Sein größter Wunsch: zurück in den Südsudan

Manche können es vielleicht nicht verstehen, wenn jemand freiwillig in den Südsudan gehen möchte – bei der gefährlichen Situation im Südsudan, die viele Menschen dazu zwingt zu fliehen, um ihr Leben zu retten. Aber auch im Südsudan gibt es Gegenden, in denen es friedlich ist und in denen die Menschen ein christliches Leben führen möchten und die Hoffnung haben, dass sich die Lage in ihrem Land wieder beruhigt. Deshalb möchte Bruder Hans-Dieter Ritterbecks wieder in den Südsudan: um bei den Menschen zu sein, um mit ihnen das Leben und den Glauben zu teilen und ein Zeichen zu setzen, dass die Menschen und ihr Schicksal nicht vergessen sind.

Über Bruder Hans-Dieter

Seit 2015 ist Bruder Hans-Dieter Missionsprokurator in Ellwangen und Teil der Deutschsprachigen Provinz (DSP). Ab dem 01. April wird er zur Provinz Südsudan gehören und neue Aufgaben bekommen. Er war schon viele Jahre und viele Male im Südsudan tätig: nach seinem Noviziat in Mellatz und dem zweijährigen Besuch des Brüderzentrums in Nairobi (Kenia), war er von 1988 bis 2002 zum ersten Mal für längere Zeit im Südsudan, an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen Tätigkeiten, unter anderem war er Provinzverwalter. So lernte er neben der Hauptstadt Juba auch das ländliche Leben im Südsudan kennen und erlebte das Land durch die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen.

Im Jahr 2002 kehrte er in die DSP zurück und war in Halle als Gefängnisseelsorger tätig. Doch schon 2005 ging es für ihn wieder zurück in den Südsudan, wo er in Juba die Rückkehr des Provinzialats aus Nairobi nach Juba vorbereitete und ab 2009 arbeitete er im Berufsbildungszentrum in Leer bei den Nuer mit, welches den Schwerpunkt auf die Landwirtschaft setzte. Heute ist dieses Zentrum leider zerstört, da Kämpfer aus Darfur dort gewütet haben. Leider waren die Missionen der Comboni-Missionare immer wieder in die Wirren des Bürgerkriegs geraten. Im Jahr 2013 kam Bruder Hans-Dieter wieder in die DSP, nach Graz, machte dann noch einen Kurs in England und war eine zeitlang in Florenz bis er 2015 als Missionsprokurator in Ellwangen anfing. Seit einiger Zeit hat ihn wieder der Wunsch gepackt, zurück in den Südsudan zu gehen und dieser Wunsch wird sich nun Anfang April für ihn erfüllen. Aber warum möchte er sich mit stolzen 72 Jahren (die man ihm aber nicht ansieht) erneut den Herausforderungen im Südsudan stellen?

Jesus hat Bruder Hans-Dieter ein Leben lang begleitet

Für Bruder Hans-Dieter ist klar, dass Jesus diesen Weg für ihn bestimmt hat, auch wenn er das in den ersten Jahrzehnten seines Lebens noch nicht so deutlich wahrgenommen hatte – aber Jesus blieb hartnäckig. Nachdem er schon viel Lebenserfahrung gesammelt hatte, ereilte ihn der Ruf Jesu, ihm im Rahmen eines Ordenslebens nachzufolgen so klar und deutlich, dass er es nicht mehr leugnen konnte und so machte er sich auf die Suche nach einer geeigneten Ordensgemeinschaft. Er nahm mit unterschiedlichen Missionsorden Kontakt auf, entschied sich dann für die Comboni-Missionare, weil er sich bei ihnen gleich gut aufgenommen fühlte und er ihre Überzeugungen teilte. Mit 40 Jahren trat er als sogenannter „Spätberufener“ in das Noviziat ein und ließ ein „weltliches“ Leben hinter sich, in dem er als Hauptabteilungsleiter in einem großen Handelsunternehmen in der Marktforschung gearbeitet hatte – und oberflächlich gesehen alles hatte: ein Auto, eine tolle Wohung, viele Freunde, aber irgendwie fehlte doch etwas. Dieses „Etwas“ hat er bei den Comboni-Missionaren und in der Mission gefunden. Bis heute ist Bruder Hans-Dieter unendlich dankbar für seine Berufung und dass Jesus sein Leben immer begleitet hat, durch alle Höhen und Tiefen mit ihm gegangen ist. Diese Freude möchte er mit so vielen Menschen wie möglich teilen und damit seine tiefe Dankbarkeit ausdrücken für das, was er selbst jeden Tag erfahren darf.

Bruder Hans-Dieter wird immer wieder aus dem Südsudan und von seinen Erfahrungen dort berichten – so möchte er auch mit den Menschen in Deutschland in Kontakt bleiben und eine „Brücke“ bauen zwischen den Menschen.

Selbst Comboni-Missionar werden?

Sie spüren auch einen inneren Ruf nach einem intensiveren und abwechslungsreicheren Leben? Sie interessieren sich für ein Leben als Comboni-Missionar? Wir bieten Interessenten die Möglichkeit, uns und unser Leben näher kennenzulernen. Weitere Informationen finden Sie hier oder melden Sie sich bei Pater Günther Hofmann oder Pater Roberto Turyamureeba. Wir freuen uns auf Sie!

Der Text basiert auf einem Interview, das Brigitte Rolfes mit Bruder Hans-Dieter Ritterbecks geführt hat.

 

2018-03-05T11:38:29+00:00