Liebe Freunde,

Euch allen einen herzlichen Gruß zum Fest der Weihnacht und danke für Eure Verbundenheit.

Das Ende des Jahres ist erreicht, und wir beginnen die Abschlussprüfungen wie gewohnt. Die Anzahl der Azubis hat sich in diesem Jahr stark reduziert, weil viele Jugendliche die Schulgebühren nicht mehr bezahlen können. Einige von ihnen, die im Abschlussjahr sind, werden so weit wie möglich von unseren Spendengeldern gedeckt. Aber es gibt mehr und mehr Klagen der Eltern über die hohen Kosten der Ausbildung. Nachdem andere technische Schulen günstiger sind, haben wir uns demensprechend angepasst und die Schulkosten ein wenig gesenkt. Aber unsere technische Ausbildung ist mit Sicherheit effektiver und vor allem praxis-orientiert, was auch mit höheren Kosten verbunden ist. Auch haben wir in der informellen Ausbildung wieder einige Kurse als Schreiner, Schlosser und Maurer aufgegriffen, wovon eine große Anzahl von Azubis profitiert hat. Sie werden
überwiegend von einheimischen Organisationen gesponsert, und die Mehrheit findet
anschließend Arbeit in der lokalen Industrie. Das sind sicherlich positive Aussichten für die
Jugendlichen.

Dieses Programm der informellen Ausbildung ist überwiegend für solche, die keinen Schulabschluss haben, junge Mütter, leicht Behinderte und traumatisierte Jugendliche. Die informelle Ausbildung bleibt weiterhin Bestandteil unserer Ausbildung, weil die Kosten viel niedriger sind und wir damit die Bedürftigen der Gesellschaft erreichen. Die hohe Armut in Uganda macht informelle Bildungswege attraktiv.  Sie bieten Familien die Möglichkeit, eigene Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, indem sie sich Zugang zu Bildung ermöglichen. Aber eine informelle Ausbildung von ein paar Monaten kann auf keinen Fall eine grundlegende zweijährige Ausbildung ersetzen.

Leider gibt es immer mehr Klagen wegen der „Ministry of Education“, die ihre Arbeiten stark
vernachlässigen, wichtige Unterlagen verlieren und einige unserer technischen Berufszweige
(Maurer und Installateure) seit einem Jahr nicht mehr offiziell anerkennen. Und das, obwohl
wir diese technischen Bereiche schon seit vielen Jahren hier in unserer Schule unterrichtet haben. Das heißt im Klartext, dass unsere Azubis sich in einer anderen, staatlichen Schule für die Prüfungen einschreiben müssen, was sehr teuer und zeitraubend ist. Diese Begebenheiten zeigen deutlich, dass private Schulen im Lande nicht mehr länger toleriert werden und wir nach Alternativen schauen müssen. Private Schulen sind bei weitem besser eingerichtet und sind in der Bevölkerung wegen
ihres guten Rufes beliebt, weil die technische Ausbildung viel effizienter ist als in staatlichen Schulen. Das ist der Regierung natürlich ein Dorn im Auge und wird mit allen möglichen Mitteln bekämpft.

Auch in diesem Jahr haben wir in den angegliederten Produktionswerkstätten wieder einige
Projekte in Angriff genommen. Die Renovierungsarbeiten eines Kindergartens von St. Bakhita-Gulu, Bauarbeiten von der Erstellung von Wohnhäusern, die Beschaffung von Einrichtungsgegenständen/Möbeln für das Diözesan Seminar Alokolum-Gulu, Matany-Krankenhaus Karamoja, Schulmöbel für St. Clare Kinderheim-Norduganda und Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung von einem Labor in Omiya Anyima – Kitgum sind bereits im Fortschritt. All diese Projekte helfen uns, ein besseres Einkommen für die Schule zu sichern, Fachkenntnisse in der einheimischen Industrie weiterzugeben und die praktischen Erfahrungen der Auszubildenden zu fördern.

Im Januar 2026 finden in Uganda Parlamentswahlen statt, bei denen die Wähler sowohl den Präsidenten als auch die Abgeordneten wählen werden. Seit 1986 ist der Präsident im Amt. Er hat die Regierung nach einem bewaffneten Aufstand übernommen und ist damit einer der am längsten amtierenden Staatschefs der Welt. Für die anstehenden Wahlen wird es wohl wenig Veränderung im Lande geben.

Danken möchte ich Euch wiederum für Eure treue Hilfe, die ich wieder weiterleiten
konnte. So wünsche ich Euch eine frohe, friedvolle Weihnacht und ein gesundes, neues Jahr
2026.

Euer
Br. Konrad Tremmel