geboren am 08.04.1914 in Bronnen/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1935
Ewige Gelübde: 25.12.1947
verstorben am 12.06.1985
beigesetzt in Ellwangen/D


Johann Baptist Merz wurde am 8. April 1914 in Bronnen, Diözese Rottenburg/Stuttgart geboren. Da die sechs Hektar große Landwirtschaft die Familie von neun Kindern nicht ernähren konnte, suchte Johann Baptist nach Beendigung der Volksschule Arbeit bei Bauern der Umgebung: in Leinen, Ramsenstrut und Saverwang. Der letzte Ort liegt ganz nahe an unserem Haus Josefstal. So hatte er Gelegenheit, die Gemeinschaft kennenzulernen, die ihn sehr beeindruckte. So wuchs in ihm der Wunsch, auch Comboni-Missionar zu werden. Und er fasste den Entschluss, sich ihnen anzuschließen.

Im Alter von 19 Jahren trat er als Bruderkandidat in Josefstal ein. Das Leben der Gemeinschaft war damals sehr einfach und beschwerlich. Er musste den ganzen Tag Stallarbeiten verrichten, so dass er sich abends fragte, ob das denn seine einzige Arbeit sein würde. Er hätte die Gemeinschaft schnell wieder verlassen, wenn ihn nicht die Scham, ein Weggelaufener zu werden, daran gehindert hätte. Er wollte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Es war das Jahr 1933.

Am 9. September 1933 begann er das Noviziat. Nach zwei Jahren legte er am 9. September 1935 die ersten Gelübde ab. Wegen seines langen Kriegseinsatzes konnte er die ewigen Gelübde erst am 25. Dezember 1947 ablegen. Nach dem Noviziat verblieb er ein weiteres Jahr in Josefstal. Dann wurde er 1936 nach Mellatz versetzt. Dort arbeitete er sechs Jahre lang in der Landwirtschaft.

Von 1938 bis 1945 war er bei der Wehrmacht. Die meiste Zeit arbeitete er in Russland, und zwar als Koch in der Feldküche. Dabei musste er Tausende von Kilometern in einem Pferdewagen zurücklegen. Er wurde an einer Hand verwundet. Gegen Kriegsende fiel er in russische Gefangenschaft, wurde aber wegen seiner Handverletzung bald entlassen.

Nach seiner Rückkehr stellte er sich sofort den Oberen vor, die ihn wieder der Hausgemeinschaft Mellatz zuwiesen. Dort weihte er sich nach einem Jahr Gott und der Mission mit den ewigen Gelübden. Ein gutes Jahr später, 1948, konnte er in die Mission nach Südafrika ausreisen. Er gehörte zu jener stattlichen Gruppe von Mitbrüdern, die damals die gelichteten Reihen der südafrikanischen Mission, die während der ganzen Dauer des zweiten Weltkrieges keinen Kontakt mehr mit der Kongregation gehabt und auch keinen Nachschub an jungem Personal erhalten hatte, wieder auffüllte.

Gute dreißig Jahre diente Bruder Merz in der Mission. In den ersten drei Jahren arbeitete er auf den Farmen der Diözese: Maria Trost, Friedenheim, White Waters, Glen Cowie. Anschließend leitete er viele Jahre die Mühle von Luckau, wo er den vielen Kleinbauern der Umgegend wertvolle Hilfe leistete. Seit Jahren litt er an Asthma. Dieses Leiden zwang ihn, seine Arbeit als Müller aufzugeben. So bat er um einen Wechsel der Provinz.

Von 1978 bis zu seinem Tod am 12. Juni 1985 verrichtete er verschiedene Dienste in den Hausgemeinschaften. Aber seine Krankheit hinderte ihn immer mehr bei seinen Arbeiten, so dass er nicht mehr leisten konnte, was er wollte. Ergebung in sein Leiden und das tägliche Gebet wurden zum hauptsächlichen und wichtigen Beitrag, den er in den Jahren der Krankheit für die Sache der Mission leistete. Er freute sich, als ihn der Hausarzt nach Löwenstein nahe Heilbronn schickte, um sein Leiden etwas zu lindern. Jedoch die Ärzte konnten nicht mehr viel für ihn tun. Er verschied am 12. Juni 1985 im Löwensteiner Krankenhaus.

Bruder Merz war ein schweigsamer Mitbruder, von ruhigem Charakter, sehr zielstrebig und zuverlässig in seiner Arbeit. Dies galt für sein Mühen im materiellen Bereich ebenso wie im geistlichen Leben. In Afrika hat er sich nicht immer leichtgetan. Da waren die vielen Sprachen, die die Verständigung mit den Leuten oft erschwerten. Viele Lebensaspekte der Afrikaner blieben ihm deshalb verborgen. Ein Raubüberfall von Leuten aus der Umgebung hatte ihn tief betroffen gemacht und entmutigt. Auch in Josefstal hatte er seine Probleme, besonders mit den jungen Aspiranten und Postulanten, die viel Lärm machten. Er arbeitete lieber allein. Jedoch seine Bereitschaft zur Mitarbeit und den Mitbrüdern nützlich zu sein war wirklich bewunderungswürdig. Als sein Asthmaleiden immer akuter wurde und er viele Arbeiten nicht mehr verrichten konnte, setzte er sich an die Schreibmaschine und begann, eine Art Biographie zu schreiben und behandelte Themen wie die Evangelisierungsarbeit von Comboni, das religiösen Leben des Missionars, Gedanken zum Tod usw. Auf diese Weise bereitete er sich auch auf den Tod vor. Als er merkte, dass keine Besserung mehr eintreten würde, ließ er den Priester rufen und bat um die Sterbesakramente, denn er wünschte gut vorbereitet zu sterben. Er nahm den Tod sehr gelassen hin und hat uns allen ein Beispiel gegeben, wie man dem Tod in die Augen schauen und sich auf ihn vorbereiten soll.

R.I.P.

Pater Benno Singer