geboren am 10.05.1882 in Borgo (Trient)/I
Zeitliche Gelübde: 27.03.1921
Ewige Gelübde: 03.12.1935
verstorben am 07.11.1957
beigesetzt in Brixen/I

Am 7. November 1957 ist im Missionshaus Milland Bruder Raimund Franceschini gestorben. Still und friedlich, wie er gelebt hat, hat er uns im Alter von 75 Jahren verlassen, wohlvorbereitet mit den Sterbesakramenten.

Borgo im schönen Valsugana (Diözese Trient) war seine Heimat, wo er am 10. Mai 1882 das Licht der Welt erblickte. Als junger Mann erlernte er das Schusterhandwerk. Doch sein Streben ging höher: er wollte sich ganz dem Herrn im Ordensstand weihen und seine Arbeitskraft einer Missionsgesellschaft zur Verfügung stellen.

Vor dem ersten Weltkrieg trat er als Postulant in Verona ein, verließ es aber wieder, ohne jedoch das Noviziat angefangen zu haben. Am 28. Oktober 1916 kam er als Postulant nach Milland, wurde aber 1917 zum Militär einberufen und diente als Kaiserjäger in Vöklabruck/Österreich. Noch im gleichen Jahr konnte er heimkehren, ging wieder nach Milland und wurde am 19. März 1919 eingekleidet. Am 27. März 1921 legte er die ersten zeitlichen Gelübde ab.

Nach drei Jahren zeitlicher Gelübde verließ er die Kongregation wieder, kehrte aber bald zurück. Dann lebte er mehrere Jahre lang als Oblate in Ellwangen und Milland und führte ein vorbildliches Ordensleben, so dass er zu den ewigen Gelübden zugelassen wurde, nachdem ihn der Hl. Stuhl von einem zweiten Noviziat und den zeitlichen Gelübden (Reskript 3465/35, vom 28.10.1935) dispensiert hatte. Am 3. Dezember 1935 weihte er sich endgültig Gott und der Mission mit den ewigen Gelübden.

In verschiedenen Niederlassungen unserer Kongregation hat er sein Handwerk ausgeübt. Die meiste Zeit jedoch verbrachte er im Missionshaus Milland. Er war ein fleißiger und geschickter Arbeiter, aber auch ein vorbildlicher Ordensmann. Er starb am 7. November 1957 in Milland und wurde im Ortsfriedhof, im Schatten der Wallfahrtskirche, neben seinen verstorbenen Mitbrüdern begraben.

Es fügte sich gut, dass gerade Pater General Richard Lechner, von Rom zurückkehrend, in Milland weilte und unseren Mitbrüder selbst zur letzten Ruhe betten konnte. Da gerade Sonntag war, nahm fast die ganze Pfarrgemeinde am Begräbnis teil, so dass der bescheidene Bruder eine sehr feierliche Beerdigung hatte. Es waren auch auffallend viele Priester anwesend, als wollte Gott seinen treuen Diener dafür belohnen, dass er aus seiner tiefen Frömmigkeit heraus den Priestern stets mit großer Ehrfurcht begegnete.

Rührend war auch seine Dankbarkeit. Die letzten Worte, mit denen er im Sterbezimmer von seinen Mitbrüdern Abschied nahm, waren: „Ich danke euch für alles. (Aus „Stern der Neger“: Januar/Februar 1958).

R.I.P.