geboren am 04.09.1916 in Hammermühle/D
Zeitliche Gelübde: 19.03.1952
Ewige Gelübde: 19.03.1958
verstorben am 14.05.1977
beigesetzt in Mellatz/D

Bruder Eugen Müller und sein Zwillingsbruder wurden in Hammermühle/Bayern am 4. September 1916 geboren. Zehn Tage nach ihrer Geburt starb die Mutter. Ihr Vater befand sich fern der Heimat als Soldat in Frankreich. Es war die Zeit des ersten Weltkrieges. Die beiden Halbwaisen wurden den Barmherzigen Schwestern von Rottach anvertraut. Nach der Volksschule 1930 arbeitete Eugen als Laufbursche in der Ortskrankenkasse. Nach einer Blinddarmoperation wurde er als Hirtenjunge an einen Bauern verdingt. Dann begann er eine kurze Lehrzeit auf einer Geflügelfarm. Als er in einer Hutfabrik Arbeit fand, konnte er endlich seine Lage etwas verbessern.

Im Frühjahr 1937 musste er den Reichsarbeitsdienst antreten, und im Dezember wurde er zur Wehrmacht einberufen. Von 1937 bis zum Kriegsausbruch 1939 leistete er aktiven Militärdienst. Im ersten Kriegsjahr nahm er am Polen- und Frankreichfeldzug teil. Von 1940 bis 1944 war er auf dem Balkan-Kriegsschauplatz eingesetzt, bis er 1944 verwundet wurde. 1945 geriet er in französische Gefangenschaft, aus der er erst im November 1948 entlassen wurde.

Jetzt musste er sich um eine Arbeit umsehen. Er begann eine Novene zum Göttlichen Herzen Jesu, die ihm die Erfüllung seiner Wünsche brachte. Ein Jahr lang arbeitete er in einer Handweberei.

Am 24. August 1949 bat er bei den Comboni-Missionaren (damals Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu) um Aufnahme. Im März 1950 begann er das Noviziat in Josefstal und legte am 19. März 1952 die ersten und am 19. März 1958 in Mellatz die ewigen Gelübde ab.

Wohl in Anbetracht seines Alters hat er nie Missionssendung erhalten. Er arbeitete nacheinander als Schneider, Pförtner und Gärtner in Josefstal, Bamberg und Mellatz. Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens von 1957 bis 1977 verbrachte er im Noviziatshaus von Mellatz als Schneider und Pförtner.

Er verschied am 14. Mai 1977 an einem Herzinfarkt, während er gerade den Rosenkranz in der Hauskapelle vorbetete. Im Friedhof von Opfenbach wurde er begraben an der Seite von anderen Mitbrüdern, die ebenfalls in Mellatz verstorben waren. Die Mitbrüder, die ihn kannten, erinnern sich an ihn als einen guten, freundlichen, kommunikativen, tüchtigen und frommen Mitbruder.

R.I.P.