geboren am 06.11.1919 in Öpfingen/D
Zeitliche Gelübde: 28.05.1939
verstorben am 02.10.1941
beigesetzt in Russland

Bruder Franz Zoller stammte aus Öpfingen/Baden-Württemberg und kam am 6. November 1919 zur Welt. Im Alter von 14 Jahren kam er als Bruderaspirant ins Missionshaus Mellatz und begann seine Ausbildung als Gärtner. Am 4. Juni 1937 wurde er im Missionshaus Josefstal ins Noviziat aufgenommen. Dort legte er zwei Jahre später am 28. Mai 1939 die ersten zeitlichen Gelübde ab. Bis zu seiner Einberufung arbeitete er als Gärtner in Mellatz.

Am 27. Juni 1940 wurde er nach München einberufen. Bereits am 2. Oktober 1941 musste er in Russland sein junges Leben hingeben. Er stand zwei Schritte vor seinem Unteroffizier, dessen bester und liebster Kamerad er war, als ihn eine Kugel ins Herz traf. Er legte die Hand aufs Herz und fiel mit einem leisen Schrei kopfüber zu Boden.

Aus einem Brief des Unteroffiziers Ott Hermann: „Liebe Familie Zoller: Gestatten Sie mir, dem Unbekannten, wenige Zeilen zur Ehre Ihres Gefallenen und vielleicht auch zu Ihrem Trost bei solch schwerem Verlust, den Sie erlitten haben. Was mich zum Schreiben zwingt, ist allein jenes leuchtende, heilige Antlitz, das mir am 3. Oktober entgegenstrahlte, als ich, die Toten des vergangenen Tages suchend, über die Stoppelfelder ging. Jenes ewige, strahlende Antlitz, geschmückt mit dem Grün der Tarnung und geadelt vom Stahl des Helmes, den der Tote wie eine Krone trug. Wohl war der Blick gebrochen und Todesstarre lag in den Zügen, aber der hier gefallen war, musste in den letzten Augenblicken seines Lebens vom Geheimnis des Ewigen berührt worden sein, denn der Zauber des Überirdischen verklärte sieghaft das junge Gesicht. So viel Frieden, so tiefe Ruhe, so göttliche Stille atmete diese einsame Stunde, dass ich stehen bleiben musste, und mir war, als stünde der ewige Gott neben mir, der Macht hat, selbst dem undurchdringlichen Tod seinen Stachel zu nehmen. Der hier auf den Schultern lag, hatte im Tod noch seine Arme weit ausgebreitet, als wollten sie ein unfassbares Glück mit letzter Hingabe an sich reißen. Er musste tapfer gewesen sein, denn er lag ganz am Rande des Dorfes, das er mit seinen Kameraden erstürmen sollte.

Als ich die persönlichen Dinge des Toten sammelte, war ich erschüttert, ob der Größe des Lebens, das hier sein Ende gefunden hatte. Der Junge hatte mit seinem Herrn so tief verbunden gelebt, wie es Beispiel sein kann für alle jene, die heute den Anruf Gottes in den Stürmen der Gegenwart hören, das Kreuz Christ in die Mitte ihres Lebens zu stellen. Ich fand den Rosenkranz in seiner Hosentasche, das Medaillon, den Kalender und das herrliche Tagebuch in seiner oberen Rocktasche. Das Tagebuch, in dem der in schwerstem Kampf, in unmittelbarer Gefahr schwebende Franz in letzter Stunde das letzte, tiefste Geheimnis seines Lebens entschleierte: Alles zur Ehre Gottes.

Es gibt und kann nichts Trostvolleres für Sie und für uns alle geben, wenn wir an das Weiterleben in der Ewigkeit denken, als dieses letzte Wort, geschrieben in letzter Stunde, aus tiefstem Glauben. Es gibt uns die unumstößliche Gewissheit, dass Franz zur Ehre Gottes weiterlebt nach einem Leben, das wohl nicht lange gedauert hatte, in dem aber alles beschlossen war: Glaube, Liebe und Hoffnung. Und kommt jener jüngste Tag, an dem die Stimme Christi, mächtig über alles Leben und allen Tod, in den Himmeln und auf den Erden alles verwandelnd rufen wird: Jüngling, ich sage dir, steh auf – dann wird unendliche Freude sein, wie sie tiefer nicht war, als der Mutter des Jünglings ihr Sohn lebend zurückgegeben wurde. Seien Sie, liebe Familie, versichert, dass solche Soldaten, wie Franz einer war, in uns weiterleben und uns in unserem Leben begleiten wie mächtige Engel. In tiefer Verbundenheit, Hermann Ott Unteroffizier“. Am 15. Oktober 1941.

R.I.P.