geboren am 08.11.1925 in Rappolz/D
Zeitliche Gelübde: 22.05.1952
Ewige Gelübde: 19.03.1958
verstorben am 25.12.2013
beigesetzt in Ellwangen/D

Bruder Ottmar Spihs wurde am 8. November 1925 in Rappolz, Bayern, geboren. Nach Abschluss der Grundschule begann er in Weiler, einem Ort nicht weit entfernt von Mellatz, eine Tischlerlehre. Am 8. November 1949 schloss er sich als Bruderkandidat den Comboni-Missionaren von Josefstal-Ellwangen/Baden-Württemberg an. Nach einer kurzen Postulatszeitbegann er am 18. Mai 1950 das Noviziat und beendete es am 22. Mai 1952 mit den ersten zeitlichen Gelübden. Im November des gleichen Jahres vollendete er mit der Meisterprüfung die Ausbildung als Schreiner. Am 19. März 1958 weihte er sich in Josefstal Gott und der Mission mit den ewigen Gelübden.

Nun begann er seine langjährige, unermüdliche und erfolgreiche Arbeit als Schreiner. Arbeit gab es mehr als genug. Es begann nämlich in der Kongregation eine Zeit rasanter Entwicklung und damit verbunden eine rege Bautätigkeit: in Josefstal, Milland/Brixen, Mellatz, Neumarkt und von 1966 bis 1969 in Palencia/Spanien. Bruder Ottmar leitete als Schreinermeister die Werkstatt von Josefstal. Ihm oblag nun auch die Aufgabe, junge Postulanten und Brüder in diesem Beruf auszubilden. Für drei Jahre wurde seine Tätigkeit in Deutschland unterbrochen, da er in Saldaña und Palencia gebraucht wurde. In Palencia wurde eine Schreinerwerkstatt gebaut, deren Leitung Bruder Ottmar anvertraut wurde. Zusammen mit anderen Brüdern und spanischen Brüderkandidaten wurden unter seiner Leitung alle Schreinerarbeiten in den Missionsseminaren von Saldaña und Palencia ausgeführt. Die Arbeiten wurden von jedermann bewundert und gelobt.

Nach Abschluss der Schreinerarbeiten hatte er seine Aufgabe in Spanien erfüllt und so kehrte er nach drei Jahren wieder an seinen alten Arbeitsplatz in Deutschland zurück. Hier wurde gerade in Josefstal mit dem Bau der neuen Landwirtschaftsgebäude und der Werkstätten begonnen. Während dieser Arbeiten wurde er jedoch schwer krank und musste daher seinen geliebten Beruf für immer aufgeben. Bruder Ottmar ist nicht nur selber ein ausgezeichneter Schreiner gewesen, sondern auch ein sehr guter Meister, der eine ganze Reihe von Brüdern in diesem Beruf ausgebildet hat.

Nachdem er sich von der Krankheit erholt hatte, begann er 1974 seinen zweiten Lebensabschnitt. Vom Schreinerberuf hatte er sich endgültig verabschieden müssen. In der Missionsprokura fand er als Hilfskraft von Pater Karl Mönch eine neue, erfüllende und sehr wichtige Aufgabe, die er in vorbildlicher Weise ausführte. Bruder Ottmar kümmerte sich um den Vertrieb der Zeitschrift „kontinente“ und um den Briefverkehr mit den Missionsfreunden. Jeden Monat schickte er hunderte von handgeschriebenen Briefen an Freunde und Wohltäter anlässlich ihres Namens- oder Geburtstages. Mit fünfzig Jahren noch wollte er die Fahrschule besuchen, um persönlich die Missionszeitschrift zu den Förderern/innen bringen zu können und sie zu besuchen.

Nach fast zwanzig Jahren treuen Dienstes in der Missionsprokura bat er den Provinzoberen um einen Arbeitswechsel. Dieser wurde ihm gewährt. Provinzial Pater Josef Gerner schrieb ihm damals folgende Zeilen: „18 lange Jahre hast Du Deinen Dienst in der Missionsprokura mit großem Pflichtbewusstsein und ganz treuem und liebenden Einsatz – oft genug bis zur äußersten Erschöpfung – ausgeübt. Tag und Nacht hast Du meist geschuftet. – Dankesworte mögen selten gewesen sein, zumindest in nächster Umgebung. Gefehlt haben sie wohl nicht ganz. Aus eigener Erfahrung und aus den Erfahrungen von nicht wenigen Missionaren und auch Wohltätern weiß ich sehr wohl, dass sie Deine Dienste und Deine Begleitbrieflein immer sehr geschätzt haben. Bruder Ottmar, Du hast Dich um die Mission sehr verdient gemacht und nicht wenige werden Dich vermissen. Dank und Vergelt’s Gott für alles während all dieser langen Jahre! Der Herr soll Dein Lohn sein“.

Am 15. März 1993 begab sich Bruder Ottmar an seinen neuen Arbeitsplatz Josefstal. Im Versetzungsbrief schrieb Pater Josef Gerner: „Dein Aufgabenbereich wird vorrangig WdE-Büroarbeit sein. Eventuelle Mithilfe im Pforten- und Telefondienst etc. würden sicher sehr geschätzt. Ich wünsche Dir noch eine gute Zukunft, viele gute Jahre bei uns, das noch Bestmögliche an Gesundheit“.

Seine Lebenshaltung kann in zwei Worten zusammengefasst werden: Präzision und Pünktlichkeit. In der Tat, sowohl in der Schreinerei als auch in der Prokura hat er seine Arbeiten stets mit allergrößter Genauigkeit und Perfektion durchgeführt. Ebenso war es undenkbar, dass Bruder Ottmar zu spät zum Gottesdienst oder zu den Gebetszeiten in der Kapelle erschien.

Zu seinen Hobbies zählten Einlegarbeiten in Holz und das Flötespielen. Bruder Ottmar war ein fröhlicher Mitbruder, stets zufrieden, verlässlich und vertrauenswürdig. Er liebte seinen Beruf als Brudermissionar, interessierte sich für die Missionsarbeit der Mitbrüder, obwohl er selber nie die Möglichkeit bekommen hatte, in der Mission zu arbeiten. Er liebte die Gemeinschaft der Mitbrüder, das gemütliche Beisammensein, ein Kartenspiel und verschmähte auch nicht einen guten Tropfen. Er war ein Mann tiefen Glaubens und betete viel.

Er verschied am 25. Dezember 2013 und wurde im städtischen Friedhof von Ellwangen inmitten seiner verstorbenen Mitbrüder beigesetzt.

R.I.P.