geboren am 30.09.1906 in Idrija/Slowenien
Zeitliche Gelübde: 03.10.1928
Ewige Gelübde: 27.03.1932
Priesterweihe: 29.06.1932
verstorben am 16.10.1990
beigesetzt in Middelburg/RSA

Pater Franz Bratina wurde am 30. September 1906 in Idrija (Slowenien) geboren. Am 21. September 1926 kam er als Postulant nach Milland und begann bereits am 10. November das Noviziat. Am 30. Oktober 1928 legte er die zeitlichen Gelübde ab und am 27. März 1932 die ewigen. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie am Priesterseminar von Brixen wurde er im Dom am 29. Juni 1932 zum Priester geweiht.

Ein Jahr später erhielt er Sendung nach Südafrika. Nach einem kurzen Aufenthalt in Lydenburg und Johannesburg wurde er auf die Mission Glen Cowie versetzt, wo er dann drei Jahre gewirkt hat (13.6.34 – 8.8.37). Zuerst einmal studierte er die Sprache des Pedi-Stammes. Er fühlte sich wohl auf der Mission und spürte Zuneigung zum Volk des Sekhukhunelandes.

Leider wurde er im August 1937 schon nach Europa zurückgerufen, um im neu eröffneten Knabenseminar von Ljubljana (Slowenien) mitzuarbeiten, in dem an die dreißig Studenten wohnten. Pater Bratina wurde zum Hausverwalter ernannt. Der Zweite Weltkrieg machte das Leben im Seminar zusehends schwieriger, auch weil sich das Haus nur zwei Kilometer vor der deutschen Grenze entfernt befand. 1946 wurde Pater Bratina vom kommunistischen Regime einige Monate ins Gefängnis gesteckt. Das Seminargebäude wurde beschlagnahmt.

Zurück nach Südafrika

Pater Bratina durfte 1950 wieder nach Südafrika zurückkehren. Gleich begann er seine Missionsarbeit, zuerst in Glen Cowie (4.12.50 – 31.3.62), dann in Eengevonden (1.4.62 – 30.11.62), Glen Cowie (1.12.62 – 27.1.63), Burgersfort (28.2.63 – 14.1.69), Proberen/Mashabela (1.8.69 – 31.3.86); im April 1986 zog er wieder nach Glen Cowie. Fünfzig Jahre lang hat Pater Bratina mit großem missionarischen Eifer und viel Hingabe in der Diözese Witbank gearbeitet. Am Anfang machte sich der Missionar zu Pferde auf Reisen; erst viel später stand ihm ein Motorrad zur Verfügung, das er mehrere Male selber reparieren musste. Er war ein guter Hobbyfotograf, der die Bilder selber entwickelte. Vielen Afrikanern hat er das Fotografieren beigebracht. Er interessierte sich auch für den Gartenbau und wurde oft gebeten, Bäume zu beschneiden.

In Mashabela leitete er sechzehn Jahre lang das Postamt. Pater Günter Brosig berichtet: „Pater Bratina ist nie jemandem zur Last gefallen. Er liebte die Arbeit, die Handarbeit, und machte sich überall nützlich. Drei Jahre habe ich mit ihm in Glen Cowie und drei in Mashabela zusammengearbeitet. Es hat zwischen uns nie Streit oder Verbitterung gegeben, die unsere Herzen betrübt hätten. Pater Bratina war ein ruhiger und friedliebender Mitbruder. Er diente Gott und dem Volk mit seinem täglichen Gebet und seiner Arbeit. Besonders beeindruckte mich, dass er jedem Wasser reichte, der ihn darum bat. Neben dem Wasserhahn stand stets eine alte Teekanne. Die Leute schätzten diese seine Geste sehr. ‚Was immer du dem kleinsten dieser Brüder und Schwestern tust, hast du mir getan.‘ Dieses Gebot hat Pater Bratina gelebt. Er war zutiefst davon überzeugt, dass Dienst am Menschen Dienst an Gott ist.“ Viele erinnern sich an ihn als einen ruhigen Missionar, der seine Spaziergänge machte mit der schwarzen Mütze auf seinem Haupt. Er besaß einen ganz speziellen Humor. Alle, die ihn gekannt haben, können seine Demut, seine Frömmigkeit und seinen missionarischen Einsatz bezeugen. Er verlor nie die Ruhe und hatte sich immer unter Kontrolle.

Gegen Ende seines Lebens wurde er von Mitbrüdern in Glen Cowie betreut. Ende August wurde er in das von den Franziskanerinnen geführte Seniorenheim St. Josef von Middelburg gebracht, die sich Tag und Nacht um ihn kümmerten. Er verschied am 16. Oktober 1990 und wurde im Friedhof von Glen Cowie beigesetzt. Der Bischof von Witbank, Mons. Paul Nkhumishe, feierte zusammen mit dem emeritierten Bischof von Witbank, Anton Reiterer, und vielen Priestern die Eucharistie am Begräbnistag. Die Kirche hatte sich bis auf den letzten Platz gefüllt. Pater G. Brosig hielt die Predigt und der Hausobere Pater Jaime Calvera nahm die Einsegnung vor. Mit Pater Bratina hat uns der letzte slowenische Mitbruder verlassen.

R.I.P.