geboren am 07.07.1919 in Viecht/A
Zeitliche Gelübde: 27.10.1940
Ewige Gelübde: 02.12.1951
verstorben am 19.01.1998
beigesetzt in Bamberg/D

Bruder Max Kastenhuber war ein einfacher und bescheidener Mitbruder. Auf diese Bescheidenheit stößt auch derjenige, der in seinen Personalakten nach Informationen über sein Leben sucht. Seine Größe liegt sicher in seiner Einfachheit und Bescheidenheit, die Wohlwollen und innere Reife ausstrahlten.

Bruder Max wurde am 7. Juli 1919 in Viecht, Gemeinde und Pfarrei Desselbrunn, Österreich, in einer kinderreichen Familie geboren. Im Juli 1933 kam er als 14-jähriger Bub nach Unterpremstätten in der Steiermark zu den Comboni Missionaren, um Brudermissionar zu werden. Im Oktober 1938 begann er sein Postulat in Josefstal bei Ellwangen. Nach dem Noviziat, das er am 3. Oktober 1938 begann, legte er am 27.Oktober 1940 die ersten Gelübde ab. Am 2. Dezember 1951 weihte er sein Leben Gott und der Mission durch die ewigen Gelübde. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, erlebte den Krieg vor allem in Russland und geriet 1944 in amerikanische Gefangenschaft. Er wurde nach England verlegt und kehrte erst im Mai 1946 von dort zurück.

Als Brudermissionar war er in folgenden Niederlassungen der Comboni Missionare als Landwirt tätig: von 1938 bis 1941 in Josefstal, von 1946 bis 1947 in Messendorf, von 1947 bis 1965 in Unterpremstätten/Österreich, von 1965 bis 1987 in Mellatz und von 1987 bis 1998 in Bamberg.

Bruder Max war ein tiefgläubiger Comboni-Missionar, der als Bruder treu und zuverlässig seine Aufgabe in der Landwirtschaft aus missionarischer Gesinnung freudig erfüllte. Die Arbeit in der Landwirtschaft war damals von großer Bedeutung, weil sie zum Unterhalt der kleinen Seminare, des Noviziates und Scholastikates beitrug. Er stand immer treu zur Gemeinschaft der Comboni-Missionare, zur Kirche und ihrer missionarischen Sendung. Die Mitbrüder sind ihm dankbar für seine opferbereite Tätigkeit in der Gemeinschaft der Comboni-Missionare in Deutschland und in Österreich.

Seit 1. September 1987 gehörte er zur Hausgemeinschaft in Bamberg. Er war sehr gern hier und fühlte sich wohl. Er hat hier seine missionarische Berufung in vielen kleinen Diensten gelebt: an der Pforte, in der Küche, im Speisesaal, in der Sakristei, im Garten. Er nahm diese Aufgaben sehr ernst. Man konnte sich hundertprozentig auf ihn verlassen. An der Pforte empfing er die Leute immer mit einem freundlichen Lächeln.

Bruder Max hatte nur eine einfache Schuldbildung. Brüder erhielten in jener Zeit, als er eintrat, keine Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Sie wurden eingesetzt, wo man Arbeitskräfte brauchte, sei das in der Heimat oder in der Mission. Trotz seiner einfachen Schulbildung zeigte er für viele Dinge Interesse. Er verfolgte die Entwicklung in seiner Gemeinschaft mit größter Aufmerksamkeit. Er verfolgte die Nachrichten über die Reisen des Papstes. Er kannte die Kardinäle mit Namen. Er war der erste, der über eine Bischofsernennung informieren konnte, da er den Osservatore Romano las und Radio Vatikan regelmäßig hörte. Er kannte das Leben der Heiligen. Wollte man wissen, wann ein Mitbruder Geburtstag oder Namenstag hatte, brauchte man nur ihn zu fragen. Er las kirchliche Dokumente und machte sich sogar Notizen. Er wusste sehr gut Bescheid über alle aktuellen kirchlichen Ereignisse. Er hatte sich ein großes Wissen angeeignet. Als Pater Provinzial nach seinem Tod in einigen seiner Aufzeichnungen blätterte, war er beeindruckt über seinen weiten Horizont. Vieles hat ihn einfach interessiert, angefangen von theologischen, missionarischen und kirchlichen Themen bis hin zur Politik. Wenn man ihn zu irgendeinem Thema fragte, konnte er gut Auskunft geben und verstand es auch, seine Meinung zu vertreten.

Pater Provinzial sagte in seiner Ansprache bei der Eucharistiefeier am Begräbnistag unter anderem: „Bruder Max war für mich ein Mensch, der da war. Er war für mich ein Stück Heimat. Wann immer ich nach längeren Fahrten nach Bamberg zurückkam, da war Bruder Max mit seinem ruhigen Lächeln.“ Das Wohlwollen, das Bruder Max ausstrahlte, haben viele Mitbrüder und Menschen erfahren, die in unser Haus kamen. Wir Comboni Missionare sind dankbar, dass uns Gott Bruder Max als Mitbruder geschenkt hatte. Fast sechzig Jahre war er Comboni Missionar.

Bruder Max hat viele Texte und Gedanken über den Tod gesammelt, die zwar nicht von ihm stammen, mit denen er sich aber identifizierte. Der Gedanke an das Sterben war ihm vertraut. Er glaubte an den Gott, der Leben schenkt. Ich möchte hier einige Texte zitieren.

„Bald kommt der letzte Sprung ins Dunkel, der letzte Akt des Glaubens.“ – „Der Herr offenbart sich durch den Mitmenschen. Mir hat er sich durch die Ärzte, die Pfleger, die Freunde und durch Euch geoffenbart.“ – „Rein menschlich habe ich wenig, im Herrn habe ich viel.“

R.I.P.