geboren am 02.10.1917 in Tiers/I
Zeitliche Gelübde: 09.09.1937
Ewige Gelübde: 06.01.1943
verstorben am 04.02.1996
beigesetzt in Brixen/I

Bruder Alois Resch wurde am 2. Oktober 1917 in Tiers (Südtirol) geboren. Seine Lebensdaten sind bald aufgezählt, und sein Lebenslauf schaut sehr einfach aus. Am 23. Februar 1935 trat er als Bruderkandidat ins Missionshaus Milland ein. Bereits im September desselben Jahres begann er das Noviziat. Zwei Jahre später, am 9. September 1937, legte er die ersten und am 6. Januar 1943 die ewigen Gelübde ab. Er hat sein ganzes Leben als Schreiner in Milland verbracht. Am 20. Januar 1996 erlitt er einen Schlaganfall und starb am 4. Februar 1996 im Krankenhaus von Brixen.

Bruder Alois war als ausgezeichneter Schreiner bekannt, war aber auch ein ausgebildeter Bäcker. Hinter seinen wenigen und knappen Lebensdaten stand aber eine starke Persönlichkeit. Er hatte Überzeugungen und Ideen, die er mehr mit der Qualität seiner Arbeit verteidigen konnte als mit Worten. Er war auch sehr bescheiden. Man könnte ihn mit dem Hl. Joseph vergleichen und sein ganzes Leben in drei Worte zusammenfassen: Gebet, Stille, Arbeit. Für viele war er ein eher schweigsamer Mitbruder, für andere ein guter Freund, dem sie vertrauen und mit dem sie über Probleme und Ängste sprechen konnten. Wenn auch wortkarg, so war er doch kein Einzelgänger. Er freute sich über Gemeinschaftsinitiativen, nahm an Erholungs- und Bergtouren teil, fühlte sich aber auch in der Einsamkeit seines Zimmers oder seiner Schreinerei wohl.

Die Leute von Milland und Umgebung schätzten ihn sehr. Die Nr. 58.4 unserer Lebensform beschreibt seine Lebenshaltung sehr gut: „Durch sein Leben nach den Gelübden und seine berufliche Tätigkeit steht der Bruder in einer besonderen Beziehung zu den Menschen und gibt ein Zeugnis, das in der heutigen Kultur eine besondere Kraft gewinnt.“ Ich glaube, dass die Menschen, die arbeitshalber mit Bruder Alois zu tun hatten, viel mehr über ihn sagen könnten als die Mitbrüder, die viele Jahre mit ihm zusammengelebt haben.

Bruder Alois und das „Missionshaus des heiligsten Herzens Jesu“ von Milland gehören zusammen. Er kannte sämtliche Geheimnisse der einzelnen Gebäude. Er wusste, wo und wie jedes Rohr und jeder Draht verlief und pflegte zu sagen: „Rührt ja nicht die Außenwände der Kapelle an, denn dann könnte alles zusammenbrechen.“ Sein Rat beruhte auf seiner Erfahrung. Er wusste genau, was im Haus ausgebessert oder verändert worden war, und man konnte ihm hundertprozentig vertrauen. Mit seinen fachlichen und praktischen Fähigkeiten konnte er im Haus jede Art von Reparatur vornehmen. Er war das klassische Beispiel des Bruders „ad omnia“.

Viele Mitbrüder und Besucher, die im Laufe der Jahre mit ihm in Kontakt gekommen waren, bewunderten seine fachmännische Arbeit, seinen Gebetseifer, seine stille Liebenswürdigkeit und seine Treue zum Missionsberuf. Bruder Alois war viel Jahre gesetzlicher Vertreter des Missionshauses und somit das Symbol für Kontinuität und Tradition der Südtiroler Comboni-Missionare. Obwohl er nie außerhalb der Deutschsprachigen Provinz gearbeitet hatte, galt es auch für ihn, allerhand loszulassen. Er hat sicher darunter gelitten, dass das Missionsseminar geschlossen wurde, die Landwirtschaft aufgegeben werden musste und die Wirtschaftsgebäude ein Raub der Flammen wurden. All das war für ihn eine Exodus-Erfahrung.

Die Worte, die der damalige Provinzial Pater Josef Gerner anlässlich des 75. Geburtstages an ihn schrieb, fassen sehr gut sein ganzes Leben zusammen: „Ich danke dem Herrn für Deine langjährige Arbeit im Dienst der Kongregation und der Kirche. Du hast so viele Jahre in Milland gearbeitet, dass niemand an das Missionshaus denken kann, ohne gleichzeitig auch an Bruder Alois zu denken. Danke für Deinen treuen und unermüdlichen Dienst. Es ist wirklich bewundernswert, was Du noch leistest, wenn andere in Deinem Alter den Ruhestand genießen. Du hast in Brixen schöne Zeiten erlebt, an die Du Dich gerne erinnerst, aber sicher auch schwierige und leidvolle Momente. Dein stiller Missionsdienst in der Hausgemeinschaft ist ein Dienst an der Weltkirche und an der Mission der Kongregation. Wir brauchen weiterhin Dein Gebet und Deine Fürsprache.

Wir danken dem Herrn für das Geschenk von Bruder Alois und hoffen, dass er für uns und sein überaus geliebtes „Missionshaus“ betet.

R.I.P.

Pater Anton Maier