30. Oktober 2026
Pater Daniel Villaverde Marcos, ein spanischer Comboni-Missionar, arbeitet in der Pfarrei „Christus König“ in der Stadt Lokichar beim Volk der Turkana.
Der Bezirk Turkana im Nordwesten Kenias, in dem ich lebe, ist ein halbwüstenartiges Gebiet, in dem sich vor langer Zeit das halbnomadische Hirtenvolk der Turkana niedergelassen hat. Nachdem ich bereits vor einigen Jahren hier gewesen war, kehrte ich 2022 in diese Gegend zurück. Ich bin der Pfarrei „Christus König“ in Lokichar zugewiesen. Die Stadt, die rasant wächst, wird von der Hauptstraße durchquert, die Nairobi mit Lodwar verbindet, Hauptstadt des Distrikts und Namensgeber unserer Diözese.
Unsere Gemeinschaft besteht aus drei Comboni-Missionaren von drei Kontinenten. Der Pfarrer ist der Mexikaner Pater Pablo Simón Rodríguez, der schon seit vielen Jahren in Turkana tätig ist; Pater Daniel Babley, ein Togolese, der vor zwei Jahren hierherkam; und ich. Unser Pfarreigrundstück erstreckt sich über ein recht großes Gelände, das jedoch aufgrund der zahlreichen Einrichtungen und Aktivitäten, die wir zum Wohle unserer Gemeinde und aller, die zu uns kommen, betreiben, langsam zu klein wird. Wir haben eine wunderschöne sechseckige Kirche und eine Grotte der Heiligen Jungfrau, einen beliebten Ort, an dem sich die Menschen versammeln, um zu Maria zu beten.
Außerdem gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und das Johannes-Paul-II.-Zentrum, das sich Jungen, Mädchen und Jugendlichen mit Behinderungen widmet. Diese benachteiligten Kinder besuchen die Grundschule, die nur wenige Meter vom Zentrum entfernt liegt. Aber das sind noch nicht alle unsere Einrichtungen. Wir verfügen außerdem über ein Jugendzentrum mit einer Bibliothek, mehreren Spielzimmern und Tagungsräumen sowie über einen Fußballplatz, einen Basketballplatz und eine Handballhalle. All dies natürlich noch abgesehen von unserer Gemeinde und der Gemeinschaft der „Evangelisierenden Schwestern Mariens“, die unter anderem das Johannes-Paul-II.-Zentrum leiten.
Derzeit sind vier von ihnen hier, und wir teilen uns mit ihnen einen Großteil der Arbeit der Pfarrei, ihrer Aktivitäten, Projekte sowie der Fortbildungs- und Seelsorgearbeit. Ich möchte auch ein Projekt erwähnen, das wir vor einigen Jahren ins Leben gerufen haben und das sich auf die Betreuung und Rehabilitation von Straßenkindern konzentriert. Mit der Hilfe verschiedener Menschen ist es uns gelungen, diese Kinder zu erfassen und zu unterstützen, mit dem Ziel, sie in Schulen zu integrieren.
Als Comboni-Missionare kamen wir 1976 nach Turkana, und Katilo war unsere erste Niederlassung. Mittlerweile haben wir zwei Gemeinschaften: meine in Lokichar, die 1991 als Pfarrei eröffnet wurde, und Nakwamekwi, gegründet im Jahr 2003. Von jenem scheinbar fernen Jahr 1976 bis zum Jahr 2026 hat sich im Bezirk Turkana vieles verändert, größtenteils zum Besseren. Wir müssen uns nicht scheuen zu betonen, dass die Diözese Lodwar zu den Institutionen gehört, die am meisten dazu beigetragen haben, die großen Probleme, Herausforderungen und den Mangel an Ressourcen unseres Volkes zu überwinden. Es wurden nicht nur Schulen, Gesundheitsstationen und Rehabilitationszentren für Blinde, Gehörlose und Behinderte gebaut, sondern wir helfen auch Witwen, Waisen und Straßenkindern.
Wenn wir unter Hungersnöten und Epidemien zu leiden hatten, wenn Impfkampagnen organisiert wurden oder wenn wir gegen Malaria, Lungenentzündung oder Typhus gekämpft haben, waren die offenen Hände und großzügigen Herzen unserer Missionare, unserer einheimischen Priester und Gläubigen sowie der Ordensleute vieler Gemeinschaften stets spürbar und haben unauslöschliche Spuren hinterlassen – und tun dies auch weiterhin. Auch die Pfarrei Lokichar, zu der zahlreiche Kapellen im Umkreis von fünfzig Kilometern gehören, ist in den letzten Jahren gewachsen. Im Jahr 2024 wurde aus ihr die Pfarrei Lochwa ausgegliedert und der Obhut zweier Fidei-Donum-Priester anvertraut. Darüber hinaus übertragen wir in diesem Jahr die neue Pfarrei Kakalel an die Missionare von Yarumal.
Die Ernte ist reich, und die Arbeiter, die sich täglich einbringen, sind wenige, doch trotz allem wird das Wort Gottes weiterhin in der Stille der Morgen- und Abenddämmerung gefeiert und verkündet. Unsere Leidenschaft für die Mission und für die Ärmsten und Verlassensten lässt und genau hinschauen und in die Ferne blicken.
Pater Daniel Villaverde Marcos, mccj