Das Essen bei der Kinderspeisung in Napenda Kuishi (Kenia): einfach, aber nahrhaft
Habe ich jemals bereut, mich für das missionarische Leben entschieden zu haben? Niemals. Denn ich glaube, dass die erste Berufung zur Mission das Geschenk ist, aus sich selbst herauszutreten und die Bedürfnisse anderer zu erkennen, noch bevor man sich fragt, wie man helfen kann. Diese Haltung wurde für mich zur Lebensweise, inspiriert vom heiligen Daniel Comboni.
Mich treibt eine unerschütterliche Sehnsucht an, Menschen nahe zu sein – nicht nur, um materiell zu helfen, sondern um ihnen in jeder Lage zu zeigen: Wir alle gehören zusammen. Unabhängig von Herkunft oder Umständen gibt es eine gemeinsame Menschlichkeit und eine unantastbare Würde, die für alle gleich ist.
Die Mission in Europa ist anders als in anderen Teilen der Welt, aber nicht weniger lebendig. Hier fehlt es nicht an materiellen Ressourcen, sondern an Liebe, Zuhören, geistlicher Begleitung und vor allem an Nähe, die durch den Individualismus oft verloren geht. Gerade in einer säkularisierten Gesellschaft wird die Mission zu einer Brücke: eine Einladung, wieder Gemeinschaft zu entdecken und den Glauben als Quelle der Hoffnung zu erfahren.
Wilson Njoroge Wairimu aus Kenia hat an der Tangaza-University in Nairobi Philosophie studiert. Nach dem Noviziat und einem pastoralen Einsatz in unserer Ordensprovinz Sambia-Malawi ist er zum Theologiestudium nach Graz gekommen.