geboren am 12.10.1891 in Mühldorf am Inn/D
Zeitliche Gelübde: 09.09.1921
Ewige Gelübde:.11.05.1924
Priesterweihe:.27.06.1924
verstorben am 23.06.1976
beigesetzt in Mellatz/D

Pater Deisenbeck wurde 1891 in Mühldorf/Oberbayern als Sohn eines Postboten geboren. Mit  zwölf Jahren ging er am 27. Juli 1904 nach Milland/Brixen ins Xaverianum. Nach dem Abitur begann er am 5. Oktober 1913 das Noviziat. Jedoch im gleichen Jahr wurde er zum Militärdienst einberufen. Er wurde Offizier, bekam einige Auszeichnungen und geriet 1916 in französische Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr 1920 vollendete er in Brixen das Noviziat und legte am 9. September 1921 die ersten und am 11. Mai 1924 die ewigen Gelübde ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie am Priesterseminar von Brixen weihte ihn Fürstbischof Johannes Raffl von Brixen am 27. Juni 1924 zum Priester.

Bereits ein Jahr später wurde der begabte und durchsetzungsfähige Mitbruder Hausoberer von Brixen (1924–1928), der weitaus größten Hausgemeinschaft der Kongregation – und das in schwierigen Zeiten. Nach der Eröffnung der neuen Niederlassung von Mellatz 1928 wurde Pater Deisenbeck zu ihrem ersten Rektor ernannt und wirkte dort abwechselnd als Rektor und Verwalter bis 1938.

Beim dritten Generalkapitel vom 1. bis zum 8. September 1938 wurde Pater Deisenbeck zum Generaloberen gewählt. Auch nach seiner Wahl blieb er in Mellatz und leitete von dort aus die Kongregation. Als Pater Deisenbeck zum Generaloberen gewählt wurde, stand Unterpremstätten unmittelbar vor der Schließung durch die Nationalsozialisten. Auch in Ellwangen wurde es eng. Einige Mitbrüder hatten bereits einige mehrmonatige Gefängnisstrafen hinter sich. Vermutlich trauten die Kapitelsväter dem mit Auszeichnungen dekorierten ehemaligen Offizier des ersten Weltkrieges eher zu, die Kongregation durch die zu erwartenden Schwierigkeiten zu führen, als dem redlichen, aber einfachen Pater Musar aus Slowenien. Er würde, so hofften sie, vielleicht von den Nazis eher als Gesprächspartner akzeptiert werden als ein Ausländer. Ob sie Recht hatten, lässt sich schwer sagen. Irgendwelche Sympathien für das Regime und für den von den Nazis vom Zaun gebrochenen Krieg finden sich in den zahlreichen Rundbriefen Deisenbecks nicht. In ihnen geht es um Ordensdisziplin und dass man sie in diesen schweren Zeiten umso strikter beobachten müsse. Während des Krieges bemühte er sich, mit Hilfe von Rundbriefen mit den einberufenen Mitbrüdern in Kontakt zu bleiben und ermutigte sie, auch in ihrer schwierigen Situation treu zu ihrer Berufung zu stehen.

Gegen Ende seiner Amtszeit richtete die Kongregationsleitung ein Gesuch an den Erzbischof von Los Angeles, „mit der Bitte um Zulassung in der Erzdiözese in der Seelsorge“. 1956 übernahm die Kongregation die St. Antony‘s Pfarrei in Memphis, eine Pfarrei mit vorwiegend schwarzer Bevölkerung.

Nach dem Ende seiner Amtszeit war Pater Deisenbeck für sechs Jahre als Hausoberer in Bad Mergentheim (1955–1961) und zugleich Generalassistent. Von 1961 bis zu seinem Tod am 23. Juni 1976 war er wieder in Mellatz. Einen großen Beitrag leistete er zur so genannten Spanienaktion von 1957 bis 1967. Hier war er die Ergänzung zum impulsiven, begeisterungsfähigen und spontanen Pater Andreas Riedl. Pater Deisenbeck systematisierte und ordnete die von Pater Riedl und Pater Adalbert Mohn inspirierte Werbeaktion zur Finanzierung der Gründungen in Spanien.

Pater Deisenbeck verschied am 23. Juni 1976 im Krankenhaus von Heimenkirch und wurde im Friedhof von Opfenbach/Mellatz begraben.

R.I.P.