Das Daniel-Comboni-Haus der Comboni-Missionsschwestern in Kinshasa (Kenia) ist eine Einrichtung, die die soziale Rehabilitation junger Frauen unterstützt. Wir haben das Haus besucht.

Das Daniel Comboni Social House befindet sich im Kimbondo-Viertel am Stadtrand von Kinshasa. Ursprünglich wollten die Comboni-Schwestern ein Gästezentrum für die Frauen eröffnen, die aus dem Makala-Gefängnis entlassen wurden, um ihnen eine Unterkunft zu bieten und ihnen zu helfen, wieder ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Schlussendlich entschieden sie sich jedoch dafür, einen Ort für alle an den Rand gedrängten Frauen zu eröffnen, wo sie ihr eigenes Leben unabhängig und mit Würde führen konnten. Sie wollten vor allem, dass sie sich wie zu Hause fühlen.

Im Mai 2018 zog die erste Gruppe von Frauen ins Daniel Comboni Social House. „Wir wollten es nicht als ‚Zentrum‘ bezeichnen, weil die Frauen sich als Teil einer Familie fühlen sollen und dies ihr Zuhause ist, solange sie hier leben “, sagt die italienische Comboni-Missionsschwester Giovanna Valbusa, die seit 1961 im Land ist und seit 1977 in der Hauptstadt Kinshasa lebt.

Derzeit leben im Haus acht Frauen im Alter von 20 bis 26 Jahren. Sr. Giovanna betont: „Der Zweck dieses Hauses ist es, diesen Frauen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen und die Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen. Einerseits können sie einen Beruf erlernen, und andererseits bieten wir multidisziplinäre Unterstützung, die auf die Bedürfnisse jeder Einzelnen zugeschnitten ist. Aber es muss deutlich werden, dass sie das letzte Wort haben. Wenn sie sich gehen lassen und sich nicht selbst helfen, können wir nichts tun. “ Ein Aufenthalt im Haus dauert maximal ein Jahr.

Das Daniel Comboni Social House bietet die Möglichkeit von Schulungen, unter anderem als Schneiderin, Kosmetikerin oder Friseurin. Die Auszubildenden besuchen dafür sechs Monate lang jeweils von Montag bis Freitag vormittags Kurse im Center for Specialized Trades (CAMS), das nicht weit vom Haus entfernt gelegen ist. Nach Ansicht der Missionsschwester hat das Center viele Vorteile: „Es bietet einen hohen Standard und vergibt offizielle Zertifikate an diejenigen, die die Abschlussprüfungen bestehen. Darüber hinaus ermöglicht es neue Auszubildenden, sich zu Beginn jedes Monats einzuschreiben, was eine gewisse Flexibilität bei der Einbeziehung junger Frauen im Laufe des Jahres bietet. Außerdem ist es uns lieber, wenn sie nicht auf das Haus beschränkt sind, sondern andere Menschen treffen und mit ihnen in Kontakt treten. “

Joelle, die sich im sechsten Monat ihrer Ausbildung befindet, sagt: „Der Schneiderkurs hat mir sehr geholfen. Eines Tages möchte ich ein großes Haus wie dieses haben, um andere Menschen aufzunehmen und ihnen auch zu helfen.“ Saras Kommentar ist fast identisch: „Ich bin sehr glücklich, meiner Familie, meinen Kindern und anderen Frauen helfen zu können.“

Neben ihrer Ausbildung widmen die jungen Frauen ihre Zeit der Herstellung kleiner handgefertigter Objekte wie Geldbörsen und Handtaschen. Der Verkauf hilft, die laufenden Kosten des Hauses zu decken. Manche Nachmittage werden im Garten verbracht, wo sie kochen lernen oder Unterricht in Allgemeinbildung und Gesundheitsvorsorge erhalten. Darüber hinaus haben sie dreimal pro Woche je nach Bildungsstand Unterricht in Lesen und Schreiben oder Französisch.

Das Personal des Zentrums besteht aus zwei Comboni-Schwestern und zwei Sozialpädagoginnen. Ruth ist eine von ihnen, sie unterrichtet Lesen und Schreiben. Sie erklärt uns: „Sie sind alle sehr verschieden, deshalb arbeiten wir in zwei Gruppen. Manche können weder lesen noch schreiben und finden es schwierig, einen Stift in den Händen zu halten. Diese Frauen brauchen besondere Aufmerksamkeit, aber ich habe das Gefühl, dass die meisten von ihnen wirklich lernen und ihr eigenes Leben selbst in die Hand nehmen wollen. Ich habe von Anfang an bei diesem Projekt mitgearbeitet und die großen Fortschritte gesehen, die diese Mädchen in wenigen Monaten gemacht haben. “

Sr. Giovanna betont: „Die Botschaft, die wir vermitteln möchten, ist, dass man keine Zeit verschwenden darf. Sie müssen sich verantwortungsbewusst organisieren, um für ihre Ausbildung zu sorgen und sich auf ihre Zukunft vorzubereiten.“ Die Missionsschwester fährt fort: „Wir helfen ihnen auch in ihrem Glauben, lehren sie, wie man betet, in der Gegenwart Gottes lebt und in der Gelassenheit des Nachdenkens Probleme löst.  Darüber hinaus unterstützen wir sie dabei, ihre Gefühle durch Filme, Spiele und Geburtstagsfeiern auszudrücken. Dies sind nur gewöhnliche, aber dringend notwendige Dinge für sie. Zusammenfassend versuchen wir, die familiäre Atmosphäre zu schaffen, die viele von ihnen noch nie gekannt haben, damit sie das Beste aus sich herausholen können.“

Eine der Aufgaben der Missionsschwestern ist es, Schneidereien und Schönheitssalons zu finden, damit die Mädchen drei Monate lang Berufserfahrung sammeln können, bevor sie sich beruflich selbständig machen. Die Schwestern sind ihnen auch behilflich, ihre eigenen unabhängigen Unternehmen zu gründen. „Die Ergebnisse sind ermutigend“, fügt Schwester Giovanna hinzu, „wir haben eine Reihe von Mädchen, die begonnen haben, selbständig zu arbeiten, und wir wissen, dass sie alles, was sie hier gelernt haben, an andere weitergeben werden.“

Enrique Bayo