierige Mission Borbón. Anfangs war er ganz allein und musste viele Schwierigkeiten überwinden. Obwohl er weder missionarische noch pastorale Erfahrung hatte und die kulturellen und religiösen Überlieferungen des Volkes nicht kannte, hat er doch mit großem apostolischen Eifer gearbeitet und auf diese Weise Zugang zum Volk gefunden, indem er sich ihnen und seiner Arbeit ganz und mit großer Ausdauer hingab. Er verlor auch nicht den Mut, als eine gewaltige Überschwemmung ein Dutzend Dörfer entlang des Flusses Santiago wegspülte und ein Feuer die Pfarrkirche und das Pfarrhaus von Borbón zerstörte. Gleich begann er wiederaufzubauen, was das Feuer vernichtet und das Wasser weggeschwemmt hatte. Die Leute liebten und verehrten Pater Mohn, obwohl er viel von ihnen verlangte, denn sie spürten täglich, dass er voll und ganz auf ihrer Seite stand. Ich bewunderte ihn wegen seiner soliden Spiritualität und seiner Vertrautheit mit der Theologie und der Heiligen Schrift. Er schätzte die Volksfrömmigkeit der Leute, versuchte sie aber zu reinigen und zu bereichern mit dem Wort Gottes, ohne ihre religiösen Gefühle zu verletzen. Er klagte nie über seinen Gesundheitszustand. Aber ich wusste, dass er nicht so gut war, da er unermüdlich arbeitete. Wegen seiner Gesundheitsprobleme war ein Klimawechsel wirklich notwendig.“

Missionstätigkeit in Peru: Lima, Arequipa

Nach einem Jahr Heimaturlaub in Deutschland begann Pater Mohn 1978 seine Tätigkeit in Peru. In Lima gründete er das „Centro de Animación Misionera“ (CAM) und die zwei Missionszeitschriften „Mission sin Fronteras“ und „Aguiluchos“. Das Unternehmen war erfolgreich. Während der ersten drei Jahre überlebten die beiden Zeitschriften dank der vielen Wohltäter aus Deutschland. Dann übernahmen andere Mitbrüder die Redaktion. Die finanzielle Situation ist nunmehr gefestigt.

Pater Mohn fand eine neue Aufgabe. Er wurde eingeladen, im Priesterseminar von Arequipa Vorlesungen über die Heilige Schrift zu halten. Später wurde ihm auch die geistliche Begleitung der Seminaristen übertragen. Da er wusste, wie wichtig ein solides geistliches Fundament für den Ortsklerus ist, hat er sich auch mit großem Eifer und Einsatz an diese Aufgabe herangemacht.

Mitarbeit bei der „Cursillo-Bewegung“

Pater Mohn lernte diese Bewegung in Spanien kennen. Während seines Einsatzes in Deutschland wurde er ein wichtiger Mitarbeiter auf nationaler Ebene, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich. Er führte den Cursillo in mehreren deutschen Diözesen ein. Diese Art von Tätigkeit entsprach ganz seinen Talenten und seinem Charisma. Natürlich hat er auch in Peru gleich seine Mitarbeit angeboten. Durch diese Arbeit lernte er viele Leute kennen, von denen viele eifrige Wohltäter der Mission wurden.

Charakteristische Merkmale von Pater Mohn

Seine vielen Talente und Gaben dürfen nicht unerwähnt bleiben. Er besaß ein außergewöhnliches Gedächtnis, das ihm beim Erlernen von Sprachen sehr zugutekam. Seine robuste Gesundheit ermöglichte es ihm, gleichzeitig mehrere Veranstaltungen zu organisieren und neue vorzubereiten. Er erfüllte jeden Auftrag mit Enthusiasmus und viel Kompetenz. Schwierigkeiten konnten ihn nicht entmutigen oder von seinen Plänen abbringen. Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit verfolgte er seine Ziele. Durch sein Organisationstalent war er in allem erfolgreich. Mit seinem persönlichen Charme gewann er die Leute für seine Ideen und seine Tätigkeiten.

Als Priester sorgte er mit Liebe und Interesse für Arme und Reiche, für Gebildete und Ungeschulte, für Schwarze, Weiße und Indios. Er versuchte allen alles zu werden.

Pater Mohn war Comboni-Missionar mit Leib und Seele. Er stellte sein ganzes Leben in den Dienst der Kongregation. Seine Arbeitskraft war legendär, sein Enthusiasmus kannte oft keine Grenzen und konnte den Sinn fürs Mögliche verlieren. Nach einem Stundenplan zu leben, fiel ihm schwer, wie auch die Zusammenarbeit, aber er brauchte die Stütze seiner Gemeinschaft. Ohne ihre Unterstützung hätte er nie so viel leisten können. Da die Oberen und die Mitbrüder seinen Charakter und seinen Einsatz für das Reich Gottes kannten, haben sie oft beide Augen vor gewissen Projekten und Initiativen zugedrückt, obwohl sie die Grenzen menschlicher Klugheit überschritten. Er liebte die Kongregation, den Papst und die Kirche und verhielt sich ihnen gegenüber stets ganz loyal.

R.I.P.

Pater Georg Klose