Wenn man von Kolonialisation spricht, erinnere ich mich an meinen Großvater, der als junger Mann im Baumwollfeld gearbeitet hat. Er verließ seine Heimat und zog in die zentrale Region Ugandas, wo er die Möglichkeit hatte, besser für seine Familie zu sorgen.

Die Felder, auf denen er arbeitete und seinen Lebensunterhalt verdiente, gehörten der dominanten Volksgruppe im Land. Als er die Sprache gut kannte, wurde er bald Katechet in der Gemeinde. Man könnte vieles erzählen, aber zusammenfassend herrschten in Uganda im Namen der Kolonialherren die dominanten Stämme über die kleineren. Diese waren nach der Industrialisierung in Europa nach Afrika gekommen. Sie benutzten „Teilen und Herrschen“ als effektive Methode, um ihre wirtschaftlichen, politischen, sozialen und religiösen Ideen durchzusetzen. Die Begegnung mit ihnen stellte eine große Herausforderung dar.

Großvater musste noch zwei weitere Sprachen lernen, um die Mentalität des Gastgeberstammes und die Fremden kennenzulernen. Nach langen guten Jahren kehrte er nach Hause zurück, eröffnete ein kleines Geschäft und betrieb Landwirtschaft im Dorf.

 

Pater Deogratias Nguonzi stammt aus Uganda. Nach dem Theologiestudium in Innsbruck wurde er 2014 zum Priester geweiht. Sein erster missionarischer Einsatz führte ihn nach Polen. Seit 2020 gehört er der Hausgemeinschaft Ellwangen an. Er ist in der Seelsorge tätig.