geboren am 23.05.1878 in Ševnica (Scheinitz)/SLO
Zeitliche Gelübde: 06.01.1914
Ewige Gelübde: 01.11.1922
verstorben am 29.05.1965
beigesetzt in Sticna/SLO

Bruder Rafael Kolenc wurde in Sevnica (Schleinitz)/Slowenien am 23. Mai 1878 geboren. Er stammte aus einer Bauernfamilie. Bis 1901 wohnte er bei seinen Eltern und half in der Landwirtschaft mit. Dann wanderte er nach Nordamerika aus und arbeitete in Sterling Run, Pennsylvania, zuerst in einer Lederfabrik, dann in Ridgway in einer Zementfabrik. Nach zwei Jahren kehrte er in seine Heimat zurück, um seine Schwester in der landwirtschaftlichen Arbeit zu unterstützen. Aber nach einem Jahr finden wir ihn wieder in Nordamerika, wo er von 1904 bis 1906 in Hambleton, West Virginia, und dann vom September 1906 bis Mai 1907 in Elkland,Tioga, in Lederfabriken arbeitete. Dann kehrte er wieder in seine slowenische Heimat zurück und war abermals bei seiner Schwester auf dem Bauernhof tätig bis 1910. In dieser Zeit machte er auch einen halbjährigen Kurs in einer Gärtnerei in Ljubljana mit und erlernte Kenntnisse, die er später in der Mission gut verwerten konnte. Nicht weniger nützlich war für ihn die Arbeit in einer Schnapsbrennerei von 1910 bis 1911. Die Mitbrüder in Transvaal und viele Freunde von Lydenburg erinnern sich noch, wie Bruder Kolenc auch in Maria Trost diesem Zweig der Gärtnerarbeit mit großem Erfolg oblag.

Im Alter von 33 Jahren trat er am 16. Oktober 1911 als Postulant in Milland ein, wo er am 6. Januar 1914 die ersten zeitlichen Gelübde ablegte. Von Mai 1915 bis zum Kriegsende diente er im österreichischen Heer als Kaiserschütze. Nach Kriegsende kehrte er sofort nach Milland zurück und arbeitete als Gärtner und Sakristan.

Er selbst beschreibt 1951 im „Werk des Erlösers“ seinen wichtigen Schritt: „Ich hatte schon von meinen jungen Jahren an eine große Hochachtung für Priester und Ordensleute und dachte oft daran, wie ich in ein Kloster kommen könnte. Dieser Drang verließ mich auch nicht, als ich zweimal in Amerika war. Als ich später in Ljubljana im Dienst war, bekam ich auf einer Reise eine Zeitung in die Hand, in der vom Missionshaus Milland um Bruderberufe geworben wurde. Für Afrika war ich sofort begeistert, und noch am selben Tag schrieb ich nach Tirol und war bald in Milland. – Ich war immer zufrieden, besonders, weil mich die Arbeit im Garten und Sakristei, wo ich tätig war, sehr gefreut hat.“

Im Jahre 1920 kam er in die Sudan-Mission nach Tonga. Dort hat er am 1. November 1922 die ewigen Gelübde abgelegt. Er arbeitete als Gärtner und Sakristan. Als nach der Trennung im Januar 1924 14 unserer Mitbrüder vom Sudan nach Südafrika reisten, war Bruder Kolenc auch dabei. Barberton war der erste Ort seiner Tätigkeit in Transvaal. Doch sobald die Farm Maria Trost bei Lydenburg käuflich erworben war, wurde er 1924 dorthin berufen, um einen Gemüsegarten anzulegen und zu betreuen. Mit großem Eifer und vorbildlichem Opfermut half er beim Aufbau dieser Station mit, die Jahre lang das größte Zentrum unserer Missionsarbeit in Transvaal war.

Im Jahre 1936 riefen ihn die Oberen nach Europa zurück, wo er ein Jahr lang in Premstätten sich als Gärtner betätigte, bis er dann 1937 in dieser Eigenschaft nach Ljubljana entsandt wurde, um dort beim Aufbau des neuen Knabenseminars Knoblecherhaus mitzuhelfen. Dort überraschten ihn die Schrecken des 2. Weltkrieges und dessen Folgen, die das so hoffnungsvoll aufblühende Werk in wenigen Monaten zerschlugen. Das Haus wurde konfisziert, die dort weilenden Mitbrüder, darunter auch er, vom Haus vertrieben. Nach einiger Zeit wurden die Mitbrüder Pater Josef Musar und Bruder Raphael Kolenc bei den mehr oder weniger internierten Jesuiten in Smartno untergebracht, wo sie mit den dortigen Jesuiten die Not und das Elend der Nachkriegsjahre und der Kirchenverfolgung mitmachen mussten. Als die Jesuiten im August 1964 auch dieses alte Schloss, wo weder Licht noch Wasser angelegt waren, aufgeben mussten, sahen sich unsere beiden Mitbrüder gezwungen, bei den Zisterziensern in Sticna bei Görz Zuflucht zu suchen. Dort verbrachte Bruder Kolenc, der schon seit Jahren schwer herzkrank war und sein Bett lang nicht mehr verlassen konnte, seine letzten Monate.

Gott allein weiß, wie viel der gute Bruder für uns und unser Werk in der Heimat und in der Mission gelitten und gebetet hat. Er wird für uns alle ein mächtiger Fürsprecher im Himmel sein.

R.I.P.

Pater Alois Eder