Im Januar und Februar nahmen die Comboni-Missionare Abschied von drei Mitbrüdern, die alle in der Mission in Peru waren: Pater Albin Grunser, Pater Josef Schmidpeter und Pater Alois Deflorian.

Pater Albin Grunser, 2012

Pater Albin Grunser (1933-2026)
Pater Albin Grunser starb am 1. Januar 2026 im Alter von 92 Jahren in Ellwangen und wurde in seiner Heimat Terenten in Südtirol beigesetzt.
Am 3. Februar 1933 erblickte er in Terenten/Südtirol das Licht der Welt. Nach Abschluss der Volksschule wurde er im Herz-Jesu Missionshaus von Milland aufgenommen, legte 1955 in Meran die Matura ab und begann im Oktober in Bamberg seine spirituelle und missionarische Ausbildung. Nach Abschluss seines Philosophiestudiums in Bamberg 1958 besuchte er in Rom von 1958 bis 1962 die Propaganda-universität. Am 6. Januar 1962 legte er in Rom die ewigen Gelübde ab und wurde am 29. Juni 1962 in Brixen durch Bischof Josef Gargitter zum Priester geweiht.

Pater Albin Grunser, 2025

Sein erster Einsatzort war Spanien, wo er im erst zwei Jahre zuvor von der Kongregation eröffneten Missionsseminar San Francisco Javier in Saldaña auch als Lehrer für die Seminaristen tätig war. 1965 hieß es wieder Koffer packen und das Schiff nach Peru besteigen. Peru sollte seine definitive Missionsheimat werden. Pater Albin hat 56 Jahre seines Lebens in der Mission verbracht. Seine Hauptarbeit war die Koordinierung des Religionsunterrichts in der Diözese Tarma, der Religionsunterricht in der Mittelschule und in der Lehrerbildungsanstalt in der Bischofsstadt Tarma. Jedoch vernachlässigte er auch die wichtige Pastoralarbeit in den Pfarreien nicht. Einige Jahre war er Berater des Bischofs von Tarma. Nach seiner Pensionierung 1992 zog er nach Lima und schloss sich der Gemeinschaft des Provinzhauses an. Von 1995 bis 2002 war er Provinzverwalter, ein eher heikles und verantwortungsvolles Amt. Im August 2021 wurde er angesichts seines hohen Alters und auftretender Gesundheitsprobleme in die Deutschsprachige Provinz versetzt und im Zentrum für ältere und kranke Mitbrüder in Ellwangen aufgenommen.
Es fiel ihm nicht leicht, nach 56 Jahren von seiner Missionsheimat endgültig Abschied zu nehmen, er fühlte sich aber bald sehr wohl. Am 30. Dezember 2025 wurde er in das nahegelegene St. Anna-Hospiz gebracht, wo er am 1. Januar, kurz nach Mitternacht, verschied.

Pater Alois Eder

Pater Josef Schmidpeter, um 2010

Pater Josef Schmidpeter (1936-2026)
Ein reiches und bewegtes Leben ging am 26. Januar 2026 zu Ende. Pater José, wie er oft genannt wurde und nicht selten selber unterschrieb, wurde am 14. Februar 1936, am Valentinstag, in Laibstadt etwas südlich von Nürnberg geboren und ist in einer Familie mit vier Kindern aufgewachsen.
1949 trat er ins Seminar in Ellwangen ein. Es folgten neun Jahre Gymnasium in Ellwangen, Abitur 1958, Noviziat und erste Gelübde in Mellatz, fünf Jahre Studium der Theologie und Priesterweihe am 29. Juni 1964 in Brixen. Als Erzieher im Josefinum zeigte sich sein pädagogisches Talent und 1968 wurde er Nachfolger von Pater Hermann Bauer und so bis 1980 Leiter des Josefinums und Religionslehrer am Peutinger Gymnasium.
Nach der Schließung des Seminars 1981 in Ellwangen wurde Pater Schmidpeter zu einem ersten Einsatz in Peru berufen. Er kam nach Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus, in die neugegründete Pfarrei El Buen Pastor (Der Gute Hirte) mit ungefähr 50000 Einwohnern. Hier lernte er die ganz andere Realität des Lebens in einem Großstadt-Slum kennen. Diese Erfahrung hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.
1992 wurde Pater Schmidpeter wieder zurückgerufen und kam nach Neumarkt in die Nähe seiner Heimat, wo der Bischof von Eichstätt ihn bald zum Missionsreferenten der Diözese ernannte. Dies gab ihm die Möglichkeit, fast alle Pfarreien der Diözese zu besuchen und kennenzulernen.

Pater Josef Schmidpeter, 2025

2001 wurde er Rektor der Hausgemeinschaft in Ellwangen. Acht Jahre später, 2009, ging es wieder nach Peru und zurück nach Arequipa. In den folgenden 13 Jahren gründete er drei Polikliniken, zwei in Arequipa und eine in Lima. Dazu ein Altenheim in Arequipa. Dort werden täglich ambulant zwei- bis zweieinhalbtausend Menschen behandelt, wenn es nicht anders geht auch umsonst. Der reguläre Betrieb trägt sich selbst. Nur für die umsonst oder mit stark reduziertem Preis Behandelten wird Geld von außen benötigt, eben durch Spenden. Aber auch medizinische Geräte, die man dringend braucht, werden durch die Spenden finanziert. Nicht zuletzt sind die Polikliniken auch sichere Arbeitgeber für etwa 250 Mitarbeiter und 150 Ärzte mit ihren Familien.
2016 wurde Pater Schmidpeter in Ellwangen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2022 kehrte er krankheitsbedingt nach Deutschland zurück, mit der Hoffnung, noch einmal nach Peru zu kommen. Das ging dann aber doch nicht mehr. Seine Aufgaben übernahm, wie von ihm gewünscht, der „Freundes- und Förderkreis Pro Espíritu Santo“ in Ellwangen.

P. Reinhold Baumann

Pater Alois Deflorian bei der Feier seines Priesterjubiläums (60 Jahre) in Milland, Brixen 2025. Foto: Christine Niederkofler

Pater Alois Deflorian (1937-2026)
Geboren wurde Pater Alois Deflorian in Ausserpfitsch/Südtirol am 30. Mai 1937. Im Herbst 1951 kam er als Student ins Missionshaus Milland und besuchte, wie alle seine Mitschüler, das bischöfliche Knabenseminar. Nach dem Abitur 1959 folgten das Noviziat in Mellatz und das Theologiestudium in Brixen, wo er am 29. Juni 1965 zum Priester geweiht wurde. Im Jahr darauf, 1966, ging er nach Peru, wo er bis zum Juni 2023 blieb, als er nach 57 Jahren Missionsarbeit in Peru in seine Heimatprovinz nach Brixen zurückversetzt wurde.
Im Brixner Sonntagsblatt (28.7.2024) schrieb Pater Alois selbst über seine langjährige Missionstätigkeit in Peru:
„…Ich fand überall gute Menschen, die mich aufnahmen und mir Heimat gewährten… Die Mission hat mich gelehrt, dass es überall gute Menschen gibt, die nach Gottes Willen zu leben versuchen. Ich kenne Südtirol wenig und habe es auch nie vermisst. In den ersten Jahren hat mir der Einsatz in Pozuzo Südtirol ersetzt. Es war wie in Tirol. Ich möchte die Menschen einladen, die Missionare mit Gebet und Opfer zu begleiten, denn mit bloßen Worten kann man kaum jemand überzeugen, dass Gott ein guter Gott ist.“
Nach 57 Jahren in der Mission kehrte Pater Alois im Juni 2023 ins Missionshaus Milland zurück und fand dort ein Zuhause, wo er sich auch wohlfühlte. Hier konnte er am 25. Juli 2025 (Herz-Jesu-Fest) mit seinem Mitschüler Pater Hubert Unterberger das diamantene Priesterjubiläum in der Wallfahrtskirche „Maria am Sand“ in Milland feiern. Zugleich feierte Pater Fidelis Pezzei sein 65. Jubiläum. Alle drei Jubilare haben in Peru gewirkt, aber niemand war so lange dort im Einsatz wie „Padresito Lucho“, wie er in Peru genannt wurde.
P. Alois Eder